Kindernothilfe e. V.

Pressearchiv

Kindernothilfe in Honduras: Projektsituation normalisiert sich
Kontakt zu den Kindern seit Beginn der Krise nie abgebrochen


Hondurasreise mit Christina RauChristina Rau auf einer Müllhalde in San Pedro Sula. Foto: Schübelin (Tegucigulpa/ Duisburg, 15. Juli 2009) Trotz der extrem angespannten Situation nach dem Staatsstreich in Honduras normalisiert sich die Lage in den Projekten der Kindernothilfe vor Ort. Nach Informationen von Dr. Elmer Villeda, Koordinator der Kindernothilfe Honduras in Tegucigulpa, haben alle Mitarbeiter zu keinem Zeitpunkt den Kontakt zu den Kindern in den Projekten verloren. Auch die Projektarbeit bei den arbeitenden Kindern in San Pedro Sula, Duisburgs Partnerstadt, kann ihren gewohnten Gang nehmen.

„Wir müssen nicht mehr von zu Hause aus operieren, sondern können inzwischen wieder ganz normal vom Kindernothilfe-Büro in Tegucigalpa aus arbeiten," berichtet Villeda. „Allerdings herrscht auf den Straßen nach Aufhebung der Ausgangssperre eine Art brüchiger Burgfrieden. Wir glauben, dass es jederzeit zu neuen, gewalttätigen Ausbrüchen kommen kann. Die Menschen warten noch ab, wie die Vermittlungsverhandlungen in Costa Rica unter der Führung von Präsident Arias ausgehen." Große Sorge bereitet den Mitarbeitern von Kindernothilfe weiterhin, dass seit dem Staatsstreich am 28. Juni die öffentlichen Grund- und Sekundarschulen geschlossen sind. „Die sich im Ausstand befindenden Lehrer werden mit einem immer weiter wachsenden Druck seitens der Eltern konfrontiert, die die sofortige Öffnung der Schulen fordern," so Villeda.

Ein erheblicher Teil der Kinder aus den von Kindernothilfe in Honduras geförderten Projekten lebt auf der Straße. Sie sind vor allem auf die Anlaufstellen des Kindernothilfe-Partners „Casa Allianza" in Tegucigulpa angewiesen. Während der nächtlichen Ausgangssperren suchten etwa 30 - 50 Prozent mehr Kinder dort Schutz. Die verschärfte politische Situation machte eine Umorganisierung der eigentlichen Projektarbeit nötig. „Die Mitarbeiter in Tegucigalpa und San Pedro Sula haben sich mit großem Engagement und viel Mut um die Kinder auf der Straße und in den Projekten gekümmert. Auch während der gefährlichen Tage der nächtlichen Ausgangssperre und ständiger Militärpräsenz haben sie den Kindern das Gefühl vermittelt, nicht allein zu sein," hebt Jürgen Schübelin, Kindernothilfe-Leiter des Referats Lateinamerika den Einsatz der Partner in Honduras hervor.

Seit 1976 arbeitet die Kindernothilfe in Honduras. 4000 Kinder in zurzeit 14 Projekten werden so direkt erreicht.

 

Kontakt:
Tanja Wiese
stellv. Pressesprecherin
Tel: 0203.7789-150


Copyright © 2012 Kindernothilfe e.V. - Alle Rechte vorbehalten.