(Duisburg, 29.11.2006) Die Kindernothilfe hat anlässlich des Weltaidstages am 1. Dezember die Notwendigkeit der psychologischen Unterstützung von AIDS-Waisen betont. 15 Mio Kinder weltweit haben durch AIDS ihre Eltern verloren. „Sie brauchen unsere Hilfe", erklärt Frank Mischo, Kindernothilfe Experte für HIV/AIDS. „Der Verlust beider Elternteile hinterlässt große seelische Wunden. Plötzlich stehen die Kinder völlig alleine da, ihnen fehlt jeglicher Schutz. Sie müssen für sich selber sorgen. Eine psychologische Betreuung zur Aufarbeitung dieses Schocks oder sogar Traumas ist für die Kinder lebenswichtig."

Foto: Kindernothilfe
Die Kindernothilfe fördert zahlreiche Projekte, in denen AIDS-Waisen in ihrem unmittelbaren Umfeld psychologisch betreut werden und so ihre Traumas aufarbeiten und ihren Alltag meistern können. Neben der Betreuung sind für die Aidswaisen vor allem die Gemeinschaft und der Austausch mit Gleichaltrigen wichtig. So können die Kinder ein Gefühl von Familie und Geborgenheit entwickeln.
„Die steigende Anzahl der AIDS-Waisen ist alarmierend", warnt Frank Mischo. „Vor allem weil bei der Verteilung von staatlichen finanziellen Mitteln die Kinder nicht ausreichend berücksichtigt werden." Durch das Jahresthema will die Kindernothilfe auf solche Missstände aufmerksam machen.
Bereits 2006 hat die Kindernothilfe mit Unterstützung der Schauspielerin und Kindernothilfe-Botschafterin Natalia Wörner HIV/AIDS mit dem Schwerpunkt Medikamente für infizierte Kinder zum Thema gemacht. Unter anderem beteiligte das Hilfswerk sich an einer Unterschriftenaktion, bei der insgesamt 280.000 Menschen mit Erfolg Druck auf die Pharmaindustrie ausübten: Erstmals entwickelten die Forscher Medikamente für Kinder mit dem HI-Virus, die jetzt in Indien eingesetzt werden.
Jetzt wird es wieder eine gemeinsame Unterschriftenaktion des „Aktionsbündnis gegen AIDS" und Kindernothilfe geben. Die Aktion soll diesmal vor allem die Prävention von HIV/AIDS vorantreiben.
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