
Foto: privat
Helmut Schindler aus Waidhofen/Österreich besuchte während einer Äthiopienreise auch seine 14-jährige Patentochter Hanna Mohammed Twefa in Addis Abeba. Hier ist sein Bericht:
Am 2. November war es soweit: Wir, Renate (eine gute Bekannte) und ich, flogen mit der Ethiopian Airline von Frankfurt nach Addis Abeba, um das Land und vor allem meine 14-jährige Patentochter Hanna kennenzulernen.
In den ersten zwei Wochen machten wir eine organisierte Reise in den Norden Äthiopiens und erlebten viele kulturelle (Lalibela, Aksum, Gondar) und landschaftliche (Semyengebirge, Tanasee) Höhepunkte. Auch mit der meist armen, aber immer freundlichen Bevölkerung hatten wir immer wieder Kontakt.
Die letzte Woche unseres Äthiopien-Aufenthaltes verbrachten wir in der Hauptstadt, um meine Patentochter zu besuchen. Da unser Besuch beim Genete Yesus Child Care Center in Addis Abeba angekündigt war, konnten wir bald mit dem Sozialarbeiter Robel Dagne, der meine Patentochter betreut, Kontakt aufnehmen und einen Besuchstermin vereinbaren.
Herr Robel führte uns zuerst in das Büro der Projektleitung. Dann ging's zu Hannas Wohnung, einem kleinen Raum in einer Wellblechhütte, den sie zusammen mit ihrer jüngeren Schwester bewohnt. Die herzliche Art, mit der uns Hanna empfing, war berührend. Ich glaube, wir alle spürten die Besonderheit dieser ersten Begegnung. Auf einem offenen Feuer wurde bereits von der Nachbarin Kaffee für die beginnende Kaffeezeremonie geröstet. Man fühlte sich gleich wohl in diesem einfachen Raum, und es roch verführerisch gut nach Kaffee.
Nachdem wir viel miteinander geredet und Hanna und ihrer kleinen Schwester die mitgebrachten Geschenke überreicht hatten, gingen wir mit Herrn Robel in ein typisch äthiopisches Restaurant zum Abendessen. Bei fein gewürzten Gerichten mit Injera und Honigwein klang dieser besondere Tag aus. Zwei Tage später machten wir dann einen Ausflug zu den Kraterseen von Debre Zeyt, 50 Kilometer südlich von Addis. Wir hatten zum Glück kurz vorher Melkamu Mamo kennengelernt, einen ehemaligen Kindernothilfe-Jungen, der jetzt als Reiseleiter in der Tourismusbranche tätig ist und uns beim Organisieren des Ausflugs half.
Auch dieser schöne Tag wird allen in bleibender Erinnerung sein. Leider waren die letzten Tage in Addis Abeba schnell vorbei, und so mussten wir Abschied nehmen von Hanna, ihrer kleinen Schwester und von allen, die uns beim Gelingen dieses Treffens so geholfen hatten, vor allem Herrn Robel Dagne.