Familie Winzen aus Wallersdorf besuchte 2010 ein Kindernothilfe-Projekt in Malawi. Der Anlass der Reise war ein Besuch ihres Sohnes, der über das weltwärts-Programm seit einem halben Jahr in Malawi lebt. Hier berichten sie über ihre Reise und den Besuch in dem Kindernothilfe-Projekt (Projekt 62260) in Mitundu:

Foto: privat
Das relativ kleine Land kommt Besuchern mit außergewöhnlich freundlichen Menschen entgegen. Wir und auch unsere vier Kinder haben uns zu keiner Zeit bedroht oder auch nur unsicher gefühlt. Das kam sicherlich auch daher, dass unser Sohn Dominik sich bereits gut in Malawi eingelebt hatte und uns ein souveräner Führer war. Um einen möglichst engen Kontakt zur Bevölkerung des Landes zu bekommen, haben wir bewusst auf ein Mietauto verzichtet und sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Die Freundlichkeit der Menschen war bemerkenswert, denn die Armut im Land war offensichtlich. Doch die Menschen kamen uns offen und lächelnd entgegen.
Direkter Kontakt - Besuch in einem Projekt
Noch zuvor in Deutschland setzten wir uns mit der Kindernothilfe in Verbindung mit der Bitte, ein Projekt besuchen zu dürfen. Selbst haben wir kein Patenkind in Malawi, sondern in anderen Ländern, jedoch waren wir sehr interessiert daran, die Arbeit der Kindernothilfe mit eigenen Augen zu sehen. Die Erlaubnis wurde umgehend erteilt und ein Kontakt zu einem Projekt in Mitundu, nahe der Hauptstadt Lilongwe, wurde hergestellt.
Am 24. Februar 2010 holte uns die Projektverantwortliche in Lilongwe ab und brachte uns in das ca. 30 km entfernt gelegene Mitundu. Schon auf der Fahrt erzählte sie uns von der Arbeit vor Ort. Das Projekt betreut 15 Dörfer rund um Mitundu. Dabei werden Freiwillige aus den einzelnen Dörfern im Büro in Mitundu u.a. in häuslicher Pflege und in Fragen der Aids-Prävention geschult und zu Betreuerinnen in Kindergärten oder zu Schulbetreuern ausgebildet, die dann in ihren Dörfern als Multiplikatoren arbeiten. Dabei werden sie von dem Projekt begleitet und unterstützt.
Bereits unsere Ankunft im Büro des Kindernothilfe-Partners in Mitundu setzte uns in Erstaunen. Es befand sich in einem normalen Haus, keine Werbung war zu sehen und die Büroausstattung war einfach und schlicht. Dies war für uns das erste Zeichen dafür, dass hier kein Geld verschwendet wird, sondern wirklich in das Projekt fließt. Auch gibt es nur wenig „Festangestellte" in diesem Projekt, es stützt sich eher durch die Mitarbeit vieler Menschen aus der Bevölkerung.

Foto: privat
Ein tieferer Einblick in die Arbeit
Zur Verdeutlichung der Arbeit vor Ort wurden wir in ein Dorf gefahren, in dem man uns die Pre-School, einen Gemeinwesen-Kindergarten, zeigte. Sie war untergebracht in einem Ziegelbau, der auf der einen Seite mit einem Blechdach, auf der anderen Seite mit Stroh gedeckt war. Früher fand der Unterricht im Freien statt, was im Sommer durch die Sonne und in der Regenzeit durch die Wolkenbrüche oft schwierig war. Die Pre-School ist wichtig, da hier die Kinder auf die Primary-School (Grundschule) vorbereitet werden. Der Besuch der Primary-School ist nicht selbstverständlich. Viele Kinder beginnen den Schulbesuch zu spät und beenden die Schule dann nicht, weil sie in einem bestimmten Alter eine Familien gründen und ernähren wollen. Durch die Pre-School wird somit ein möglichst früher Übergang auf die Primary-School erleichtert. Zudem wird auf den Besuch der Primary-School vorbereitet durch die Förderung von nötigem Vorwissen, z.B. in Form von einer guten Beherrschung der Muttersprache (Chichewa) und den ersten Kenntnissen der englischen Sprache.
Ein weiteres neues Projekt ist ein gemeinsamer Garten, der von den Dorfbewohnern angelegt wurde. Das Saatgut und der Dünger wurden vom Projekt bereitgestellt. Die Bewirtschaftung des Gartens geschieht in Eigenleistung der Bewohner. Der Ertrag wird geteilt: Eine Hälfte wird zur Herstellung der Mahlzeit für die Kindergarten- bzw. Schulkinder verwendet, für die es manchmal die einzige Mahlzeit am Tag ist. Die andere Hälfte wird an bedürftige Familien im Dorf verteilt.
So werden Kinder unterstützt
Weiter wurde uns berichtet, dass manche Kinder den Weg in die Schule scheuen, da sie keine angemessene Kleidung besitzen. In diesen Fällen wird eine Schuluniform vom Projekt zur Verfügung gestellt. Diese hat außerdem noch den Effekt, dass die Kinder durch die Uniform einen besonderen Ansporn haben, die Schule auch zu besuchen.

Foto: privat
Für die Freizeit der Kinder gibt es so genannte „Children's Corner". Dabei handelt es sich um einen Klub für Kinder, in dem ausgebildete BetreuerInnen bzw. Helfer mit den Kindern spielen, wodurch die Kinder sowohl in sprachlicher wie auch körperlicher und motorischer Hinsicht gefördert werden. So errichtete das Projekt eine„Kids-Corner", also eine Spielecke, in der die Kinder miteinander spielen können. Auch dies wurde uns nicht nur gezeigt, sondern auch vorgeführt.
Erkenntnisse der Reise
Wir waren insgesamt sehr beeindruckt von der Projektarbeit vor Ort. Des weiteren hat uns dieser Besuch überzeugt, dass nicht nur die persönlichen Patenschaften wichtig sind, sondern auch solche Projekte sinnvoll und unterstützenswert sind, die eine Dorfgemeinschaft fördern, sich selbst zu helfen. Diese Projekte haben den großen Vorteil, viele Menschen gleichzeitig zu erreichen. Die sehr positiven Eindrücke werden uns hier in Deutschland begleiten und haben uns ermutigt, in der Unterstützung der Arbeit der Kindernothilfe nicht nachzulassen.