Südafrika/ KwaZulu-Natal

Stolz auf Entwicklung des Patenkindes

Michael Lechner aus Weidenbach hat sein Patenkind Nhlanzekon in Südafrika besucht.  Der Junge lebt in einer Kindertagesstätte in KwaZulu-Natal bei Mtunzini im Projekt 72093 „Ekucathuleni Day Care Centre“. Es liegt etwa drei Stunden Autofahrt von Durban entfernt an der Ostküste.

Von Michael Lechner

Schon vor 10 Jahren hat mir eine Freundin immer wieder von Südafrika vorgeschwärmt und mich schließlich 2001 zu meinem ersten Südafrikaurlaub animiert. Gemeinsam mit zwei Freunden habe ich damals drei Wochen im Februar genutzt, um das Land - so gut es eben in einer so kurzen Zeit ging – kennen zu lernen und den dortigen Sommer zu genießen. Unzweifelhaft ein tolles Erlebnis!

Foto: privat 2003 habe ich eine kleine Gehaltserhöhung genutzt, um eine Patenschaft für ein südafrikanisches Kind zu übernehmen. Das Arm-Reich-Gefälle ist, davon konnte ich mich ja selbst überzeugen, in Südafrika enorm. Ich übernahm die Patenschaft für Nhlanzekon, ein damals fast zweijähriger Junge zugeschickt. Ich nahm die Patenschaft an und unterstütze seitdem eine Kindertagesstätte in KwaZulu-Natal bei Mtunzini im Projekt 72093 „Ekucathuleni Day Care Centre“. Es liegt etwa drei Stunden Autofahrt von Durban entfernt an der Ostküste

Wieder einmal zog es mich dieses Jahr nach Südafrika. Schon einige Monate vorher habe ich per E-Mail über die Kindernothilfe Kontakt mit der Kindertagesstätte aufgenommen und nach meiner Ankunft mit der Leiterin, Busisiwe Kapueja und ihrem Mann Simeon Termin und Treffpunkt vereinbart.

Am Montag, 27. Februar, war es dann so weit. Auf dem Weg in den Hluhluwe-Umfolozi-Nationalparkt wollten wir einen Zwischenstopp machen. Herr Kapueja hat uns mit seinem weißen Golf I (wird dort immer noch gebaut und viel gefahren) an einer Tankstelle empfangen und uns zum Day Care Center geleitet. Einige Minuten später erreichten wir gegen Mittag die Einrichtung. Frau Kapueja erwartete uns bereits ebenso wie der Vorsitzende der Einrichtung und die Sekretärin Conny. Leicht einsetzender Regen war die positive Bestätigung unseres Besuches, ließ uns Busisiwe wissen. Im schlichten „Empfangsraum“ wartete bereits ein leckerer Schokokuchen und Gebäck auf uns. Sie hatten sich wahrlich viel Mühe gegeben und keine Aufwand gescheut. Viel Herzlichkeit sprang während der Gespräche in den nächsten drei Stunden über und wir erfuhren wirklich viel von der Geschichte des Day Care Centers und das private Leben von Simeon und Busisiwe, die die Kindertagesstätte vor über 30 Jahren gründeten. Aktuell bekommen täglich 120 Kinder drei volle Mahlzeiten und gute Erziehung und Bildung im Rahmen einer Vorschule. Tagsüber haben so die Eltern Zeit, eine Arbeitsstelle aufzusuchen oder eine Schule zu besuchen. Mit Eintritt in die regulärer Schule scheiden die Kinder aus dem Day Care Center aus.

Bevor wir uns in der Einrichtung umgesehen haben, wurde mir mein Patenkind Nhlanzeko vorgestellt. Ich hätte nicht gedacht, dass die Begegnung mich doch etwas stolz gemacht hat. Jedes Jahr bekomme ich ein Bild von der Kindernothilfe mit einem Kurzbericht über Nhlanzekos Entwicklung. Nun wusste ich endlich, wer hinter dem Bild steckt und auch, wer die Berichte verfasst – nämlich Busisiwe Kapueja!

Beim Rundgang berichtete Busisiwe berichtet jedoch über Kriminalität. Auch wir können zwei eingeschlagene Scheiben registrieren. Vor einiger Zeit wurde der gesamte Lebensmittelvorrat (hauptsächlich Mais und Reis) für eine komplette Woche gestohlen. Die Diebe hatten nichts hier gelassen. Die Sorge war groß, berichten uns die Kapuejas. Wie sollten die Kinder versorgt werden?

Die Erleichterung war groß, als sich schließlich die Kindernothilfe bereit erklärte, die Lebensmittel zu ersetzen. Und schließlich wurden 120 Kinder wieder eine Woche satt.

Fazit: Das Geld ist auf alle Fälle gut angelegt! Ein erfahrungsreicher Tag, der lange in Erinnerung bleibt und die Hoffnung, das Schulteam und Nhlanzeko mindestens einmal wieder zu sehen. Schön, dass es solche Menschen gibt!


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