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Richard Prumbs

Sensibel für die Not anderer

Richard PrumbsPortrait Richard Prumbs. Foto: Privat Benachteiligten Kindern eine Chance geben - das möchte Richard Prumbs. Der Rosenheimer hat vor einem halben Jahr den „Internationalen Straßenkinder-Stiftungsfonds" unter dem Dach der Kindernothilfe-Stiftung errichtet.

Für einen guten Zweck selbst aktiv zu werden, das Wissen, gebraucht zu werden, etwas bewegen zu können - das ist Richard Prumbs wichtig. Doch über sein Engagement spricht der Rosenheimer nicht gern. Als Christ, erzählt er, sei die Hilfe für andere für ihn selbstverständlich. Richard Prumbs hat sich sein Leben lang engagiert - in Parteien, lokalen Initiativen und Vereinen. Neben seiner Arbeit als Hauptschullehrer betreut er das Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes. Auch im Fußballverein ist er aktiv und trainiert dort die Gruppe der Fünf- bis Sechsjährigen.

Auf seinen Reisen nach Mexiko, Guatemala, Belize, Argentinien, Chile, Bolivien, Peru und in den Mittleren Osten hat er viel Not und Elend kennen gelernt, großen Eindruck hinterließ auch sein Aufenthalt bei den Comboni-Missionaren in Mexiko-Stadt, wo er nach seinem Studium vier Monate als Freiwilliger arbeitete. Zurück in Deutschland beschloss er, sich für benachteiligte Kinder zu engagieren.

Internationaler Straßenkinder-Stiftungsfonds
Vor einem halben Jahr errichtete er unter dem Dach der Kindernothilfe-Stiftung den „Internationalen Straßenkinder-Stiftungsfonds". „Die Kindernothilfe hat die Erfahrung und Kompetenz, um gute und sinnvolle Hilfe zu leisten", betont er. Vor allem ist ihm wichtig, dass diese Hilfe auch langfristig angelegt ist: „Ich will keine Almosen verteilen, sondern dazu beitragen, dass Straßenkinder eine Perspektive bekommen." Der Rosenheimer, seit sieben Jahren mit einer Mexikanerin verheiratet und Vater von drei Kindern, möchte mit seinem Fonds eine Welle der Hilfsbereitschaft auslösen. „Der Straßenkinder-Stiftungsfonds soll ein Gemeinschaftswerk für all jene sein, die sich für Straßenkinder einsetzen möchten", sagt er. Sein größter Wunsch ist, viele Mitstreiter zu finden. In der Schule, im Fußballverein, bei seinen Freunden und Bekannten wirbt er um Zustiftungen.

Schutzlos auf der Straße - Straßenkinder in Honduras
Die Erträge des Fonds - so sein Wunsch - kommen einem Straßenkinderprojekt der Kindernothilfe in Tegucigalpa in Honduras zugute (Kindernothilfe-Projekt 82015). Über 1.400 Straßenkinder finden im Shelter, im Schutz- und Wohnheim des Kindernothilfe-Partners „Casa Alianza", Zuflucht.

Familie MatuteCasa Alianza. Foto: Jürgen Schübelin Shelter für Straßenkinder
Über Anlaufstellen auf den Straßen bauen Sozialarbeiter Kontakt zu den Kindern auf. Das Misstrauen gegenüber Erwachsenen ist groß, viele wachsen mit Prügel und Misshandlungen auf. Das Schutzhaus von „Casa Alianza" steht den Mädchen und Jungen jederzeit offen - wenn sie Hilfe brauchen, andere Kinder treffen oder sich einfach nur waschen wollen. Hier bekommen sie Essen, Kleidung, ein sauberes Bett, werden medizinisch versorgt und erhalten Förderunterricht.

Rechtliche Beratung
Auch eine Drogenberatung und Entzug werden angeboten, da viele Straßenkinder Klebstoff schnüffeln. Neben der psychologischen und sozialen Betreuung erhalten die Mädchen und Jungen auch rechtliche Beratung. Sozialarbeiter helfen ihnen, eine Geburtsurkunde oder einen Personalausweis ausgestellt zu bekommen, und sie erhalten juristischen Beistand. Sobald die Kinder Vertrauen gefasst haben, ziehen sie in Wohnheime um. Von hier gehen sie in öffentliche Schulen oder machen eine Berufsausbildung, um später selbst für sich sorgen zu können.


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