Kindernothilfe e. V.

Südafrika/ Ladysmith: Wenn ein Traum wahr wird

Wenn ein Traum wahr wird

Ingrid und Christoph Zehendner besucht seine Patentochter Fezeka. Fezeka (4) lebt mit ihrer Mutter in einem Dorf in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. Ihr Vater starb, als Fezeka noch ein Baby war. "Wir bekommen bei diesem Besuch Mut, weiter unseren kleinen Beitrag dazu leisten. Damit der Traum von einem Leben ohne Hunger und Armut für möglichst viele Menschen wahr wird", berichten die Zehendners.

Christoph und Ingrid Zehendner besuchen ihre Patentochter Fezeka zoomIngrid Zehendner mit Fezeka. Foto: privat „Fezeka spielt gerne mit einer Puppe, sie isst gerne und viel." Viel mehr als diese Angaben aus dem Informationsbogen der Kindernothilfe wissen wir nicht über unser Patenkind, als wir uns auf den Weg zu ihrer Kindertagesstätte machen. Keine vier Jahre alt ist Fezeka, sie lebt mit ihrer Mutter in einem Dorf in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. Ihr Vater starb, als Fezeka noch ein Baby war.

Leben von 25 Euro im Monat
Am Ortseingang der Kleinstadt Ladysmith holt Dudu uns ab, um uns zu Fezeka zu begleiten. Dudu ist eine resolute Frau Mitte 30; Managerin, Leiterin, gute Seele von Fezekas Kindertagesstätte. Statt langer Begrüßungsworte nimmt Dudu uns in den Arm, fährt dann mit uns in ein Dorf, in das Touristen sich wohl kaum verirren würden. Unterwegs berichtet sie mit Händen und Füßen von den Fabriken, die in den letzten Jahren geschlossen haben, von der ländlichen Gegend, in der nicht einmal jeder zweite Erwachsene Arbeit hat, von Familien, die nur vom Kindergeld leben müssen (etwa 200 Rand im Monat) umgerechnet nur etwa 25 Euro.

Christoph und Ingrid Zehendner besuchen ihre Patentochter Fezeka zoomVor der Tagesstätte. Foto: privat Enjabulweni Creche: Ein Ort der Freude
Entsprechend einfach und ärmlich wirken die meisten der kleinen Häuser, an denen wir vorbeifahren. Doch dann zeigt Dudu stolz auf ein flaches Gebäude mit kunterbunt fröhlich bemalten Wänden - Enjabulweni Creche, die Kindertagesstätte, die für einige hundert Kinder zu einem Ort der Freude geworden ist!

Die Spannung steigt
Unsere Spannung steigt. Im Gruppenraum der vierjährigen Kinder erwarten uns mehr als 30 Jungen und Mädchen. Ein wenig aufgeregt, neugierig und doch verlegen mustern sie uns. Strahlende Kindergesichter, doch so manches gezeichnet von Armut und Entbehrung. Wir wissen: Praktisch jede Familie in dieser Gegend leidet unter den Folgen von Arbeitslosigkeit, AIDS, Kriminalität und Gewalt.

Christoph und Ingrid Zehendner besuchen ihre Patentochter Fezeka zoomFezeka mit ihren Paten. Foto: privat Erste Begegnung mit Fezeka
„Nun ratet mal - wer von diesen Kindern ist Eure Fezeka?" unterbricht Dudu unsere Gedanken. Schwere Frage, jedes einzelne dieser Kinder hätte Unterstützung durch Paten aus Deutschland verdient. Dudu deutet auf die kleinste im Kreis der Kinder. Wir wollen auf Fezeka zugehen und sie begrüßen. Fezeka aber ist gar nicht glücklich über die Aufmerksamkeit, reagiert ängstlich, Tränen schießen ihr in die Augen. Doch sie taut schnell auf, als die anderen Kinder uns ein paar Lieder vorsingen und dazu klatschen, stampfen und hopsen. „Niemand kann über das Wasser gehen", singen die Kinder für uns. „Niemand - nur Jesus!"

Fezekas Familie
Engagierte Christen sorgen dafür, dass Fezeka und die anderen eine Kindertagesstätte besuchen können, dass sie hier liebevoll gefördert werden, mehrere Mahlzeiten am Tag bekommen und medizinisch betreut werden. All das könnte Fezekas Mutter Nicki ihrer Tochter nicht bieten. Die 25 Jahre junge Frau muss ihre Tochter und ihren älteren behinderten Sohn alleine großziehen, von der Familie kann sie keine Hilfe erwarten. Nicki kann es kaum fassen, dass wir uns interessieren für sie, ihre Tochter, ihr Schicksal. Ein Pulli, ein T-Shirt - kleine Geschenke für uns - für Nicki und Fezeka wertvolle Zeichen von Freundschaft.

Christoph und Ingrid Zehendner besuchen ihre Patentochter Fezeka zoomIn der Tagestätte. Foto: privat „Fezeka heißt: Ein Traum, der wahr wird!"
Unsere süße Patentochter lacht aus vollem Hals: Besuch aus einem fernen Land, der mit dem Flugzeug und mit dem Auto angereist ist, um sie zu sehen - begreifen kann sie das mit ihren vier Jahren nicht. Aber offensichtlich spüren sie und ihre Mutter, dass sie uns wichtig sind und dass wir sie unterstützen wollen.

„Was bedeutet der Name Fezeka eigentlich in der Sprache der Zulu?", fragen wir Dudu. Sie überlegt, dann strahlt sie: „Fezeka heißt: Ein Traum, der wahr wird!"

Ein Beitrag zu einem Leben ohne Hunger und Armut
Was für ein herrlicher Name für ein kleines Mädchen, dass unter so schwierigen Verhältnissen lebt! Wir jedenfalls träumen davon, dass Fezeka und viele ihrer Freunde hier in der Kindertagesstätte ein Stück Zukunft, Hoffnung, Liebe erleben. „Gott hört dein Gebet - Er versteht, was sein Kind bewegt", singen wir deshalb für die Kinder und mit ihnen. Wir sind froh darüber, dass Fezeka und viele andere Kinder durch Dudu und ihre Mitarbeiterinnen von Gottes Liebe hören und sie auch erleben können. Und wir bekommen bei diesem Besuch Mut, weiter unseren kleinen Beitrag dazu leisten. Damit der Traum von einem Leben ohne Hunger und Armut für möglichst viele Menschen wahr wird.


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