Indien/Khandwa

Ein wundervoller Tag mit Patenkind Amisha

Daniel und Sushila Klose, München, besuchen Patenkind Amisha Singh in IndienzoomFoto: privat Sushiila und Daniel Klose aus München besuchten Ende Juni 2007 nach einer dreimonatigen Indienreise ihr indisches Patenkind Amisha Singh, 6 Jahre jung, im Mädchenheim in Khandwa in der Nähe von Bhopal. Sie unterstützen Amisha Singh seit Dezember 2006 und wollten nun die Gelegenheit nutzen, sie persönlich kennen zu lernen. Ehepaar Klose  erlebte einen wunderbaren Tag mit Amisha, überzeugte sich von der Qualität des Mädchenwohnheims und versprach wiederzukommen.

"Vorab müssen wir sagen, dass wir zuvor noch nie in Indien waren und somit nicht wussten, was auf uns zukommen könnte. Unsere Erwartungen bzgl. unseres Besuches waren sehr gering: Ankunft - ein paar Stunden mit Amisha spielen - Abreise. Doch unsere Erwartungen wurden übertroffen! Der Empfang war überwältigend! Zuerst wurden wir von der Heimleitung mit Getränken und kleinen Naschereien empfangen, und zeitgleich wurde uns Amisha vorgestellt. Sie war zum Verlieben! Sie trug ein wunderschönes festliches Kleid. Am Anfang war sie sehr schüchtern, sprach noch kein Wort mit uns (unsere Hindi-Kenntnisse sind sehr gering, und Amisha konnte noch kaum Englisch). Aber mit der Zeit fasste sie Vertrauen zu uns und sprach zwar sehr leise und schüchtern - aber sie sprach! Das hat unser Herz sehr berührt! Nach kurzem Smalltalk nahm uns Amisha an die Hand und zeigte uns das ganze Areal. An der linken Hand war Daniel, an der rechten Hand ich. Amisha ging immer in der Mitte von uns.

Empfang nach indischer Tradition
Als erste Station erreichten wir das Tor zum Innenhof des gesamten Mädchenheim-Komplexes. An diesem Tor passierte für uns Westliche etwas Faszinierendes und Überwältigendes: wir wurden nach indischer Tradition von den 100 Mädchen diese Heimes empfangen: Fußwaschung, Füße küssen, Füße abtrocknen, einpudern und bestreuen mit indischen Blumen....wir waren absolut sprachlos! Daraufhin bildete sich vom Hoftor bis zum Schulgebäude eine Schülerinnen-Allee mit all den 100 Mädchen. Durch diese Allee durften Daniel, Amisha und ich gehen und wurden von jedem einzelnen Mädchen mit Wangenküssen links und rechts, Blumengirlanden und kleinen Blumensträußchen empfangen. Wir kamen uns vor wie Könige!

Daniel und Sushila Klose, München, besuchen Patenkind Amisha Singh in IndienzoomFoto: privat Dieser Weg führte uns (voll behangen mit Blumenkränzen!) in eines ihrer Klassenzimmer. Dort wurde uns zuerst das ganze Lehrerkollegium, Personal und auch der Priester vorgestellt. Wir nahmen zu zweit an einem Tisch Platz, gegenüber versammelten sich alle 100 Mädchen. Nun folgte ein extra für uns einstudiertes Programm mit Gesang und Tanz! Wir waren emotional so gerührt, dass uns die Tränen in die Augen stiegen. Wir bedankten uns mehrmals, da wir diese Ehrung nicht fassen konnten! Nach diesem Programm wurden uns die restlichen Räumlichkeiten des Heimes gezeigt (Speisesaal, Klassenzimmer, Schlafräume). Sogar das Bett, in dem Amisha selbst schläft, hat sie uns gezeigt! Wir waren sehr glücklich, zu sehen, dass das gesamte Heim sehr sauber und gepflegt war. Das Heimpersonal kümmerte sich sehr gut um die Mädchen, so dass wir das gute Gefühl bekamen, dass es den Mädchen an nichts mangelt!

Nach einer ausführlichen Führung und Beantwortung vieler Fragen wurden wir zu einem königlichen Mittags-Festmahl geladen! So viele unterschiedliche Gerichte habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht auf einem Tisch stehen sehen! Und wir mussten essen, bis wir wirklich satt waren! Neben uns saß Amisha und hatte Freude an diesem Essen, und vor allem, uns manchmal damit zu füttern!

Die Patin bittet zum Tanz!
Nach dem Essen wurde ich gebeten zu tanzen, da ich preisgab, Schauspielerin zu sein. Und in Indien sind Schauspieler auch gleichzeitig Tänzer! Da nahm ich Amisha und noch ein paar andere Mädchen dazu und wir tanzten zu indischer und westlicher Musik! Wir hatten alle sehr viel Spaß dabei! Spätestens jetzt war Amisha aufgetaut und lachte sehr viel. Sie hat uns sehr oft gefragt, ob wir nicht bei ihr bleiben und übernachten wollen. Doch leider mussten wir sie enttäuschen, da bzgl. Übernachtung nichts mit uns abgesprochen war und wir am selben Tag noch unsere Rückreise nach Indore geplant hatten. Aber wir versprachen ihr, zu schreiben und sie bald wieder zu besuchen.

Daniel und Sushila Klose, München, besuchen Patenkind Amisha Singh in IndienzoomFoto: privat Nach dem Tanzen wurden wir dann von allen großartig, aber doch schweren Herzens, verabschiedet, und Amisha und die Heimleiterinnen begleiteten uns zum Busbahnhof. Der Abschied fiel uns allen sehr schwer. Die Blumen, die wir bei unserer Ankunft erhielten, nahmen wir als Dankeschön mit. Auf dem Heimweg nach Indore (dort war wir unser Hotel), mussten Daniel und ich alles erstmal noch mal Revue passieren lassen, um zu erkennen, dass dieser wundervolle Tag Realität und kein Traum war! Wow! Wir waren absolut überwältigt von dieser wahren Gastfreundschaft und diesem Dank, der uns entgegengebracht wurde, weil wir eine Patenschaft übernommen haben! Und weil wir die Reise nach Indien, nach Khandwa zu unserem Patenkind, auf uns genommen haben, um es persönlich kennen zu lernen und in unsere Arme zu schließen. Für uns ist Amisha nun aber nicht mehr nur unser Patenkind, jetzt ist sie unsere Tochter geworden, die wir mit Liebe unterstützen wollen!"


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