• Flut könnte in Pakistan mehr Schaden anrichten als Beben in Haiti
• Bislang versorgt die Kindernothilfe rund 20.000 Flutopfer
• Seit 1974 mit katastrophenerfahrenen Partnern in Pakistan tätig
(Peschawar/Duisburg, 13. August 2010) Die Kindernothilfe stockt ihre Soforthilfe für die Flutopfer in Pakistan von 65.000 auf 200.000 Euro auf. Damit stellt das Hilfswerk so viel Nothilfe-Mittel bereit wie für die ersten Wochen nach dem Beben in Haiti. „Es ist zu befürchten, dass die Flut in Pakistan mehr Schaden anrichtet als das Beben in Haiti", betont Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender des Hilfswerks, „daher gehen wir auch für die Menschen in Pakistan an das Limit unseres Nothilfe-Fonds." Sechs Millionen Menschen kämpfen weiterhin akut ums Überleben, mehrere weitere Millionen haben ihre Lebensgrundlage komplett verloren. Die Kindernothilfe ruft dringend zu weiteren Spenden auf. Seit 1974 ist das Hilfswerk mit katastrophenerfahrenen Partner-Organisationen in Pakistan tätig.

Die Kindernothilfe-Partner in Pakistan versuchen so viele Kinder wie möglich mit Nahrung und Wasser zu erreichen. Foto: ARO
Die Kindernothilfe erreicht momentan rund 20.000 Menschen mit Trinkwasser, Nahrungs- und Hygiene-Mitteln sowie Zelten. „Das sind bislang noch sehr kleine Inseln der Hoffnung", so Thiesbonenkamp. Mit der Aufstockung der Nothilfe sollen mindestens 70.000 Flutopfer mit dem Nötigsten versorgt werden. „Um den Menschen in Pakistan umfassend helfen zu können, seien aber selbst diese Mittel noch viel zu gering. „Nur wenn auch die zivilgesellschaftlichen Kräfte mit allen verfügbaren Mitteln Pakistan zur Seite stehen, kann hier das Allerschlimmste verhindert werden."
„Vor allem Pakistans Kinder sind den Fluten schutzlos ausgeliefert", berichtet Waqar Haider von der Kindernothilfe-Partnerorganisation Aid for Refugees and Orphans (ARO). „Viele von ihnen können die Gefahren nicht einschätzen. Sie schwimmen und spielen in dem verseuchten Wasser. Wo es keinen Zugang zu frischem Wasser gibt, trinken sie es sogar. Wir befürchten, dass es nach der Flut noch zu einer weiteren großen Welle von Todesopfern kommt."
Interview-Angebot: ARO-Direktor Benjamin Schaeffer, Kindernothilfe-Auslandsvorstand Dietmar Roller und Pakistan-Referent David Kowertz stehen für Interviews bereit.
Augenzeugenberichte von Flutopfern im Kindernothilfe-Blog: http://blog.kindernothilfe.org/de/
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Bastian Strauch