Familie Rosué-Beckers aus Nottuln besuchte Ende 2006 ihren ehemaligen Patensohn in Äthiopien. 1978 hatten sie die Patenschaft für ihn übernommen, heute ist der junge Mann 32 Jahre alt, hat seine eigene kleine Wohnung und verdient sein eigenes Geld. Er hatte für seine ehemaligen Paten eine unvergessliche Rundreise durch den Süden des Landes organisiert.
Marion Rosué-Beckers berichtet: Besuch beim ehemaligen Patenkind Shenkute Kebede

Familie Rosué-Beckers mit ihrem ehemaligen Patensohn Shenkute Kebede. Foto: privat
In den Herbstferien besuchten wir mit unseren beiden indischen Adoptivkindern (13 und 10 Jahre) Sheetal und Shalina unseren nun mittlerweile 32-jährigen Patensohn Shenkute Kebede in Äthiopien. Der Kontakt besteht seit 1978. In diesem Jahr wurde mir der vierjährige Shenkute als Patenkind vermittelt. Ärzte im Krankenhaus hatten dem halb verhungerten Jungen das Leben gerettet. Anschließend kam er in das Projekt Hagare Mariam. Da es das erste persönliche Kennenlernen war, waren wir alle entsprechend aufgeregt. Nach unserer Landung in Addis Abeba begrüßte er uns alle jedoch so herzlich, inklusive Blumenstrauß, dass eine spontane Nähe entstand, die auch während der von ihm organisierten Rundreise durch den Süden des Landes bestehen blieb und sich festigte.
Unser Sohn konnte sich nach einigen Anfangsproblemen schon recht gut in englisch mit ihm und unserem Fahrer verständigen, unserer Tochter, die die 4. Klasse besucht, fiel dies etwas schwerer. Sie machte dies jedoch durch ihr Temperament und den Gebrauch ihrer "Hände und Füße" wieder wett.
Abenteuerliche Reise
Unsere Reise führte uns als erstes nach Arba Minch. Dort besuchten wir den Nachisar Nationalpark, blieben im Schlamm stecken, schaufelten uns wieder frei und hatten unvergessliche Eindrücke mit Pavianen, Zebras, Dik Dik`s und Gazellen. Am nächsten Tag folgte eine abenteuerliche Fahrt mit einer "Nussschale" inklusive schwachem Außenbordmotor, aber ohne Paddel, auf dem Lake Chamo, umgeben von gewaltigen, ca. 10 m langen Krokodilen und Flusspferden, um nur einige unserer Abenteuer zu nennen. Weiter ging unsere Fahrt über Konso, Turmi, Mago Nationalpark, Jinka nach Yabello, wo wir vier Nächte zelteten. Nach Yabello wurden die Straßen wieder besser , und Shenkute zeigte uns auf dem Wege nach Awassa das ehemalige Kinderheim Hagare Mariam, in dem er aufwuchs, in Dilla sein bescheidenes möbliertes Zimmer und seine Arbeitsstelle.
"Wir alle wollen keinen Augenblick missen"
Weiter ging unsere Fahrt über Lake Langano, Lake Shala Nationalpark zurück nach Addis.
Fazit nach 16 Tagen in Äthiopien und ca. 2.500 gefahrenen Kilometern: Wir alle wollen keinen Augenblick und keinen gefahrenen Kilometer, wenn auch noch so beschwerlich, missen. Wir möchten all denen Mut machen, die sich auch mit dem Gedanken tragen, ihr Patenkind einmal zu besuchen. Diese Erfahrungen haben uns unendlich beschenkt. Wir können uns vorstellen, wenn unsere Gesundheit und unser Geldbeutel es zulassen, in einigen Jahren wieder zusammen mit unserem großen Sohn, vielleicht dann auch schon mit eigener Familie, den Norden Äthiopiens zu besuchen.
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