25 Jahre Kinderrechtskonvention:
Kindernothilfe fordert Schutz von Kindern weltweit

(Duisburg/Berlin, 12.11.2014) Vor 25 Jahren hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention verabschiedet. Aus diesem Anlass erörterte die National Coalition Deutschland, das bundesweite Netzwerk zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention, in Berlin heute zentrale Fragen der Kinderrechte. Die Kindernothilfe weist – als Mitglieds-organisation der National Coalition – auf eklatante Missstände hin, die Kindern hierzulande und weltweit ein selbstbestimmtes Leben unmöglich machen.

Eine groß angelegte Recherche der National Coalition ging den Fragen auf den Grund, welchen Stellenwert wir Kinderrechten bei uns beimessen und wie diese in der Praxis umgesetzt werden. Die Ergebnisse sind ernüchternd: In Deutschland und anderen Gesellschaften weltweit werden Kinder nicht gehört, fühlen sich nicht ernst genommen und nur selten nach ihrer Meinung gefragt. „Echte Mitbestimmung ist meist kein Thema“, so Antje Weber, Kinderrechtsexpertin der Kindernothilfe. Das international tätige Hilfswerk setzt sich dafür ein Kindern Gehör zu verschaffen und ihre Rechte durchzusetzen. Nicht zuletzt das Individualbeschwerderecht für Kinder, das die Kindernothilfe federführend bei den Vereinten Nationen durchsetzen konnte, ist ein ganz entscheidender Schritt in diese Richtung: „Deutschland hat das Abkommen zur Individualbeschwerde als dritter Staat ratifiziert“, so Antje Weber. „Jetzt kommt es darauf an, das Individualbeschwerde-verfahren auch Kindern zu erklären und ihnen tatsächlich zugänglich zu machen.“ An einer Umsetzung des Verfahrens mangelt es nämlich noch – sowohl in der Bundesrepublik als auch weltweit.

Als Kinderrechtswerk begleitet die Kindernothilfe aber auch andere Themenfelder der Recherche kritisch: Bei weltweit dramatisch steigenden Flüchtlingszahlen nimmt die Zahl der Asylanträge in Deutschland ebenfalls zu. Dabei werden 36 Prozent der Anträge von Kindern gestellt, davon wiederum ist fast die Hälfte nur fünf Jahre oder jünger! Hier sind besondere Aufmerksamkeit und ein Schutz der Mädchen und Jungen unabdingbar.

Darüber hinaus beschäftigt Kinderrechtsexpertin Weber noch ein weiteres wichtiges Thema: Rund 1.000 Freiwillige unter 18 Jahren werden jedes Jahr von der Bundeswehr rekrutiert. Sie erhalten dasselbe militärische Training wie die Erwachsenen – eben auch an der Waffe. „Deutschland muss hier international eine Vorreiterrolle einnehmen und der Ausbildung von Minderjährigen an der Waffe eine klare Absage erteilen“, fordert Antje Weber.

Kontakt:

Christian Herrmanny, stellv. Pressesprecher
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