Die deutsch-persische Fotografin Patricia Parinejad besuchte ihr Patenkind in Indien. Ihr Fazit: "Es war eine der schönsten Reisen meines Lebens, und ich bin so froh, dass Sie es möglich gemacht haben, dass ich kurzfristig mein Patenmädchen Preddhy besuchen konnte."
Ich wurde in Indore abgeholt und zum leckeren indischen Frühstück eingeladen. Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir in einem Dorf an, in dem die indische Patnerorganisation sitzt. Dort wurde ich von der gesamten Crew herzlich begrüßt mit Tee und Äpfeln. Wir stiegen in einen Jeep und fuhren querfeldein, vorbei an den Lehmhütten bis in das kleine Dorf, in mein Patenmädchen lebt.

Fotos: privat
Noch nie in meinem Leben habe ich einen so herzlchen Empfang erhalten: Das gesamte Dorf stand bereit bei der Anfahrt des Wagens, traumschöne Kinder, die Mädchen in ihren schönsten Saris, sicherlich besitzen sie nur einen einzigen für die besondere Gelegenheit, und es wurde geklatscht, als ich aus dem Auto stieg. Ich wurde sofort umringt und mit unzähligen Blumengirlanden behängt. Es war unglaublich rührend.

Anschließend wurde mir ein "tikkha bindi" - ich glaube, man nennt es so - ein roter Punkt auf die Stirn gerieben. Dann wurde ich in Begleitung des ganzen Dorfes in den kleinen Gemeinschaftsraum aus Lehm geführt, in dem mir die Kinder des Dorfes eine sagenhafte Aufführung bereiteten: Tanz und Theater, Gesang und Gedichte. Ich war gerührt über die Vielfalt und vor allem über das Thema der Aufführungen - Erhalt unseres Planeten, Waldsterben, Nachhaltigkeit.
Wie konnte es sein, dass bitterarme Menschen, Kinder in so einem bitterarmen abgelegenen Dorf sich so intensiv und bewusst mit diesem für uns alle wichtigen Thema auseinandersetzen? Ich habe gemerkt, wie sehr die Arbeit der Kindernothilfe Früchte trägt. Man erklärte mir exakt, wie dem Dorf geholfen wird, ich wurde zum Brunnen geführt und in verschiedene Häuser eingeladen, um diese zu besichtigen. Die Menschen schlafen dort gedrängt auf dem Boden, neben Schafen und Ziegen, aber alle scheinen es so zu nehmen, wie es ist, alle haben ein zauberhaftes Lächeln auf den Lippen - bewundernswert.
Dann wurde ich eingeladen, zwei Bäume zu pflanzen, die ich nach meiner Hündin Emma und nach mir benannte. Wir haben viel gelacht, und alle fanden es toll.
Es wurde gefilmt und fotografiert, und nach knapp 3 Stunden fuhr ich wieder ab unter tosendem Applaus.
Ich hatte aus Deutschland eine große Tasche mit ca 100 Buntstiften, Kreide, Wachsmalstiften und Malbüchern mitgebracht, die an die Kinder verteilt wurden, sie haben sich alle sehr gefreut, und die Mitbringsel wurden gerecht geteilt.

Insgesamt war es ein traumschönes Erlebnis und hat mich vollends erfüllt. Ich kann nur jedem Menschen raten, eine Patenschaft zu übernehmen, die Freude und das Lächeln in den Gesichtern dieser unglaublich süßen Geschöpfe kann man mit nichts auf der Welt aufwiegen.
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