Meldungen 2012

Natalia Wörner in Kenia - Besuch einer muslimischen Frauen.SHG SelbsthilfegruppezoomFoto: Frank Rothe Kenia:
Kindernothilfe-Botschafterin Natalia Wörner auf Projektreise

(Duisburg/ Nairobi, 1. August 2012) Schauspielerin Natalia Wörner hat als Botschafterin der Kindernothilfe Hilfsprojekte in Kenia besucht. Auf dem Programm standen u. a. ein Projekt für Straßenkinder und eine Selbsthilfegruppe in den Slums von Nairobi. „Diese Reise hat mein Bild von Kenia völlig verändert und mir wieder einmal klar gemacht, was wirklich wichtig ist im Leben: Kinder, die gesund aufwachsen können. Ich habe Mädchen und Frauen kennengelernt, die für ihre Rechte eintreten und es gemeinsam schaffen, das Leben ganzer Gemeinden Schritt für Schritt zu verändern, und zwar aus eigener Kraft. Das alles ist unglaublich beeindruckend", so Natalia Wörner.

Straßenkinder reintegrieren
Mehr als 700.000 Kinder zwischen sechs und 17 Jahren leben in Kenia auf der Straße. Die Gründe dafür sind vielfältig: Armut, eine steigende Aids-Rate und Gewalt in den Familien treiben immer mehr Mädchen und Jungen auf die Straße. Dort leben sie in dunklen Winkeln und auf Müllhalden, viele werden drogenabhängig. Die Mädchen werden schon früh zur Prostitution gezwungen. Gewalt ist allgegenwärtig: Allein im vergangenen Jahr wurden in Mathare, dem drittgrößten Slum Nairobis, 117 Kinder erschossen.

Die Kindernothilfe unterstützt in Mathare gemeinsam mit einem lokalen Partner insgesamt 850 Kinder und Jugendliche in einem Projekt für Straßenkinder. Unter dem Motto „retten, rehabilitieren und reintegrieren" finden die Mädchen und Jungen hier Schutz, medizinische Versorgung, Essen, eine Ausbildung und häufig auch den Weg zurück in die Familie. Die Arbeit des Projekts zielt in erster Linie darauf ab, Kinder und ihre Eltern präventiv zu fördern, damit Kinder und Jugendliche erst gar nicht auf der Straße landen. Natalia Wörner besuchte einige Mädchen und Jungen in ihrem Zuhause und sagt: „Die Kinder sind der Schlüssel zu den Eltern und den jüngeren Geschwistern. Wenn sie gestärkt werden, ändert sich auch das Leben der gesamten Familie und der Gemeinschaft, in der sie leben."

Selbsthilfegruppen sind der Motor
Mit Frauen-Selbsthilfegruppen in den ärmsten Regionen der Welt setzt die Kindernothilfe schon seit Jahren auf ein erfolgreiches Konzept - und so auch in Kenia: Frauen bündeln ihre Kräfte, tauschen sich aus, sparen gemeinsam und organisieren sich bis in die höchste politische Ebene hinein. Die Kindernothilfe gibt gemeinsam mit dem lokalen Partner den Impuls für diese Gruppen und leistet eine Anschubfinanzierung, wo es nötig ist. Natalia Wörner nahm an einem Treffen der Selbsthilfegruppe im Slum von Majengo teil. „Ich habe wirklich selten Frauen mit so viel Feuer im Hintern erlebt", schwärmt Wörner. Und die Erfolge der Gruppe sprechen für sich: Fast jede Frau hat durch gegenseitige Unterstützung vom Erdnussverkauf bis zur Friseurin ein kleines Geschäft aufbauen können und erzielt dadurch ein geregeltes Einkommen. Davon zahlen sie etwa Schulbücher und -kleidung für ihre Kinder. Der neuste Erfolg: eine Krankenversicherung für die ganze Familie. „Wenn ich hier leben würde", so Wörner, „wäre ich auch gerne ein Teil dieser Gruppe. Es sind die Frauen, die Afrikas Zukunft maßgeblich gestalten."

Natalia Wörner ist seit 2006 Botschafterin der Kindernothilfe. Sie reiste bereits nach Thailand und Russland, um Projekte des Hilfswerks zu besuchen. In Deutschland ruft sie für die Arbeit der Kindernothilfe zu Spenden auf und setzt sich für die Rechte der Kinder ein.

Kontakt:
Angelika Böhling
Tel. 0178-8808013


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