(Port-au-Prince/Duisburg, 08.02.10) Vier Wochen nach dem schweren Erdbeben in Haiti steht für die Kindernothilfe immer noch der Kinderschutz im Mittelpunkt. Mit zwei Kinderzentren am College Verena und in Wharf Jérémie, beide im Zentrum von Port-au-Prince, erreicht die Kindernothilfe etwa 800 Kinder. Ein drittes Zentrum bei den Kleinen Schwestern in Carrefour sowie ein viertes an der Grenze sind geplant.

Mädchen im Kinderzentrum. Foto: Jürgen Schübelin
Zum Teil sind die Kinder ohne Begleitung und stark traumatisiert. Einige flüchten aus Haiti und stranden in Jimaní, gleich hinter der Grenze in der Dominikanischen Republik. Dort nimmt die Kindernothilfe die Arbeit in den kommenden Tagen auf. „Die Kinder sind sehr aufgewühlt. Wir müssen ihnen Schutz und Sicherheit bieten und mit ihnen gemeinsam das Erlebte überwinden", so Vladimir Constantin, Psychologe der Kindernothilfe in Haiti.
In den ersten Tagen hatte sich die medizinische Nothilfe sowie die Verteilung von Lebensmitteln für Tausende Menschen auf die Slums von Port-au-Prince konzentriert. Jetzt erreichen Reis, Öl, Mehl, Zucker, Wasser, Hygieneartikel und Planen auch Betroffene in den schwerer zugänglichen Bergdörfern, unter anderem in Carrefour und Coupeau.
Fast alle Projektgebäude der Kindernothilfe in Haiti sind beschädigt. Zwei chilenische Architekten für erdbebensicheres Bauen überprüfen in den nächsten Tagen die Sicherheit und Statik der Häuser, um den Wiederaufbau vorzubereiten.
Kindernothilfe-Mitarbeiter Jürgen Schübelin steht in Port-au-Prince für Interviews zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der Kindernothilfe.
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Angelika Böhling