25.000 Euro spendete das Wall Street Institute Ende Januar an die Kindernothilfe. Damit wurde das Ergebnis der Spendenaktion von 2006 noch übertroffen. Das WSI, einer der weltweit führenden Anbieter von englischem Sprachunterricht, hatte sechs Wochen lang fünf Prozent der Kursgebühren aller Studenten in Deutschland , die in dem Zeitraum ihren Vertrag verlängert hatten, für den guten Zweck zur Seite gelegt. Mit dem Geld wird die Kindernothilfe in Honduras fünf Schul- und Vorschulprojekte für Kinder mitfinanzieren, die bisher tagtäglich auf den Großmüllhalden von Tegucigalpa und San Pedro Sula gearbeitet haben.

Auch dieser kleine Junge schuftet jeden Tag auf der Müllkippe. Foto: Jürgen Schübelin
Unzählige Mädchen und Jungen in Honduras gehen nur noch unregelmäßig oder gar nicht mehr zu Schule. Viele Familien sind darauf angewiesen, dass ihre Kinder mithelfen, Geld zu verdienen. Und so sammeln sie auf den Müllhalden der beiden größten Städte des Landes, Tegucigalpa und San Pedro Sula Papier, Pappe, Plastik, Glas und Metall-Abfälle, die sie dann weiterverkaufen. Aber ohne Schule und ohne Berufsausbildung werden die Kinder als Erwachsene in ebenso großer Armut leben wie ihre Eltern heute. In den Schulen, die die Müllsammlerkinder in der Hauptstadt Tegucigalpa bisher sporadisch besuchen, können sie dem Unterricht meist nicht richtig folgen. Von ihrer Arbeit sind sie müde und ausgelaugt, es gelingt ihnen nicht, sich zu konzentrieren, viele leiden an einer Lernschwäche. In den von Kindernothilfe in Zusammenarbeit mit dem Partner „movimondo" unterstützten alternativen Schulen treffen die Mädchen und Jungen auf Lernbedingungen und Lehrer, die ihrer besonderen Situation als arbeitende Kinder Rechnung tragen und eine zusätzliche, gezielte Förderung ermöglichen. Ziel ist es, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken, sie von dem Stigma zu befreien, als Müllsammler ausgegrenzt zu werden - und ihnen Freude und Spaß am Lernen zu vermitteln.

Kindernothilfe-Botschafterin Christina Rau besuchte Kinder auf einer Müllkippe. Foto: Jürgen Schübelin
"Das Projekt hat uns von Anfang an überzeugt - gerade, weil uns der Bildungsaspekt sehr am Herzen liegt", so Dr. James McGowan, Vicepresident European Operations Wall Street Institute. "Wir freuen uns riesig über das Resultat der Spendenaktion und dass wir es geschafft haben, das Ergebnis aus dem letzten Jahr noch zu übertreffen. Ein herzliches Dankeschön gilt natürlich unseren Studenten, die hierbei mitgeholfen haben."
Von der Notwendigkeit dieser Arbeit mit den Kindern auf den Großmüllhalden in Honduras überzeugt ist auch Kindernothilfe-Botschafterin Christina Rau, die am 15. Oktober 2007 in San Pedro Sula die Mädchen und Jungen auf der Müllkippe von „El Ocotillo" sowie ihre Familien besuchte und das dortige Vorschulprojekt mit den Allerjüngsten kennenlernte.

Dr. James McGowan überreicht Uschi Pilipp vom AK München den Scheck. Foto: WSI
Das WSI plant auch im nächsten Jahr wieder eine Spendenaktion. "Wir sind begeistert über das Engagement seitens Wall Street Institute und würden uns über eine weitere Zusammenarbeit freuen, um benachteiligten Kindern eine bessere Perspektive zu bieten", betonte Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe.
Für die Kindernothilfe nahm am 23. Januar Ursula Pilipp, Vorsitzende des Kindernothilfe-Arbeitskreises München und Mitglied im Verwaltungsrat, den großen Scheck aus der Hand von James McGowan und seines Münchner Teams entgegen.
Susanne Kehr