Peru

Wir sind seit 1984 in Peru aktiv und unterstützen in 10 Projekten rund 3.000 Kinder. Die Arbeit konzentriert sich vorrangig auf Armutsbekämpfung und Stärkung von Kindern und ihren Rechten.

Peru

Gegen Umweltschäden und Kinderarbeit

Peru hat in den letzten Jahren einen enormen Wirtschaftsaufschwung erlebt, doch das Wachstum kommt nur wenigen Teilen der Bevölkerung zugute. Die soziale Ungleichheit ist hoch, insbesondere Kinder und Jugendliche aus der ländlichen und indigenen Bevölkerung sind sozial benachteiligt. 
Peru ist wie die meisten Länder Lateinamerikas von Armut und großer Ungleichheit zwischen den Bevölkerungsschichten betroffen. Da das Bildungssystem in einem schlechten Zustand ist, leidet die Bevölkerung an schlechten Aufstiegsmöglichkeiten und ist so in einem Kreislauf an Armut gefangen. Die indigene Bevölkerung Perus ist besonders benachteiligt, wenn sie nur schlecht Spanisch spricht: Kinder, die eine indigene Sprache als Muttersprache sprechen, sind meist schon früh im Leben benachteiligt. Meist sind es auch Kinder, die unter einem schlechten Gesundheitszustand leiden.

Die Herausforderungen

In dem südamerikanischen Land lebt fast ein Drittel der rund 29 Millionen Einwohner unterhalb der Armutsgrenze. Dies bildet einen Nährboden für Kriminalität, Gewalt, Prostitution und Drogenkonsum. Peru leidet in den Bergbauregonen außerdem unter weit verbreiteter Umweltverschmutzung. Vergiftungen durch Blei sind häufig, die Krebsrate ist dadurch sehr hoch. 

Zwei Jungen stehen vor einem großen Steinhaufenmit Schubkarre. (Quelle: Jens Großmann)
Kinder müssen schon früh mitarbeiten.

Perus Bildungssystem ist in einem schlechten Zustand: Auch wenn in den letzten zwanzig Jahren Verbesserungen vorgenommen wurden, ist das Niveau weiterhin niedrig. Das Lehrpersonal ist oft schlecht ausgebildet, die Ausstattung von Schulen meist unzureichend. Viele Kinder müssen vorzeitig oder auch temporär mit der Schule pausieren, um ihre Familien zu unterstützen. Ein zusätzliches Problem haben indigene Kinder, deren Muttersprache nicht Spanisch ist. Obwohl der zweisprachige Unterricht Vorschrift ist, wird er oft nicht durchgesetzt. Kinder ohne Spanischkenntnisse werden so schnell außen vor gelassen.

In Peru ist Gewalt gegen Kinder, ihre Verwahrlosung, wirtschaftliche Ausbeutung, fehlende Unterstützung Behinderter und hoher Drogenkonsum an der Tagesordnung. Diese Lebensbedingungen fördern die Entwicklung von Bandenkriminalität.
Die Folgen der mangelhaften Gesundheitsversorgung treffen besonders Kinder: Viele leiden an Durchfallerkrankungen, Blutarmut, Atemwegserkrankungen und Unterernährung.

  • Unser Einsatz im Land

    Unsere Arbeit in Peru zielt auf die Verbesserung der schwierigen Lebenslage von Kindern und ihren Familien. Dabei stehen insbesondere arbeitende Jungen und Mädchen und Kinder mit Behinderungen im Fokus. Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit arbeiten unsere Partner daran, die Bevölkerung im Hinblick auf die Kinderrechte zu sensibilisieren.

    Viele Familien in Peru sind auf die finanzielle Unterstützung durch ihre Kinder angewiesen. Ein Ziel unserer Arbeit ist es, die Arbeitsbedingungen der Kinder zu verbessern. Wir helfen Kindern, Preise besser zu kalkulieren und mehr Gewinne zu erzielen. Von dem erhöhten Gewinn können Kinder anschließend ihre Schulbildung wieder aufnehmen.
    Die peruanischen Jugendlichen wehren sich mit unserer Unterstützung gegen die starke Umweltverschmutzung in ihrem Land. Mit Öffentlichkeitsarbeit und einer Radiosendung setzen sich Jugendliche für eine saubere Umwelt und bessere Lebensbedingungen ein.

    Misshandlungen von Kindern gehören in Peru zum Alltag. Dabei sind es häufig die Eltern, die ihre Kinder schlagen und schlecht versorgen. Für die Gewaltopfer gibt es Projekte, in denen die Jungen und Mädchen medizinisch betreut werden und die Eltern über eine bessere Versorgung ihrer Kinder aufgeklärt werden.

    Für behinderte Kinder gibt es spezielle Förderprogramme, mit denen auch ihre Familien unterstützt werden. In den Gemeinden werden Therapeuten ausgebildet, die die Familien ehrenamtlich betreuen und ihnen mit den Kindern helfen. Dabei wird die ganze Gemeinde in das Projekt einbezogen, um die Akzeptanz von Kindern mit Behinderungen und deren Familien zu erhöhen.

    Zahlen zu Peru

    • 29,95 Mio. Menschen leben in Peru
    • 34 % der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren müssen arbeiten
    • 20,95 Kinder von 1000 sterben vor ihrem ersten Lebensjahr
    • 4,5 % der Kinder unter 5 Jahren haben Untergewicht
    • 16,2 % der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren sind arbeitslos
  • Unsere Partner in Peru

    • Asociación Filomena Tomaira Pacsi
    • Aynimundo
    • Kusi Warma
    • APORTES para el Desarrollo Humano
    • Instituto de Investigación
    • Capacitación y Promoción Jorge Basadre
    • Instituto de Formación para Educadores de Jóvenes y Niños Trabajadores
    • Red de Bibliotecas Rurales
Unsere Projekte
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