Kindernothilfe e. V.

Peru: Ein Projektbesuch in Lima

Peru: Ein Projektbesuch in Lima

Cordelia Rahrbach-Sander und Martin Sander reisten im Oktober 2009 durch Peru. In Lima besuchten sie das Projekt Aynimundo, das u.a. von der Kindernothilfe unterstützt wird. Die Kindernothilfe hatte den Eheleuten auch den Kontakt zur Projektleiterin, Verónica Randon, vermittelt. Hier ihr Bericht:

Pate Martin Sander besuchte Patenkind in LimazoomFoto: privat Einen unvergesslichen Vormittag lang öffnete uns Warmolt Lameris tiefe Einblicke in die Realität unserer Welt, wie sie sich in der Millionenstadt Lima wie in einem Brennglas zeigt: Arm und Reich dicht beieinander, die bedrückenden Verhältnisse in den Slums, aber eben auch das, was durch Initiative, Vision, Tatkraft und finanzielles Engagement möglich ist, um in kleinen Schritten und von mehreren Ansatzpunkten aus Inseln der Hoffnung zu schaffen. In faszinierender Art greifen hier Lebensraum schaffende Architektur und Bildungsarbeit ineinander, denn Veränderungen beginnen zum einen in den Köpfen, hier aber eben auch über den Köpfen der Kinder, Eltern und Erzieher, denen die Gebäude in den Projekten, die wir besichtigen konnten, beim nächsten Erdbeben in dieser gefährdeten Region jederzeit einstürzen können.

Pate Martin Sander besuchte Patenkind in Limazoom Mitarbeit der Familie ist ein wichtiger Schlüssel für den Gesamterfolg
Auf Initiative der Eltern und des Stadtteils wird z.B. in Pamplona Alta ein neues Dach aus Holz gebaut, und an diesem Morgen werden die Farben für den neuen Anstrich von dort arbeitenden Müttern ausgesucht. Dass die Mitarbeit und Eigeninitiative der Familien, für die die Maßnahmen geplant werden, ein wichtiger Schlüssel für den Gesamterfolg darstellen, ist hier seit längerem bekannt und zu einem Grundprinzip geworden. Auch die Vermittlung in qualifizierte Arbeitsplätze gelingt hier mitunter, da es vielfältige Kontakte zu ansässigen Firmen gibt.

Das Projekt - eine Oase mitten im Elend
Unsere anschließende Fahrt führt uns in einen Stadtteil, den es in den Stadtplänen Limas gar nicht gibt. In diesem Slum leben Menschen und Tiere in Hütten ohne Wasser- oder Stromanschluss unter unwürdigen sanitären Bedingungen und stets gefährdet durch Erdrutsche oder Beben, da auf den Sand der Hügel gebaut wurde. Hier besuchen wir ein Projekt, das wie eine Oase in diesem Meer aus Elend wirkt: ein helles Holzhaus, gut gelüftet mit vielen Fenstern, als eines der ganz wenigen Gebäude mit einem tragfähigen Fundament und einer Toilette ausgestattet, entstand es auf Initiative des Gemeinwesens in Zusammenarbeit mit Aynimundo, das Planung und einen Großteil der Finanzierung stemmte.

Pate Martin Sander besuchte Patenkind in Limazoom Ein Zuhause für minderjährige Mütter und ihre Kinder
Dazu kam der Arbeitseinsatz der Menschen vor Ort. So entstand ein Gebäude, in dem das städtische Förderprogramm für minderjährige Mütter und ihre Kinder ein wirklich anregendes Zuhause gefunden hat, in dem die Kinder z.B. mit ausnahmslos aus Recyclingmaterial hergestellten pädagogischem Spielzeug gefördert werden. Und für die jungen Mütter ist die Herstellung von Vorlesebüchern, Musikinstrumenten u.a. Spielgerät sicherlich auch anregend. Zuletzt konnten wir noch einen Blick in eine Grundschule werfen, wo Lehrer in Kooperation mit Aynimundo-Mitarbeitern Grundlagen für eine gewaltfreie und die Kinder aktivierende Erziehung realisiert werden. Beeindruckend war für uns hier vor allem der weite Horizont der Aktivitäten.

Uns wurde auch schnell klar, dass die Aynimundo-Arbeit vor allem durch viele Spender weitergetragen werden kann, die es ermöglichen, unbürokratisch und bedarfsorientiert effizient zu wirken. Wir werden die Arbeit von Aynimundo gespannt weiterverfolgen.


 


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