Referat Bildung und Öffentlichkeitsarbeit

Red Hand Day 2010zoomFoto: M. Popow

  

  

  

  

  



Barbara Dünnweller,
Kinderrechtsexpertin



Wann und wie sind Sie zur Kindernothilfe gekommen?
Da ich zuvor in einem Verein tätig war, der die Menschenrechtsarbeit in Mittelamerika unterstützte, habe ich mich gefreut, 1991 bei der Kindernothilfe die Sachbearbeitung für die Länder Guatemala und Honduras übernehmen zu können. 1994 bin ich dann in den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit gewechselt und habe mich zunächst um die entwicklungspolitische Bildungsarbeit gekümmert.

Seit 1997 sind Sie für Advocacy zuständig. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff?
Leider gibt es keine griffige deutsche Bezeichnung für Advocacy. Gemeint ist eine Anwalt-Funktion für und im Namen von Kindern und Jugendlichen. Meine Aufgabe besteht darin, mich auf nationaler und internationaler Ebene für die Durchsetzung ihrer Rechte einzusetzen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, aber auch mit Kolleginnen und Kollegen im Haus sowie mit unseren Partnern im Ausland. Die Arbeit beinhaltet im Wesentlichen, Forderungen an die Politik zu formulieren und darauf zu drängen, dass Versprechen und eingegangene Verpflichtungen eingehalten bzw. umgesetzt werden. Gespräche mit Politikern, Vorträge in Gremien sowie die Teilnahme an Konferenzen, wie dem Weltkindergipfel der Vereinten Nationen 2002, sind Bestandteile meiner Arbeit.

Welche Erfolge konnten Sie bereits erzielen?
Ein Erfolg dieser Arbeit ist es, Kinderrechte auf die nationale und internationale Tagesordnung zu setzen. Das ist zum Beispiel im Fall des Beschwerderechts für Kinder gelungen. Die Bundesregierung prüft gegenwärtig, ob und wie sie die Forderung der Kindernothilfe unterstützen kann, wonach Kinder vor einem UN-Gremium gehört werden müssen, wenn ihre Rechte verletzt werden. Seit letztem Jahr hat die Kindernothilfe den Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und kann somit Einfluss auf deren Entscheidungen nehmen. Beim weltweiten Marsch gegen Kinderarbeit und für die Kinderrechte 1998 wurde nicht nur die breite Öffentlichkeit erreicht, sondern auch ein Bundestagsbeschluss erwirkt. Als die Landminenkampagne im Oktober 1997 den Friedensnobelpreis erhielt, war dies ein großer Erfolg für das Bündnis, dem wir seit zehn Jahren angehören. Ich freue mich auch, dass unsere Fachkompetenz in Kinderrechtsfragen zunehmend gefragt ist.

Was ist Ihr größter Wunsch?
Dass es gelingt, Kinderrechte einklagbar zu machen - und das nicht erst in 20 Jahren.


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