Chile

In Chile sind wir seit 1969 aktiv. In insgesamt 24 Projekten werden 3.000 Kinder und ihre Familien unterstützt.

Chile

Gesellschaft mit hohem Konkfliktpotential

Chile gilt als ein Land mit mittlerem Einkommensniveau, trotzdem leben viele Menschen an der Armutsgrenze. Damit verbunden sind mangelhafte Bildungs- und geringe Aufstiegschancen. Besonders Kinder sind die Leidtragenden: Werden sie in diesen Kreislauf hineingeboren, schaffen sie es selten, ihm aus eigener Kraft zu entkommen.
Die chilenische Gesellschaft ist extrem diskriminierend gegenüber armen Menschen und noch mehr, wenn diese einer Minderheit angehören: gegenüber den indigene Mapuche, Kindern mit Behinderungen, Immigranten, jugendlichen Schwangeren. Die Kindernothilfe unterstützt diese Gruppen gezielt, um ihnen zu einer besseren Zukunft zu verhelfen.

Die Herausforderungen

Chile leidet noch heute unter den Folgen der Pinochet-Diktatur, die bis 1990 anhielt. Die autoritären Strukturen halten sich bis heute in der Gesellschaft.
Armut ist eines der Hauptprobleme in Chile, und zieht eine Kette an Folgen nach sich: sehr hohe Gewaltraten, Kinderarbeit, Drogenmissbrauch, kommerzielle sexuelle Ausbeutung, Frühschwangerschaften etc. Obwohl Chile zu den Schwellenländern gehört, leben 20 Prozent der Chilenen in Armut, wovon fast die Hälfte Kinder und Jugendliche sind. Besonders betroffen sind die Angehörigen des indigenen Mapuche-Volkes. Prekäre Arbeitsbedingungen führen zu einer hohen Arbeitslosigkeit und erhöhen das Armutsrisiko. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt dabei mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittliche Arbeitslosenrate.

Zwei lächelnde Mädchen. (Quelle: Christoph Engel)
Mapuchekinder erhalten besondere Förderung durch Traumaarbeit.

In den Armenvierteln der Großstädte wird durch mangelnde Aufklärung und Missbrauch im Schnitt jedes vierte Kind von einer minderjährigen Mutter geboren. Diese brechen daraufhin häufig ihre Ausbildung ab, wodurch sie schnell in eine Spirale aus fehlender Bildung und Armut geraten. Besonders schwer haben es auch die Kinder der minderjährigen Mütter; sie werden von den überforderten Mädchen, die oft Opfer von Gewalt sind, häufig vernachlässigt.

Ein großer Konfliktherd in Chile ist die Auseinandersetzung der indigen Mapuche-Bevölkerung mit dem Staat. Sie kämpfen um ihr vom Staat geraubtes Land, eine intakte Umwelt und ihre ethnische Anerkennung: Dabei sind sie von Armut, gesellschaftlicher Diskriminierung und staatlicher Gewalt betroffen. Die Kinder der Mapuche sind unter diesen Bedingungen besonders benachteiligt.

  • Wir unterstützen die Kinder und Jugendlichen dabei, sich aus der Spirale von Armut und Perspektivlosigkeit zu befreien. Die Hilfsprogramme sind auf Kinder zugeschnitten und gleichzeitig am Gemeinwesen orientiert. Die Projektteams sprechen mit der Bevölkerung über die ihnen widerfahrenen Menschenrechtsverletzungen und motivieren sie, für ihre Rechte einzustehen. In den Stadtteilzentren in gewaltgeprägten Armenvierteln erfahren Kinder Schutz und lernen, dass sie Rechte haben und wie sie einfordern können. Außerdem schulen unsere Partner Familien in konkreter Gewaltprävention in ihrem Umfeld.

    Mit den Kindern aus Mapuche-Gemeinden leisten wir Traumabewältigungsarbeit. Gemeinsam mit Psychologen und Sozialarbeitern werden die Erfahrungen und Erlebnisse der Kinder dokumentiert. Außerdem setzen wir uns klar dafür ein, die Anwendung der chilenischen Anti-Terror-Gesetze gegen Kinder und Jugendliche zu beenden.

    Minderjährige Mütter werden beraten und bekommen Hilfe bei der Pflege ihrer Neugeborenen. Bei den jungen Müttern muss insbesondere die Beziehung zu dem Kind gestärkt werden, damit sie dieses nicht vernachlässigen und misshandeln. Mit Aufklärungskampagnen in den Schulen werden die Jugendlichen für das Thema Frühschwangerschaften sensibilisiert.

    Außerdem gibt es Förderprogramme für Immigrantenkinder, behinderte Kinder und Rehabilitationsprogramme für Opfer kommerzieller sexueller Ausbeutung.

    Zahlen zu Chile

    • 17,2 Mio. Menschen leben in Chile
    • 21 % aller Chilenen sind jünger als 15 Jahre
    • 9,7 % sind 65 Jahre alt oder älter
    • 3 % der chilenischen Kinder müssen arbeiten
    • 17,5 % der Chilenen zwischen 15 und 24 sind arbeitslos
    • Iglesia Evangélica Luterana en Chile
    • Fundación ANIDE – Apoyo a la Niñez desprotegida
    • Iglesia Católica
    • Iglesia Luterana en Chile
    • Iglesia Hermanos en Cristo
    • Iglesia Pentecostal de Chile 
    • Iglesia Evangélica Presbiteriana
    • Colectivo sin Fronteras
    • Cooperación CREARTE
    • Coperación La Caleta
    • Coperación NEWEN
Unsere Projekte in Chile
Lebenshilfe für minderjährige Mütter und ihre Kinder

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Minderjährige Mütter sind in Chile keine Seltenheit. Um die jungen Frauen und ihre Kinder vor dem sozialen Abstieg zu bewahren, helfen wir ihnen, sich ein eigenständiges Leben aufzubauen.

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Mädchen fördern!

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Mädchen und Frauen haben es in vielen Ländern besonders schwer. Sie gehen seltener zur Schule als Jungen, werden häufiger Opfer von Gewalt, und haben oft nicht die Freiheit, über ihr Leben zu entscheiden. Mehr erfahren Sie hier.

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Kinder schützen!

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Weltweit werden Kinder Opfer von Missbrauch und sexuellen Übergriffen. Wir fördern zahlreiche Programme, um Kinder in den Projekten sowie bei Aktivitäten in Deutschland zu schützen. Basis dafür ist die Kindesschutz-Policy der Kindernothilfe. Mehr erfahren Sie hier.

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Die Erfolgsgeschichte einer chilenischen Kindertagesstätte

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Nach 30 Jahren intensiver Zusammenarbeit ist es nun geschafft: Eine Kindertagesstätte in einem chilenischen Armenviertel kann nun völlig eigenständig für das Wohl der Kinder sorgen.

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