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Mitarbeiter eines Kindernothilfe-Projektes wird Energieminister in Ecuador

(Quito, 4. Dezember) Der neue Präsident Ecuadors, Rafeal Correa, hat angekündigt, Alberto Acosta vom Netzwerk "Jubileo 2000 - Red Guayaquil" als Energieminister zu berufen. Die Initiative "Jubileo 2000 - Red Guayaquil" wird seit 2001 auch von der Kindernothilfe beim Kampf um ein gerechte Lösung im Zusammenhang mit der gigantischen Auslandsschuldenbelastung Ecuadors unterstützt.

San Bernardo / Titelbild PJB 2004zoomDie Kindernothilfe fördert in Ecuador über 1700 Kinder. Foto: Jürgen Schübelin Ecuadors zukünftiger Energieminister Alberto Acosta (58) gehört seit vielen Jahren zu den renommiertesten und scharfzüngigsten Kritikern des neoliberalen Entwicklungsmodells in Lateinamerika. Er engagiert sich als Hochschullehrer, wissenschaftlicher Berater des Lateinamerikanischen Sozialforschungsinstitutes der Friedrich-Ebert-Stiftung ILDIS, Koordinator des lateinamerikanischen Entschuldungsnetzwerkes FONDAD, Unterstützer, Mitarbeiter und Mitstreiter im "Red Guayaquil". Der Wirtschaftswissenschaftler kämpft vor allem darum, auf die verheerenden sozialen Folgen der unter den Militärregimes angehäuften Auslandsschulden der lateinamerikanischen Staaten aufmerksam zu machen.

Hohe Schulden drücken Andenstaat
Allein zwischen 2000 und 2006 ist die Auslandsverschuldung des kleinen Andenlandes Ecuador von 13,2 Milliarden US-Dollar auf über 18 Milliarden angestiegen. Alberto Acosta sowie der designierte Präsident Ecuadors, Rafael Correa, geißeln immer wieder, dass unter dem Druck der Schulden die Sozialausgaben Ecuadors seit Jahren drastisch gesunken sind. Darunter leiden vor allem die Menschen in den armen Hochanden-Regionen. Die finanziellen Mittel, die der Staat für schulische Grundbildung und Basisgesundheitsversorgung in den mehrheitlich von indigener Bevölkerung bewohnten Gebieten aufbringt, sind absolut unzureichend. Mit einem Bruttoinlandsproduktanteil (BIP) von lediglich 2,5 bis 3,0 Prozent für Sozialdienstleistungen wie Grundschulbildung und Gesundheitsversorgung liegt Ecuador auch innerhalb Lateinamerikas ganz weit hinten.

Kinderntohilfe kämpft für gerechte Entschuldung
Zusammen mit anderen christlichen Entwicklungswerken engagiert sich die Kindernothilfe seit 2001 im "Ecuador-Netzwerk", das vom Institut Südwind in Siegen koordiniert wird. Ergebnis dieser Zusammenarbeit war unter anderem im August 2001 eine mit christlichen Organisationen in Ecuador konzertierte Aktion der sechs Direktoren dieser Werke, die die damalige Bundesregierung unter Gerhard Schröder aufforderten, aktiv an einer gerechten Lösung für das Schuldenproblem Ecuadors mitzuwirken. In all dieser Zeit entwickelte sich ein enger und fruchtbarer Kontakt mit der Partnerorganisation "Jubileo 2000 - Red Guayaquil" und mit Alberto Acosta.

Prekäre Lage an Grundschulen
Das Thema Auslandsschulden spielt eine wichtige Rolle in den Advocacy- und Lobbyanstrengungen der Kindernothilfe in Deutschland. Und auch das Team des Kindernothilfe-Koordinationsbüros für Ecuador beschäftigt sich angesichts der immer prekäreren Situation der öffentlichen Grundschulen in den Andenprovinzen Tuguragua und Chimborazo intensiv mit den Folgen dieser extremen Belastung. Die Kindernothilfe Ecuador ist eine der Trägerorganisationen des Bündnisses "Contrato Social por la Educación en el Ecuador" (Sozialpakt für die Grundbildung in Ecuador).

Kindernothilfe fördert mehr als 1700 Kinder in Ecuador
Insgesamt fördert die Kindernothilfe in dem Andenland derzeit 1724 Kinder und Jugendliche in elf Projekten und Einrichtungen. Geographischer Schwerpunkt ist dabei die Andenregion mit dem höchsten Anteil an Menschen in Armut und extremer Armut. Das derzeitige jährliche Fördervolumen für Ecuador erreicht rund eine Million Euro.

Kontakt:
Jürgen Schübelin, Leiter des Referats Lateinamerika und Karibik
Tel.: 0203-7789.138
E-Mail: juergen.schueblin@knh.de

 


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