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(Duisburg/ Madhepur, 10.10.2008) Im nordindischen Bundesstaat Bihar bleibt die Lage der Flutopfer weiter kritisch. „Noch immer stehen ganzen Landstriche unter Wasser, die Familien können nicht in ihre Dörfer zurückkehren. Sie leben in Zelten neben den großen Straßen, die von den Wassermassen verschont bleiben", berichtet Kindernothilfe-Koordinator Satish Samuel. Die Hilfe der Kindernothilfe-Partner läuft: Sie versorgen mehr als 4500 Kinder mit Nahrung, Kleidung und Medikamenten. Die Hilfsmaßnahmen erreichen rund 20.000 Menschen.
Mitte September war der Fluss Kosi auf eine Breite von bis zu 15 Kilometer angeschwollen, nachdem in Nepal ein Damm gebrochen war. Die Kindernothilfe-Partner schätzen, dass rund 500.000 Mädchen und Jungen von der Katastrophe betroffen sind.
Milch, Bananen und Haferflocken für die Kinder
„Die meisten der Flüchtlinge in unseren vier Zeltlagern sind Dalits, gehören zu den so genannten „Unberührbaren", berichtet Satish Samuel aus der Region Madhepur. Staatliche Hilfe erreiche diese benachteiligte Bevölkerungsgruppe kaum. In vier Camps versorgt der Kindernothilfe-Partner IRDWSI Kinder mit Milch, Bananen , Keksen, Haferflocken und Zucker. Die Eltern erhalten Reis, Kartoffeln und Gemüse. In jedem der Camps haben die Helfer die Trinkwasser-Versorgung mit Handpumpen und 500-Liter-Tanks sichergestellt. Bis Ende September verteilte IRDWSI unter anderem je 20 Tonnen Reis, Kartoffeln und Gemüse sowie 20.000 Pakete mit Keksen.
Medikamente und Vitamine dringend benötigt
In der Region Ranipatti erreicht der Kindernothilfe-Partner HCDI rund 2500 Kinder in zwei großen Flüchtlingslagern. „Wir sind die einzige Organisation, die kindgerechte Lebensmittel und Kleider verteilt", bericht der Kindernothilfe-Partner Jan Vikas Samiti. 60 bis 70 Prozent der Mädchen und Jungen in den Lagern seien schon vor der Katastrophe unterernährt gewesen. „Vor allem die kleinen Kinder können die Notrationen für Erwachsene nicht verdauen." Die kindgerechten Lebensmittel von HCDI verbesserten ihren Gesundheitszustand sichtbar. „Viele Kinder benötigen dringend Nahrungsergänzung und Medikamente. Sie leiden an Durchfall, haben Vitamin-A- und Calciummangel. Wir haben die notwendigen Mittel gekauft und verteilen sie."
Experten-Team kümmert sich um Traumatisierte
Geschulte Mitarbeiter bieten Spielgruppen für Mädchen und Jungen in den Lagern an. So können sie die Not und ihre schrecklichen Erlebnisse wenigsten kurz vergessen. Ein Team aus einem Traumaberater, einer Krankenschwester und einem Lehrer kümmert sich um besonders verstörte Kinder und Erwachsene.
Planen, Moskitonetze und Lampen werden verteilt
Wasserdichte Planen, Moskitonetze, Bettlaken, Schlafmatten und Petroleumlampen werden in den kommenden Wochen verteilt, ebenso wie Pakete mit den notwendigsten Haushaltsgegenständen. „Noch steht aber die Versorgung mit dem lebensnotwendigsten im Vordergrund - denn daran fehlt es den Menschen nach wie vor", so Satish Samuel.
Tanja Wiese
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