Indien: Unvergessliche Stunden beim Patenkind in Sihora

Indien: Unvergessliche Stunden beim Patenkind in Sihora

Brigitte Getrost/Harald Rösch, Mannheim: Besuch bei Patentkind RadhikazoomFoto: privat Brigitte Getrost und Harald Rösch nutzten eine Indienreise, um ihr Patenkind Radhika zu besuchen. Die Begegnung wurde für sie zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Brigitte Getrost und Harald Rösch

Nach einer 18 stündigen Zugfahrt war unsere Überraschung groß, als wir - trotz dreistündiger Verspätung des Zuges - am Bahnhof in Sihora von Mitarbeitern des Gram Jyoti Holistic Development Project herzlich im Empfang genommen wurden. Wir erfuhren, dass die Kinder schon mit Ungeduld in der Schule auf uns warteten, trotz schulfreiem Tag und „Divali", dem Fest des Lichts. Es war für uns ein bewegender Moment, als wir beim Betreten des Schulgeländes von wunderschön anzusehenden, erwartungsvollen Kindern mit Blumenkränzen und Gesang begrüßt wurden.

Brigitte Getrost und Harald Rösch besuchen ihr PatenkindzoomFoto: privat Nach einem kurzen Imbiss im Projektbüro gingen wir in das Klassenzimmer, wo uns die Kinder Lieder und Tänze vorführten und wir uns mit ihnen unterhalten konnten. Endlich machte man uns mit unserem achtjährigen Patenkind Radhika bekannt, einem zierlichen, scheuen Mädchen. Natürlich hatten wir Süßigkeiten für die Kinder aus Deutschland mitgebracht und eine kleine Puppe für Radhika. Unbeschreiblich strahlende Augen und ein glückliches Lächeln von ihr waren das schönste Dankeschön. Beim Verlassen der Klasse wurden uns Hände zum Abschied entgegengestreckt, die Kinder hatten sich richtig über unseren Besuch gefreut, wir hätten gerne mehr Zeit füreinander gehabt.

Brigitte Getrost und Harald Rösch besuchen ihr PatenkindzoomFoto: privat Nun besuchten wir Radhikas Familie in ihrer bescheidenen Unterkunft. Radhika lebt mit ihren Eltern und vier Geschwistern in einer kleinen, aus Lehm gebauten Hütte, bestehend aus einem Raum, ohne Strom, ohne fließendes Wasser, ohne sanitäre Anlagen. Auch hier wurden wir herzlich empfangen. Man hatte extra Plastikstühle und Trinkgläser für unseren Besuch ausgeliehen und reichte uns was zum Knabbern.

Inzwischen hatte man in der Schule ein leckeres Essen zubereitet, das wir zusammen mit dem Direktor, Mr. Mathew, und den Projektmitarbeitern genossen. Mr. Phillips und Schwester Saramma erläuterten uns die Arbeitweise des Projektes, gaben uns einen Überblick über die kleinen Kommunen, die von Sihora aus unterstützt werden und zeigten uns anhand von Radhikas Akte, wie für jedes Kind eine Art Werdegang angelegt ist. Hier werden familiärer Hintergrund, Zeugnisse, Krankheitsberichte, Briefe der Paten usw. gesammelt.

Brigitte Getrost und Harald Rösch besuchen ihr PatenkindzoomFoto: privat Nach einem Besuch im Christa Panthi Ashram, in dem Mr. Mathew und Schwester Saramma leben, mussten wir schon Good-bye sagen. Schließlich hatten wir noch eine mehr als einstündige Jeepfahrt nach Jabalpur, der nächsten Hotel-Möglichkeit, vor uns. Mit Blumen, tiefen Eindrücken, glücklich und dankbar für die schönen Stunden, die man uns bereitet hatten, kamen wir in Jabalpur an.

Wir möchten allen Paten und Unterstützern der Kindernothilfe sagen, dass die Kinder sehr genau wissen, dass es da irgendwo weit weg jemanden gibt, der ihnen dies ermöglicht. Diese Kinder gehen mit Freude in die Schule und haben ein Ziel vor Augen. Sie freuen sich riesig über Post, um etwas von ihren Paten und deren Welt zu erfahren.

Wir möchten uns noch mal ganz herzlich für die Betreuung vor Ort, ganz besonders bei Mr. Phillips vom Projekt-Büro in Pune bedanken, bei Schwester Saramma und allen Mitarbeitern des Gram Jyoti Holistic Development Project sowie bei Frau Bugelli von der Kindernothilfe.

 


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