Indien/Ranchi

Indien/Ranchi: Jede Patenschaft bereichert auch das Leben der Paten

Susanne und Stefan Goerlich besuchten mit ihren Töchtern Anna-Sophie und Tabea ihr ehemaliges Patenkind.

Indien: Susanne und Stefan Goerlich besuchten mit ihren Töchtern Anna-Sophie und Tabea ihr ehemaliges Patenkind Mukti TutizoomFamilie Goerlich mit Mukti Tuti und ihren beiden Kindern. Foto: privat Von 1993 bis 2002 unterstützten wir über die Kindernothilfe unser Patenkind Mukti Tuti in Indien. Während der gesamten Patenschaft verband uns ein enger Briefkontakt mit Mukti. Ein Besuch zur Zeit der Patenschaft war nicht möglich, da wir selbst drei kleine Kinder hatten. Nach dem Ende der Patenschaft brach der Kontakt zu Mukti ab, mit ihrem Foto und einem von ihr gemalten Bild an der Bildergalerie unseres Esstisches ist sie unserer Familie aber täglich gegenwärtig.

Für diesen Sommer planten wir mit unseren Töchtern eine Reise nach Ladakh/Nordindien und hatten auch den Wunsch, Mukti zu besuchen. Wir nahmen Kontakt mit Frau Bugelli in Duisburg auf und es gelang den Mitarbeitern der Partnerorganisation in Indien tatsächlich, Mukti zu finden, die vor acht Jahren nach ihrem 18. Geburtstag das Projekt verlassen hatte und inzwischen verheiratet ist und zwei Söhne hat.

Am 29. Juli 2010 kamen wir nach 20-stündiger Zugfahrt von Delhi in Ranchi im Bundesstaat Bihar an und wurden auf dem Bahnhof von Rev. Surin (Manager des Gossner Boys Hostel), Mukti und ihrem viereinhalbjährigen Sohn empfangen. Wir waren einfach überwältigt und gleichzeitig beschämt.

Indien: Susanne und Stefan Goerlich besuchten mit ihren Töchtern Anna-Sophie und Tabea ihr ehemaliges Patenkind Mukti TutizoomDer Trinkwasserbrunnen von Muktis Familie. Foto: privat Ein herrlicher Nachmittag zu Hause bei Mukti
Mr. Surin hatte die beiden Tage unseres Besuches schon perfekt geplant und für die Ausflüge einen Geländewagen mit Fahrer gemietet. Zuerst wurde unser größter Wunsch erfüllt und wir fuhren zu Muktis Haus. 40 km südlich von Ranchi befindet sich Khunti, an dessen Stadtrand Mukti mit ihrem Mann, den beiden Söhnen und dem Schwiegervater eine einfache Lehmhütte bewohnt. Zur Begrüßungszeremonie wurden uns von Mukti die Füße gewaschen und gesalbt. Danach sahen wir uns gemeinsam Fotos von Dresden und unserer Familie in einem Album an, das wir für Mukti mitgebracht hatten. Mr. Surin übersetzte vom Englischen in Hindhi. Wir besichtigten alle Räume des Hauses, den Trinkwasserbrunnen im Hof und den kleinen Garten. Mukti bewirtete uns mit Tee und Keksen. Es war ein herrlicher Nachmittag und wir waren beeindruckt von unserem Patenkind, von ihrem sympathischen Ehemann und von den fröhlichen Kindern. Mukti ist inzwischen eine erwachsene, selbständige Frau geworden. In ihrem Haus war es so sauber, wie wir es bis dahin von Indien nicht kannten.

Indien: Susanne und Stefan Goerlich besuchten mit ihren Töchtern Anna-Sophie und Tabea ihr ehemaliges Patenkind Mukti TutizoomFoto: privat Besuch in weiteren Kindernothilfe-Projekten
Am Abend und am kommenden Tag besuchten wir gemeinsam mit Mukti, ihrem Sohn Anurag und Mr. Surin zwei Schülerwohnheime in Khunti und Ranchi und das Lutheran Girls Hostel Govindpur, in dem Mukti einige Zeit gewohnt hat. Überall empfingen uns fröhliche, aufgeweckte Kinder. Sie sangen uns zur Begrüßung Lieder und schenkten uns Blütengirlanden. Nachdem wir uns vorgestellt hatten, stellten die Kinder viele Fragen zu unserem Land und unseren Gewohnheiten. Gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen besichtigten wir die Schlaf- und Schulräume, Küchen und Waschräume und wurden in allen Projekten köstlich bewirtetet.

Nach einem tränenreichen Abschied von Mukti fuhren wir mit der Gewissheit ab, dass jede Patenschaft mit einem Kind in Indien oder auch in anderen Ländern eine gute und sinnvolle Unterstützung ist, die auch unser Leben als Paten bereichert. Die glücklichen Kinder, die liebvollen Mitarbeiter/innen, die freundliche Atmosphäre, die Sauberkeit und die guten Gespräche in den Hostels haben uns und unsere Töchter tief beeindruckt.

 




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