
Christiane Andresen mit ihrem Mann bei Cesar und seiner Familie in Chile. Foto: privat
Christiane Andresen ist seit 1979 Patin bei der Kindernothilfe. Sie berichtet über ihre Reise zu Cesar, ihrem ehemaligen Patenkind in Chile.
"Es begann im Jahr 1983. Nachdem ich bereits vier Jahre lang ein Patenkind bei der Kindernothilfe unterstützt hatte, übernahm ich die Patenschat für Cesar. er war damals 8 Jahre alt und besuchte die Tagesstätte San Pablo in Santiago de Chile. Ein reger Briefkontakt entstand. 1991, nach achtjähriger Patenschaft, erhielt ich die Nachricht, dass unser Patenkind Cesar nicht mehr durch das Patenschaftsprogramm gefördert wurde und gleichzeitig bekamen wir den Personalbogen eines neuen Patenkindes, diesmal aus Brasilien, zugesandt.
Natürlich nahmen wir bald brieflichen Kontakt zu ihm auf, wollten jedoch die freundschaftliche Verbindung, die zu Cesar und seiner Familie entstanden war, nicht abbrechen lassen.
Über die chilenische Partnerorganisation bestand noch einige Zeit die Möglichkeit, die Briefe, die ich nun an die Privatadresse schickte, übersetzen zu lassen. Später übernahm dann eine nette Dame aus Nürnberg die Übersetzung.
So begleiteten wir Cesar auf seinem weiteren Lebensweg, lernten durch all die Briefe seine Mutter, die während seines Militärdienstes den Kontakt aufrecht erhielt, und später seine Frau Jeanette und seine beiden Kinder Jonathan ( 10 Jahre) und Amaro ( 1 Jahr ) kennen. Cesar ist gelernter Schuhmacher, hat aber in seinem Beruf nie eine Anstellung gefunden. Er ist zurzeit Fahrer für Lebensmittel. Seine Frau Jeanette näht Kleidung und verkauft sie von Haus zu Haus.
Im Dezember 2007 wurde ich 50 Jahre alt. Zu meinem Geburtstag hatte ich mir als Geschenk eine Geldspende für mein Patenkind gewünscht. Mein Mann überraschte mich zusätzlich mit einer Reise nach Chile.
Es war für mich ein überwältigendes Geschenk, nach 24-jähriger Brieffreundschaft mein ehemaliges Patenkind Cesar und seine Familie persönlich kennenzulernen.
Eine beeindruckende Reise, wir verlebten viele schöne Stunden und Tage mit Cesar und seiner Familie, feierten mit allen gemeinsam den Jahreswechsel auf den Straßen von Santiago, wurden mit großer Gastfreundschaft empfangen.
Durch die Reise in ein Land, in dem die Unterschiede zwischen Arm und Reich sehr deutlich sichtbar sind, fühlten wir uns abermals bestätigt, wie wichtig die Arbeit der Kindernothilfe ist, wie vielen Kindern und deren Familien dadurch geholfen werden kann.
Dann ging unsere Reise zu Ende. Wir verließen ein wunderbares Land, in dem wir viele nette Menschen kennenlernten und wir verabschiedeten uns von unseren Freunden - Cesar und seine Familie - mit der Gewißheit und Dankbarkeit, wie wertvoll so eine Patenschaft sein kann."