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Tag der Menschenrechte: Gewalt an Kindern muss bekämpft werden

(Duisburg, 07.12.2006) Die Kindernothilfe hat anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember auf die steigende Gewalt an Kindern und Jugendlichen hingewiesen. „Insbesondere Mädchen sind sexuellen Übergriffen schutzlos ausgeliefert", betont Barbara Dünnweller, Kindernothilfe-Expertin für Kinderrechte.

ChildhopezoomStraßenmädchen in den Philippinen sind besonders gefährdet. Foto: Martina Kiese „Laut einer UN-Studie werden rund 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen unter 18 Jahren zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Politiker aller Staaten müssen die Rechte zum Schutz von Kindern noch viel stärker berücksichtigen und öffentlich thematisieren. Besonders die Gewaltprävention muss gezielt gefördert werden. Dabei sollten vor allem die Kinder mit einbezogen werden. Nur so kann Gewalt an Kindern langfristig verhindert werden", so Barbara Dünnweller.

Pakistan: Neugeborene werden ausgesetzt, Jungen als Jockeys missbraucht
Der Kindernothilfe-Partner SPARC aus Pakistan macht zum Tag der Menschenrechte auf das Schicksal Neugeborener aufmerksam, die von ihren Eltern verstoßen werden. "Im Jahr werden 1500 Kinder in Kinderkrippen ausgesetzt, weil sie ungewollt zur Welt kommen. Viele Säuglinge landen auch einfach im Müll", sagte Qindeel Shujaat, Geschäftsführer von SPARC in Islamabad. Regierung und Gesellschaft müssten Gewalt gegen Kinder dringend bekämpfen. Vor allem Mädchen würden von nach der Geburt ausgesetzt. Wieviele Kinder dieses Schicksal erleiden, weiß niemand. SPARC schätzt, dass es jährlich weit mehr als 5000 sind.

SPARC kritisierte auch, dass noch immer Jungen aus Pakistan in verschleppt würden, um als Kameljockeys in arabischen Ländern zu schuften. 550 Fälle seien allein 2005 offiziell bekannt geworden. Die Dunkelziffer liege wohl noch höher.

Kindernothilfe-Projekte schützen Kinder vor Gewalt
Die Kindernothilfe fördert zahlreiche Projekte, in denen Kinder und Jugendliche vor Gewalt geschützt werden sollen. Dabei geht es vor allem darum, den Kindern ein Gefühl dafür zu geben, dass ihnen Unrecht angetan wird. „Vielen Kindern ist nicht bewusst, dass an ihnen ein Verbrechen ausgeübt wird. Sie wachsen in dem Glauben auf, Gewalt an Kindern sei normal und legitim. Sie müssen sensibilisiert werden, über ihre Situation zu sprechen. Meistens haben die Eltern und Erwachsenen selber Gewalt erlebt. So entsteht ein gefährlicher Kreislauf, der nur schwer durchbrochen werden kann", so Barbara Dünnweller.

Beispiel Guatemala

Unter anderem unterstützt die Kindernothilfe ein Projekt in Guatemala, dass Frauen und Mädchen psychologischen und juristischen Beistand gibt. In dem Land wird fast täglich ein Mädchen ermordet. Ein Großteil von ihnen war Opfer von sexueller Gewalt. Auch in Manila setzt sich die Kindernothilfe verstärkt gegen Kindergewalt ein. Ein großes Problem hier: die Ausbeutung von Straßenkindern. Besonders Mädchen werden hier zur leichten Beute sexueller und gewalttätiger Übergriffe.

Beispiel Philippinen
Die Kindernothilfe und ihr Partner Childhope Asia Philippines setzt sich dafür ein, die Mädchen von der Straße zu holen. Durch Schulunterricht, gezielte Betreuung und andere Lebenshilfe schaffen es im Jahr mindestens 20-30 Mädchen, ihr Straßenleben komplett aufzugeben und den Start in ein neues Leben zu wagen.

Weitere Informationen:

Barbara Dünnweller steht Ihnen gerne für telefonische Interviews zur Verfügung.

Kontakt:
Tanja Wiese, stellv. Pressesprecherin,
Telefon: 0203.7789 150
Mobil: 0178.880 8013


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