
Fotos: privat
Im Sommer 2011 flogen Sina Marie Paschen (18) und ihre Freundin Regina Hähnel (17) nach Indien, um vier Wochen durch das Land zu reisen, Reginas Familien und drei Projekte zu besuchen. Frau Paschen schrieb über ihre Erlebnisse folgenden Bericht:
Meine Großeltern und unsere Familie haben seid 33 Jahren Patenkinder der Kindernothilfe in Indien. Meine Mutter unterstützte uns dabei, Projektbesuche der Kindernothilfe zu organisieren. Durch die Kindernothilfe wurden uns einige Besichtigungen ihrer Projekte ermöglicht. So kam es letzendlich zu drei Kindernothilfe- Projekten in Bangalore und einem Projekt in Mysore.
Nach langer Vorfreude und Städtebesichtigungen wie Delhi, Gangtok, Darjeeling, Cooch Behar, Mushirdabad und Calcutta kamen wir in die drittgrößte Stadt; Bangalore. Dort haben wir zunächst den Kontakt zu Mr. Arun Bunyan aufgenommen, der uns einen aufgeschlossenen Mitarbeiter organisierte, um uns bequem von Projekt zu Projekt zu bringen.

Ich möchte an dieser Stelle von unserem ersten Projekt in Bangalore berichten, die „Arpana School for Mentally Challenged". Eine nette Miss nahm uns freundlich in Empfang und stellte uns einige Kollegen dieser Schule vor. Nach all den wichtigsten Informationen über die Schule, führte sie uns von Klassenraum zu Klassenraum und erzählte über die unterschiedlichen Lernsysteme der einzelnen Gruppen sowie die Probleme mancher Schüler.
Erwähnenswert war die Freude und Dankbarkeit der Schüler und Lehrer, die ich angenehm zu spüren bekam. Ich hatte ebenso das Gefühl, dass es den Schülern dort sehr gut geht und den Lehrern sehr viel an ihnen liegt. Ein Special an diesem Tag war die Feier des „Independence Day's". Mit Tanz und Gesang, führten die von ca 6-16 jährigen Mädchen und Jungen erarbeitete Stücke vor, mit Stolz und Spaß. Nachdem Fest bekamen wir ein leckeres Reisgericht und aßen zusammen mit den Lehrern und Gästen. Zum Schluss wurden wir herzlich verabschiedet und eine kleine Erinnerung mit lauter Werkstücken der Schüler wurde uns überreicht.

Zu Besuch bei Jagruthi
Im Gesamten ein sehr erfolgreicher und spannender Tag! Das nächste Projekt „Jagruthi", welches ich einen Tag später und leider allein besuchte, da Regina krank war, beinhaltete zwei Einrichtungen für Kinder, deren Eltern als Prostituierte arbeiten müssen, um Geld für die Versorgung der Familie zu bekommen. Außerdem gab es einen Arzt, der für die Aufklärung und Behandlung der Eltern zuständig war. Die etwas älteren Kinder (drei bis sieben Jahre) führten mir ebenfalls ihr Gelerntes auf. Auch sie waren aufgeregt und verwundert über meine Hautfarbe. Ich habe sie als sehr erzogen, scheu und freundlich in Erinnerung.
Nach dieser interessanten Einrichtung fuhr ich mit zwei sehr bemühten Mitarbeitern der Kindernothilfe zum dritten und letzten Projekt in Banglore. Dazwischen machten wir einen kurzen Abstecher in einen Slum, da ich auch diese Erfahrung gerne gemacht haben wollte. Ich war sehr beeindruckt von der Lebenseinstellung dieser Bewohner. Sie wirkten so zufrieden und dankbar für ein bisschen Dach über dem Kopf und die Aussicht auf Hilfe. Alle haben mir gewunken und baten mich in ihr „Haus".

Bei Agni Raksha, einem Projekt für Verbrennungsopfer
In dem Projekt in Bangalore wurden Verbrennungsopfer versorgt, sowohl körperlich als auch psychisch. Manche bekamen eine Arbeit vermittelt. Sie hatten verschiedene Hintergründe für ihre schlimmen Wunden und Narben. Zum Teil stammten sie von Selbstmordversuchen oder Misshandlung ihrer Männer oder aber von Unfällen im Haushalt beziehungsweise Alltag. Am Anfang wurde mir erzählt, wie es zu diesem Projekt kam, wer es gegründet hatte und wie es weitergeführt wurde. Die Gründerin war selbst Opfer eines Brandunfalls. Nach der Rehabilitation, trat sie vor die Kamera und berichtete von ihrer schweren Zeit und eröffnete eine Station für Opfer ihresgleichen. Mit Hilfe ihrer Familie und vorallem Schwester, entstand die Organisation in Bangalore „for burned victims". Die meisten Patienten sind Frauen, ihnen wird beigebracht mit den Verletzungen umzugehen und sich nicht zu verstecken.

Im CSI Girls' Boarding Home
Das letzte Projekt, welches ich besuchte, war das „CSI Girls' Boarding Home" in Mysore. In dem Projekt wohnen Mädchen aus wirtschaftlich schwachen Familien. Die Eltern müssen hart und viel arbeiten, so dass sie meist gesundheitlich und zeitlich nicht in der Lage sind, sich um ihre Kinder zu kümmern. Die Mädchen waren sehr gut erzogen und hatten großen Respekt vor uns und ihren Betreuern. Sie haben eigene Aufgaben im Haushalt und jedes Mädchen hat seine eigene Pflanze, um die es sich kümmert. Der Ehrgeiz der Schülerinnen war sehr zu spüren. Ihnen war es wichtig, gute Voraussetzungen für den späteren Beruf zu haben, die ihnen die Kindernothilfe vor allem ermöglichte.
Schön ist es jetzt, wo ich wieder in Deutschland bin, zu wissen, wo unser Patenkind in Mysore lebt. Ich erzähle gerne von meinen Erlebnissen in Indien sowie von den Projekten der Kindernothilfe, die so viel Gutes in Bewegung bringen.
An dieser Stelle möchte ich mich vor allem bei den Mitarbeiterinnen der Kindernothilfe in Duisburg und Mr Arun Bunyan in Bangalore sowie seinen Mitarbeitern herzlichst für die Unterstützung und das Organisieren der Projektbesuche bedanken!
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