Kindernothilfe e. V.

Pressearchiv

„Armut ins Abseits!"


Fußballmannschaft von San Pedro SulazoomDie Fußballmannschaft von San Pedro Sula. Foto: Kindernothilfe · MSV Duisburg, Adveniat und Kindernothilfe starten gemeinsame Hilfsaktion
· Langfristige ausgerichtete Partnerschaft
· Erlös fließt in Hilfsprojekte in der Duisburger Partnerstadt San Pedro Sula

Duisburg (24. Juli 2009). Gleich mehrere Spieler des MSV-Duisburg kommen aus Lateinamerika. Die Mitglieder der „Copacabana-Fraktion" haben nicht nur ihre Spielfreude und ihr Ballgefühl ins Ruhrgebiet mitgebracht. Sie verkörpern die Hoffnungen von Millionen Menschen in ihrer Heimat, die mit dem Fußball den Traum von einem besseren Leben verbinden. Doch nur die
wenigsten schaffen den Aufstieg vom Bolzplatz in die Fußballstadien Europas. Vor allem in den Armenvierteln der Großstädte kämpfen die Menschen ums nackte Überleben.


Den Millionen „Zurückgelassenen" in Lateinamerika widmet sich die Aktion „Armut ins Abseits", die der MSV Duisburg gemeinsam mit der Kindernothilfe und dem katholischen Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat ins Leben gerufen hat. Mit der langfristig ausgelegten Partnerschaft setzen sich der Bundesligist und die beiden Hilfswerke für die Not leidende Bevölkerung in Lateinamerika ein. Walter Hellmich, Vorstandsvorsitzender des MSV Duisburg und zugleich Botschafter der Partnerschaft: „Der MSV Duisburg hat in der Stadt Duisburg
schon immer soziale Verantwortung übernommen. Mit dieser Kooperation wollen wir auch Verantwortung für die Kinder in Duisburgs Partnerstadt San Pedro Sula übernehmen. Damit
die beiden Projekte erfolgreich gestaltet werden, stellen wir unsere Plattform zur Verfügung, um gemeinsamen mit unseren Partnern Gelder zu generieren, die den Not Leidenden
Menschen zu einer besseren Lebenssituation verhelfen. Deshalb stehe ich aus voller Überzeugung auch als Botschafter hinter dieser Kooperation!"

Die Erlöse der gemeinsamen Aktion fließen in zwei Entwicklungs- und Hilfsprojekte in San Pedro Sula (Honduras), der Partnerstadt von Duisburg. Die Kindernothilfe unterstützt vor Ort ein Bildungs- und Sozialprojekt zur Unterstützung von Kindern, die auf der städtischen Müllkippe „El Ocotillo" leben und arbeiten müssen. „Mit dem MSV haben die Mädchen und Jungen in San Pedro Sula einen starken Partner bekommen", freut sich Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. „Der Verein unterstützt ihren Aufstieg, in eine andere Liga'."

Die andere Hälfte der Erlöse fließt in ein Projekt des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, das in San Pedro Sula die Gefangenen einer hoffnungslos überfüllten Strafanstalt begleitet. „Die meisten dieser Menschen leben unter unvorstellbaren Verhältnissen, in einem Zustand völliger Rechtlosigkeit", so der Geschäftsführer des Hilfswerks, Prälat Bernd Klaschka. „Dank unserer gemeinsamen Hilfsaktion kann das Spiel für diese Menschen endlich neu beginnen."

Offiziell vorgestellt wird die Aktion „Armut ins Abseits" beim Arena-Tag am kommenden Sonntag (26. Juli 2009). Im Rahmen der Partnerschaft werden in regelmäßigen Abständen Stadionevents, Benefizveranstaltungen und Mitmachaktionen mit Spielern, Fans und Sponsoren stattfinden.


Kindernothilfe: Bildung für die Kinder von der Müllkippe
400 Mädchen und Jungen aus San Pedro Sula sollen nicht mehr auf der städtischen Müllkippe „El Ocotillo" in stinkenden, faulenden Abfällen nach recycelbaren Wertstoffen wühlen müssen. Der Kindernothilfe-Partner MOVIMONDO sorgt dafür, dass sie zur Schule gehen, und dort neben lesen, schreiben, rechnen auch ihre Rechte kennenlernen. Sie sind nicht mehr „die Kinder von der Müllhalde", sie werden selbstbewusster, bringen sich aktiv ein, wenn es um ihre Belange geht, bewirken Veränderungen. So sind sie in der Lage, sich als Heranwachsende ein neues Leben aufzubauen. Mit ihren Eltern arbeitet der Partner an neuen Einkommensmöglichkeiten, damit sie nicht mehr auf das Geld ihrer Kinder angewiesen sind.

Die Kindernothilfe wurde 1959 mit dem Ziel gegründet, Not leidenden indischen Kindern zu helfen. Im Laufe der Jahre ist sie zu einem der größten christlichen Kinderhilfswerke in Europa gewachsen. Heute fördert und erreicht sie über 568.000 Mädchen und Jungen in 1.017 Projekten in 28 Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas. Die Kindernothilfe trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (www.dzi.de) und erhielt für die transparente Kommunikation über die Verwendung ihrer Spendergelder 2007 den Transparenzpreis von PricewaterhouseCoopers.


Adveniat: Eine neue Perspektive für Menschen hinter Gittern
Rund 1.800 Gefangene leben derzeit im Gefängnis von San Pedro Sula, das ursprünglich für maximal 700 Menschen gebaut wurde. Die 16 Schlafsäle, in denen jeweils bis zu 180 Gefangene hausen, sind hoffnungslos überbelegt. Lärm und Gestank machen den Aufenthalt unerträglich. Gewalt und Kriminalität finden hier einen optimalen Nährboden. Dem setzen die Mitarbeiter der Gefängnisseelsorge - unterstützt von Adveniat - ein umfassendes Konzept der Resozialisierung entgegen: Es beinhaltet berufliche Weiterbildung, Schulunterricht mit staatlich anerkanntem Abschluss, Gesundheitsversorgung, familiäre Begleitung und Rechtsbeistand, aber auch eine Bibliothek und Musikgruppe.

Seit fast 50 Jahren unterstützt Adveniat kirchliche Initiativen zugunsten der Armen und Benachteiligten in Lateinamerika und der Karibik. Mit 3.400 Projekten im Jahr in einem Gesamtvolumen von 40 Millionen Euro ist Adveniat die europaweit größte Hilfsaktion für Lateinamerika. Wichtigstes Kriterium für eine Projektförderung ist die Armutsorientierung. Ihre Hilfe kommt an: Gerade einmal 7,99 Prozent der Einnahmen fließen in Werbung und Verwaltung. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (www.dzi.de) honoriert die gewissenhafte und effektive Arbeit mit seinem Spendensiegel.

 

Kontakt:

· Kindernothilfe: Angelika Böhling (stellv. Pressesprecherin), Tel.: 0203 - 7789242, angelika.boehling@knh.de

· MSV Duisburg: Sven Judith (Pressestelle/PR), Tel.: 0203 - 93 10 1022, judith@msv-duisburg.de

· Adveniat: Michael Brücker (Pressesprecher), Tel.: 0201-1756 203, michael.bruecker@adveniat.de


Copyright © 2012 Kindernothilfe e.V. - Alle Rechte vorbehalten.