Sabine Karl aus Bayreuth hat ihr Patenkind Bhavani Nakka in Hyderabad (Indien) besucht.
Sabine Karl ist zurzeit in Indien und wird dort fünf Monate lang bleiben. Eigentlich wollte sie nur für ein paar Tage ins Projekt ihres Patenkindes kommen, um Bhavani Nakka persönlich kennen zu lernen. Am Ende blieb sie fast drei Wochen dort, spielte mit den Kindern „Twister", zeigte ihnen, wie man Freundschaftsbänder knüpft, und brachte ihnen das Fahrradfahren bei.

Sabine Karl mit Projektleiterin Ratna Kumari. Foto: privat
Am 12. April bin ich in Hyderabad gelandet, wo mein Patenkind Bhavani Nakka lebt. Ich möchte gern von meinem Besuch im Bishop Priestley Memorial Hostel for Girls erzählen. Eigentlich sollte es nur ein Besuch von ein paar Tagen werden. Aber oft kommt alles anders, als man es plant. So bin ich bis zum 31. April im Girls Hostel geblieben und habe die Zeit dort sehr genossen, auch wenn viele der Kinder schon einige Tage nach meiner Ankunft von ihren Eltern abgeholt wurden.

Patenkind Bhavani. Foto: privat
Spiel und Spaß nach den Klausuren
Als ich ankam, waren gerade Jahresabschluss-Klausuren, und die Kinder haben fleißig gelernt. Mitte April beginnen in Indien dann die Sommerferien. In den Lernpausen und speziell in den Tagen nach Klausur-Ende (nicht alle Kinder wurden sofort abgeholt) hatten wir alle sehr viel Spaß. Die Kinder sind ausgesprochen fröhlich und munter, wenn nötig aber auch sehr diszipliniert. Das ist auch gut so, da Frau Ratna Kumari und eine Köchin die einzigen Erwachsenen sind, die auf 57 Kinder aufpassen.

Foto: Sabine Karl
Wir haben viele Spiele gespielt, wobei sie besonderst begeistert waren von „Twister" und „Set", die ich aus Deutschland mitgebracht hatte. Außerdem habe ich Wolle gekauft und ihnen erklärt, wie man Freundschaftsbänder knüpft. Sie konnten gar nicht genug davon bekommen und fragten ständig nach neuer Wolle. Erst als diese aufgebraucht war, hatten sie den Kopf wieder frei für etwas anderes.

Foto: Sabine Karl
Radfahren ohne Stützräder
Also holten sie die beiden Fahrräder des Heims heraus. Wie sich herausstellte, hatte das größere einen Platten und musste erst repariert werden. Aber das Kinderfahrrad mit den Plastikreifen und Stützrädern war in Ordnung. Nachdem die Kinder eine halbe Stunde damit hin und her gestrampelt sind, habe ich kurzerhand die Stützräder abgeschraubt und bin trotz der Hitze (35 bis 40°C) fleißig hinter ihnen hergerannt, um sie festzuhalten. Natürlich wollten alle üben, und so musste Frau Ratna Kumari die Fahrstunden auf die unteren Klassen beschränken. Mein Patenkind Bhavani war leider schon von seiner Familie abgeholt worden, aber Jenniffer (3.Klasse) schaffte es schon nach einem halben Tag, allein herumzufahren. Ein paar Tage später gelang dies auch Vijaya (2.Klasse), und beide sind überglücklich. Ein paar andere Kinder wurden abgeholt, bevor sie es endgültig schafften, allein zu fahren.

Foto: Sabine Karl
Das Geld wird sinnvoll eingesetzt
Zum Schluss möchte ich noch einmal betonen, dass die indische Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft einfach umwerfend ist. Außerdem kann ich versichern, dass das Geld hier im Heim sinnvoll eingesetzt wird. Da gerade während meines Aufenthalts die Finanz- und Buchprüfung für den letzten Monat war, konnte ich erleben, wie gewissenhaft alles notiert und verwaltet wird. Die Kontrolle, die hier durch den Bishop von Hyderabad erfolgt, hatte nichts zu beanstanden, und so wurden die Finanzen für dieses Schuljahr geschlossen.
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