(Duisburg, 23. Juli 2007) Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine Fortführung des deutschen Engagements in Afghanistan spricht sich die Kindernothilfe für Kontinuität in der Entwicklungshilfe aus. „Die Situation von Säuglingen und Kindern ist dramatisch, und vor allem die jungen Mütter brauchen weiterhin dringend unsere Begleitung und Beratung", so Dietmar Roller, Auslandsvorstand der Organisation. Nach aktuellen UN-Zahlen sterben 257 von 1000 Kindern unter fünf Jahren, 165 von 1000 Säuglingen sterben vor ihrem ersten Geburtstag. Damit ist Afghanistan das Land mit der weltweit höchsten Säuglingssterblichkeit.

Afghanisches Mädchen in einem Projekt der Kindernothilfe. Foto: Denker
Die Kindernothilfe begegnet diesen dramatischen Zahlen unter anderem mit der Unterstützung zweier Kliniken in Kabul und dem landesweiten Aufbau von Frauen-Selbsthilfegruppen. Unter fachkundiger Anleitung und unter Vergabe von Kleinkrediten lernen junge Frauen und Mütter, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Außerdem verbessern sie die Pflege und Ernährung ihrer Säuglinge und Kleinkinder. Dabei entsendet die Kindernothilfe keine deutschen Fachkräfte, sondern arbeitet vor Ort mit einheimischen Mitarbeitern und internationalen Organisationen zusammen.
Landesweit unterstützt die Organisation aus Duisburg zur Zeit acht Projekte mit einem jährlichen Gesamtvolumen von 310.000 Euro. Dazu gehören Ernährungs- und Gesundheitsprogramme im Wakhan-Korridor sowie in Jalalabad, Programme für behinderte Kinder in der Provinz Paghman und Jalalabad sowie ein HIV-Aufklärungsprogramm in Kabul.
Für Interviews steht Dietmar Roller, Auslandsvorstand der Kindernothilfe, zur Verfügung.
Sascha Decker