(Duisburg, 14.3.2006) Die Kindernothilfe stellt 300 000 Euro für die Opfer der Dürre in Kenia bereit. Mit neuen Brunnen und Bewässerungssystemen wird die Versorgung einer Dorfgemeinschaft ebenso sichergestellt wie die von zehn Einrichtungen für behinderte Kinder und ihre Familien. Die Katastrophe bedroht den Osten Afrikas und betrifft allein in Kenia fast 4,5 Millionen Menschen.
Ausgetrockneter Teich in Kenia. Foto: Ralf Krämer
Die Kindernothilfe-Partner vor Ort konzentrieren sich auf die Unterstützung zweier besonders betroffener Gemeinschaften: auf das Dorf Ethi nahe des Mount Kenia, in dem viele Aids-Waisen leben, und auf mehrere Einrichtungen für behinderte Kinder und Jugendliche in der Region Machakos südlich von Nairobi. Neue Brunnen, Dämme und Anlagen zum Sammeln von Regenwasser und zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen sollen helfen, trotz Wassermangels die Existenz der Menschen zu sichern. Die Bewohner des Dorfes helfen beim Bau der Anlagen.
Sorgsamer Umgang mit Wasser
Sie legen außerdem mit Unterstützung der Partner vor Ort Gemüsegärten an. Die schonende, an die Gegebenheiten angepasste Bewirtschaftung soll ihre Versorgung mit Nahrungsmitteln auf Dauer gewährleisten. Darüber hinaus werden vor Ort Schulungen durchgeführt und Wasserkomitees gebildet, damit die Menschen lernen, mit den knappen Wasserressourcen zu wirtschaften und Brunnen und Dämme instand zu halten
Dürre bedroht Lebensgrundlagen
Die Dürre gefährdet die Lebensgrundlagen der Menschen: 75 Prozent der Bevölkerung Kenias leben vom Ackerbau, die vorwiegend nomadisch lebenden Hirten von der Rinderzucht. Das Überleben der Menschen hängt in besonderem Maße von ausreichenden Niederschlägen ab. Um ihnen langfristig eine Perspektive zu bieten, müssen alternative Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden. Die Kindernothilfe fördert darum Projekte, in denen sich die Menschen durch Kleinkredite und schonende Anbaumethode neue Lebensgrundlagen aufbauen.
Viele Kinder können nicht mehr regelmäßig die Schule besuchen: die Einkommen aus Landwirtschaft und Viehhaltung sinken, Familien können sich so die Schulgebühren nicht mehr leisten. Viele Kinder sind unterernährt und zu schwach, dem Unterricht zu folgen.
Die Wirtschaft Kenias baut auf den wichtigsten Exportgütern Kaffee und Tee auf, deren Preise auf dem Weltmarkt am Boden liegen. Die Kleinbauern versorgen sich selbst mit dem Anbau von Mais, Hafer, Bohnen und Süßkartoffeln. Da der geringste Teil Kenias landwirtschaftlich gut nutzbar und dieser Raum zunehmend überbevölkert ist, wandern immer mehr Bauern in die trockeneren Gebiete ab. Es gibt dort immer weniger Platz und Wasser für eine rasch wachsende Bevölkerung.
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