Kindernothilfe e. V.

Brasilien/Itaobim

Brasilien/Itaobim: Treffen mit dem Patenkind nach 14 Stunden Busfahrt

Ursula Hess besuchte vom 2. bis 5. August 2010 ihr Patenkind Andryell Pedro in Itaobim / Minas Gerais im Projekt „Casa de Juventude" (Projekt 94315).

Ursula Hess besuchte vom 2. bis 5. August 2010 ihr Patenkind Andryell Pedro in Itaobim /Minas Gerais im Projekt „Casa de JuventudezoomFotos: privat Alles verlief sehr kurzfristig und problemlos: Am 9. Juli 2010 erhielt ich eine freundliche Zusage von Cleidiane Alves, der Leiterin des Jugendhauses in Itaobim, und am 11. Juli saßen wir im Flugzeug von Frankfurt nach Salvador. Dort besuchten wir anlässlich unserer 25-jährigen Partnerschaft für drei Wochen die dortige Pfarrgemeinde Periperi; Periperi ist ein Vorort von Salvador. Und so reisten wir, wie angekündigt, mit sechs Personen am 2. August 2010 mit dem Bus nach Itaobim. Das Wochenende vorher hatte ich vergeblich versucht, die Leiterin Cleidiane telefonisch zu erreichen. Wir versuchten es auch von unterwegs, aber sobald wir ihre Stimme am Telefon hörten, war das Gespräch abgebrochen;. Und so erklärte ich meinen Mitreisenden: „Das gibt eine Fahrt ins Blaue, ich weiß nicht, wo wir landen und was uns erwartet!"

Ursula Hess besuchte vom 2. bis 5. August 2010 ihr Patenkind Andryell Pedro in Itaobim /Minas Gerais im Projekt „Casa de Juventudezoom Lange Anreise
14 Stunden brauchte der Bus, bis wir unser Ziel abends um 23.30 erreichten! Und was für eine Überraschung: Cleidiane Alves erwartete uns mit ihrem Mann und einem weiteren männlichen Begleiter an der Ausstiegstelle! Da wusste ich: Alles ist gut!

Am nächsten Morgen wurden wir mit zwei Autos von der Pousada (Herberge) abgeholt und zum Jugendhaus gebracht. Ein großes Schriftband begrüßte mich mit meinen Freunden, und schnell wurde mein Patenkind Andryell herbeigerufen. Selten war ich so gerührt wie in dem Moment, als ich meinem Patenkind gegenüberstand; vielleicht spürte ich, dass es mit meinen 68 Jahren das letzte Mal ist!

Patin seit 25 Jahren!
Seit 25 Jahre habe ich Patenkinder an verschiedenen Orten in Brasilien gehabt; viele von ihnen habe ich persönlich besucht, um u.a. auch die Arbeit der Kindernothilfe kennenzulernen. Und ich muss bestätigen: Die Arbeit der Kindernothilfe, egal, wo ich sie angetroffen habe, war immer sehr gut!

Ursula Hess besuchte vom 2. bis 5. August 2010 ihr Patenkind Andryell Pedro in Itaobim /Minas Gerais im Projekt „Casa de Juventudezoom Das Projekt
Hier in diesem Jugendhaus in Itaobim werden von montags bis freitags 700 Kinder ab drei Jahren betreut. Die Älteren können Kurse und Arbeitsgruppen belegen, Berufe erlernen und erhalten täglich drei bis vier Mahlzeiten, die genauso wichtig sind wie das Lernen. Leider arbeiteten noch nicht alle Werkstätten, da es der erste Tag nach den Ferien war.
Am Nachmittag besuchten wir den Stadtteil Sao Cristovao, in dem sich das Jugendhaus befindet. Man konnte uns bestätigen, dass das typische „Stehlen", wie es in Brasilien allgemein üblich ist, in diesem Stadtteil nicht mehr vorkommt; das Jugendhaus arbeitet auch mit den Bewohnern dieses Stadtteiles zusammen. Wir gingen durch etliche kleine Straßen und besuchten kleine, erbärmliche Hütten, aus denen viele Kinder zum Jugendhaus kommen. Ein großes Problem sind der Alkohol, die Drogen und die Prostitution. Letzteres besonders, da das kleine Städtchen Itaobim an der Hauptstrecke Salvador - Rio de Janeiro liegt. Wir trafen Kinder im Jugendhaus, die in der eigenen Familie sexuell missbraucht wurden, Kinder, die nicht mehr lachen konnten!

In den zwei Tagen unseres Aufenthaltes konnten wir sehen und selbst miterleben, wie gut die Arbeitsgruppen organisiert sind. An unserem letzten Abend fand ein Kulturabend statt, bei dem verschiedene AGs wie Tanz, Musik, Theater ihre Arbeit vorführten. Selbst die vor einem Jahr neugegründete Bäckerei backte für 700 Kinder Pizzas und das Verteilen verlief reibungslos.

Ein ganz besonderes Lob möchte ich der Projektleiterin Cleidiane Alves und ihrer Mitarbeiterin, der Leiterin Lia aussprechen. Ihr Einsatz ist sehr beachtlich!

Ursula Hess besuchte vom 2. bis 5. August 2010 ihr Patenkind Andryell Pedro in Itaobim /Minas Gerais im Projekt „Casa de Juventudezoom Erneuter Besuch nicht ausgeschlossen!
Sollte ich noch einmal nach Brasilien reisen, in etwa zwei Jahren, dann nehme ich gerne die lange Busfahrt von 14 Stunden auf mich und besuche das Jugendhaus Itaobim in Minas Gerais. Selten habe ich eine so gute Arbeit der Kindernothilfe angetroffen. Auch meine Mitreisenden waren von diesem Besuch sehr angetan!


 


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