
Das Hostel in Mysore. Foto: privat
Monika und Wolfgang Jeglitza aus Börnsen/Schleswig Holstein besuchten während einer Indien-Rundreise ein Schülerwohnheim in Mysore (Projekt 20054), das auf ihrer Reiseroute lag. Die beiden Paten unterstützen keine Kinder in Indien, interessierten sich aber doch dafür, wie Projekte in diesem Land betrieben werden.
"Im Februar 09 besuchten mein Mann und ich im Rahmen einer Studienrundreise durch Südindien ein Projekt in Mysore, einer Stadt südwestlich von Bangalore. Es handelt sich um ein Boarding Home für zurzeit 59 Jungen im Alter zwischen sechs und 16 Jahren. Sie gehen extern zur Schule, wohnen hier und erhalten Betreuung. Die Jungen kommen aus bedürftigen oder zerrütteten Familien oder sind Waisen.
Finanziert wird die Einrichtung über Spenden, unter anderem von der Kindernothilfe, mit regelmäßigen monatlichen Zahlungen. Alle Extras, wie z.B. ein neuer Brunnen, der gebohrt werden muss, sind Kosten, die nur 'erbettelt' werden können, da vom Staat keinerlei Unterstützung zu erwarten ist.

Die Jungen geben zu Ehren des Besuchs aus Deutschland ein kleines Konzert. Foto: privat
Die Kinder sind für unsere westlichen Vorstellungen spartanisch einfach untergebracht, aber Haus, Hof und Garten sind gepflegt und sehr sauber. Die Betreuung liegt im wesentlichen in der Hand des Leiters, allerdings wird auch sehr viel Wert auf Selbständigkeit gelegt. So helfen die Jungen dem einzigen Koch, bauen ihr Gemüse an und waschen ihre Wäsche selber auf dem Waschplatz im Hof; die älteren Jungen helfen dabei den Kleinen.
Auch eine sehr gelungene musikalische Darbietung wurde von den Jungen völlig in Eigenregie extra für die Gäste aus Europa dargeboten. Der Leiter erzählte uns stolz, dass gerade ein Junge als medizinisch-technischer Assistent eine gute Stellung in einem 5* Hospital erhalten habe.
Mein Mann und ich haben uns gefreut,dass wir Gelegenheit hatten zu erleben, wie diese Kinder eine Chance bekommen, Schulen zu besuchen – was in Indien in vielen Teilen noch lange nicht selbstverständlich ist – und durch mehr Bildung auch Zugang zu einem besseren Leben erhalten.
Vielleicht eignet sich der Artikel für eine Veröffentlichung, damit zukünftige Reisende erfahren, dass es, dank Ihrer guten Vermittlung, nicht viel Mühe macht, eine Einrichtung zu besuchen."