Äthiopien: Hilfe für Straßenkinder

Endstation Straße

Bittere Armut zwingt viele Kinder in Äthiopien, auf der Straße zu leben. Gewalt, schwere Arbeit, Betteln, Stehlen - so sieht der Alltag vieler Mädchen und Jungen in Dire Dawa aus. Die Kinder sind Missbrauch und Ausbeutung schutzlos ausgeliefert. Ein Dach über dem Kopf, warme Mahlzeiten und Schule scheinen für sie unerreichbar.

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Keine Hoffnung

An drei Männer hat Azmera* heute ihren Körper verkauft. Einer hat sie geschlagen, und nur einer hat tatsächlich bezahlt. Mit den wenigen Birr muss Azmera über den Tag kommen. Wenn sie Glück hat, findet sie in Mülltonnen etwas Essbares. Am Abend streift sie umher, auf der Suche nach einem Schlafplatz. Ein Hauseingang, ein Mauervorsprung - Azmera ist nicht wählerisch. Nicht mehr. Die Dreizehnjährige ist Straßenkind in Dire Dawa, einer der größten Städte Äthiopiens. Um zu überleben, muss sich Azmera prostituieren. Dabei entfloh sie der Armut zu Hause in der Hoffnung, in der Stadt ein besseres Leben zu finden. Doch was sie fand, war Hoffnungslosigkeit.

*Name zum Schutz des Kindes geändert.

Falsche Versprechungen

Tausende Kinder leben auf den Straßen Äthiopiens. Ohne Eltern, ohne Familie fristen sie ihr Dasein weit weg von Sicherheit und Geborgenheit. Die bittere Armut ist der Hauptgrund, warum Kinder von zu Hause fortlaufen. Viele Familien, vor allem die auf dem Land, haben nicht einmal ein Dach über dem Kopf oder genug zu essen. In der Stadt hoffen die Kinder auf ein besseres Leben. Dort angekommen, geraten jedoch viele an zwielichtige Männer und Frauen, die windige Versprechungen machen. Sie erzählen den Kindern von einem schönen Zuhause, von genug zu essen und von Geld. Die Wahrheit ist jedoch brutal: Viele Mädchen landen in den Bordellen der Stadt oder verkaufen, wie Azmera, ihren kleinen Körper auf der Straße. Die Mädchen sind Gewalt und Missbrauch schutzlos ausgeliefert. Andere müssen in fremden Haushalten arbeiten, für wenig oder gar kein Geld. Die Mädchen sind gefangen in einem Kreislauf, dem sie allein nur schwer entkommen können.

Weg von der Straße

Im Schutzzentrum finden die Mädchen eine sichere Bleibe. Bitte helfen Sie mit einer Spende! Foto: Edith GießlerIm Schutzzentrum finden die Mädchen eine sichere Bleibe. Foto: Edith Gießler

Die Kindernothilfe arbeitet in Dire Dawa, Äthiopien, mit dem Partner FSCE (Forum on Sustainable Child Empowerment) zusammen. Gemeinsam wollen wir die Kinder von der Straße holen und ihnen eine Zukunftsperspektive bieten. In einem Schutzzentrum als erste Anlaufstelle und einem Wohnheim, bekommen die Mädchen alles für einen Neustart ins Leben. „Sie erhalten gesunde Mahlzeiten, haben einen sicheren Schlafplatz und werden medizinisch versorgt", berichtet Edith Gießler, Kindernothilfe-Projektkoordinatorin. „Um die schrecklichen Erlebnisse aus ihrem Straßenleben zu verarbeiten, bieten wir ihnen Einzel- und Gruppentherapien an." Nach Möglichkeit sollen die Straßenmädchen wieder in ihre Familien integriert werden. „Bevor das geschieht, werden die Familien soweit gestärkt, dass sie sich auch wirklich um die Kinder kümmern können." Die Mütter und großen Geschwister machen eine Ausbildung, etwa als Schneiderin. Andere wiederum erhalten ein Startkapital und Schulungen in „Wirtschaften und Sparen", um sich selbstständig zu machen. Die älteren Mädchen im Projekt machen ebenfalls eine Ausbildung, die jüngeren gehen endlich zur Schule. Das sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft!

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