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Ruanda

Seit dem Völkermord 1994 sind wir in dem ostafrikanischen Land aktiv. Zurzeit unterstützen wir dort rund 153.040 Kinder und Jugendliche in 13 Projekten. Die Projekte liegen hauptsächlich in (17 von 30 Distrikten) WO und werden von 3 einheimischen Partnerorganisationen umgesetzt.

Ruanda

Armut trotz Wirtschaftswachstum

Bei dem Völkermord 1994 wurde fast eine Million Menschen ermordet. Unter diesem Trauma leiden auch heute noch viele Ruander. Besonders Witwen und Waisen leben oft in großer Armut. Die HIV-Rate sinkt, liegt aber immer noch bei fast drei Prozent.

In unseren Projektgebieten motivieren wir die ärmsten Frauen einer Region, sich zu Selbsthilfegruppen zusammenzuschließen. Diese Gruppen sind sehr erfolgreich darin, Familien aus der Armut herauszuholen und ehemalige Feinde zu versöhnen. Opfer wie Angehörige der Täter des Völkermordes lösen gemeinsam ihre Probleme, sparen zusammen Geld und vergeben reihum Kredite. Sie verbessern die wirtschaftliche Situation ihrer Familien, was besonders den Kindern zugutekommt, und überwinden langsam das Trauma.

Die Herausforderungen

Ein Junge und ein Mädchen sitzen mit traurigem Blick vor einem Hauseingang. (Quelle: Karl Pfahler)
Tausende Kinder leben ohne Eltern in "Kinderhaushalten".

Fast 20 Jahre nach dem Völkermord leiden viele Überlebende immer noch unter den traumatischen Ereignissen, die strafrechtliche Aufarbeitung des Genozids zieht sich in die Länge.

Die Wirtschaft ist 2014 um sieben Prozent gewachsen. Die jährlichen Zuwachsraten stützen sich hauptsächlich auf die Sektoren Land- und Bauwirtschaft sowie Dienstleistungen. Ruanda möchte ein 'Middle Income Country' – ein Land mit mittlerem Einkommen – werden. Die Regierung unternimmt deshalb zahlreiche Anstrengungen, um besonders ausländische Investoren ins Land zu holen. Die Ärmsten der Armen profitieren nicht von den Fortschritten: 63 Prozent aller Ruander gelten als arm. Die Bevölkerung wächst jährlich um fast drei Prozent. Es gibt zu wenig Land, um alle zu ernähren. Durch ständige Dürren bzw. Starkregen und zu kleine Felder fallen die Ernten ohnehin gering aus.

1,5 Million Kinder sind Waisen, zigtausende leben in den rund 42.000 „Kinderhaushalten“, in denen die älteren sich um die jüngeren Geschwister kümmern.  29 Prozent der Kinder, vor allem Waisen, müssen arbeiten, um zu überleben; sie erhalten nur niedrige  Löhne und werden häufig Opfer von Missbrauch und sexueller Ausbeutung.

Die Qualität des Grundschulunterrichts ist oft mangelhaft, Vorschul- oder weiterführende Bildung sowie berufliche Ausbildungen werden viel zu selten angeboten.

Ein großes Problem ist die sexuelle Gewalt gegen Mädchen: Die Gesellschaft schweigt dazu, statt die Täter zur Rechenschaft zu ziehen oder die Opfer zu unterstützen.

  • Unser Einsatz im Land

    Unsere Projekte zielen darauf ab, dass Kinder und Jugendliche in menschenwürdigen Verhältnissen und einem friedlichen Miteinander aufwachsen. Sie befähigen Familien, sich selbst aus der Armut zu befreien und die tiefen Gräben, die der Völkermord zwischen Hutus und Tutsis aufgerissen hat, zu überwinden.

    Die in unseren Projektgebieten gegründeten Selbsthilfegruppen sind ein erfolgreiches und nachhaltiges Instrument der Armutsbekämpfung: Durch gemeinsames Sparen und gegenseitige Kreditvergabe verbessern die Frauen die wirtschaftliche Situation ihrer Familien, was besonders den Kindern zugute kommt. In Schulungen lernen sie neue Methoden des ökologischen Landbaus und erzielen dadurch bessere Ernten. Ihre Kinder bekommen regelmäßig gesundes Essen und entwickeln sich gut. In der Gemeinschaft mit den anderen Frauen erfahren die Gruppenmitglieder Solidarität und Stärkung und entwickeln ein nie gekanntes Selbstvertrauen. Außerdem tragen die Gruppen intensiv zur Traumabewältigung und Versöhnungsarbeit nach dem Völkermord bei. Den Frauen gelingt es in der Gruppe oft zum ersten Mal, über die Vergangenheit zu sprechen.

    Zahlen zu Ruanda

    • 12,3 Mio. Menschen leben in Ruanda
    • 42 % sind jünger als 15 Jahre
    • 59 Jahre werden Ruander im Durchschnitt alt
    • 63 % gelten als arm*
    • 29 % aller Ruander ab 15 können nicht lesen und schreiben
    • 29 % der Kinder müssen arbeiten*

    Quellen: World Factbook, *Vereinte Nationen

  • Unsere Partner in Ruanda

    Wir arbeiten auch in Ruanda mit lokalen Partnern zusammen, die sich mit der Lage im Land besonders gut auskennen:

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