Plünderungen, Mord und Vergewaltigungen - 10 Jahre mussten Burundis Frauen unter dem Bürgerkrieg leiden. Unter den Folgen leiden Sie noch immer. In dem zerstörten Land gibt es keine Arbeit, keine Nahrung und kaum Ackerboden. So haben die Frauen keine Chance, gut für ihre Kinder zu sorgen. Mit Ihrer Hilfe kann sich das für gut 10.000 Frauen ändern!

Besonders die Kinder profitieren: Sie werden besser ernährt, sind gesünder und gehen zur Schule. Foto: Dietmar Roller
Wie entsteht eine Selbsthilfegruppe?
Ganz gezielt gehen die Mitarbeiter der Kindernothilfe-Partnerorganisationen zumeist auf die ärmsten Frauen eines Dorfes zu und laden sie ein, Mitglied in einer Selbsthilfegruppe zu werden. Bei den ersten Treffen definieren die Frauen selbst das Ziel und die Vision ihrer Gruppe, stellen Regeln auf und legen fest, wann ihre Treffen stattfinden. Zusammen überlegen sie sich einen Namen für ihre Gruppe. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Gruppenidentität ist für den Erfolg der Projekte essentiell: Die Frauen teilen ihre Ängste und Sorgen miteinander, helfen und besuchen einander und lernen, anderen zu vertrauen. Durch die Unterstützung der Gruppe fühlen sie sich selbstbewusster, als Teil der Gemeinschaft und weniger machtlos. In der Selbsthilfegruppe lernen die Frauen, Geld zu sparen. Welcher Betrag pro Woche gespart werden soll oder wie die Mitgieder sich gegenseitig unterstützen, wenn z.B. eine Frau krank wird und Hilfe braucht, wird während der Treffen besprochen und in einem Protokoll festgehalten. Im Laufe der Zeit nehmen die Frauen an vielfältigen Schulungen teil: Sie lernen verbesserte Anbaumethoden, informieren sich über Ernährung und Gesundheitsvorsorge und werden über Kinderrechte, Erziehung und HIV/Aids aufgeklärt. Workshops zu Themen wie Gruppendynamik, Konfliktlösung und Buchhaltung runden das Programm ab.

Die Arbeit der Selbsthilfegruppe. Grafik: KNH
Wie funktionieren Selbsthilfegruppen?
Phase 1: aktute Not lindern
Unter Anleitung eines Sozialarbeiters gründen ca. 20 Frauen eine Selbsthilfegruppe. Wöchentlich zahlen sie ihre Ersparnisse in die Gemeinschaftskasse ein. Danach können sie sich gegenseitig Kredite geben. Die Kredite ermöglichen den Frauen, sich eine neue Existenz aufzubauen.
Phase 2: regionale Missstände lösen
Frauen aus mehreren Selbsthilfegruppen schließen sich zu einer überregionalen Gruppe zusammen. 39 sogenannte CLAs (Cluster Level Associations) gibt es bereits in Burundi. Sie kennen die Probleme in ihrer Heimat. Zudem haben diese Frauen das Geld und die Ressourcen, diese Missstände eigenständig zu lösen. Die CLA in Gitega erhielt zum Beispiel ein Stück Land von der Regierung. Darauf errichtet sie nun eine Krankenstation. Wenn diese fertig ist, wird die Regierung die Mitarbeiter bezahlen.
Phase 3: Rechte bei der Regierung einfordern
Zuletzt schließen sich zehn Dachverbände zu einer Föderation zusammen. Eine Föderation vertritt nun über 1.500 Frauen und deren Familien - das heißt eine ganze Region. So kann sich die Föderation bei der Regierung Gehör verschaffen, um Unrecht anzuklagen und Verbesserungen einzufordern.

Selbsthilfegruppe in Burundi. Foto: Karl Pfahler
Die Arbeit der Kindernothilfe
2007 startete die Kindernothilfe mit den Selbsthilfegruppen in Burundi. Zur Zeit sind in 636 Selbsthilfegruppen (SHG) über 12.000 Frauen aktiv.
Mehr Informationen zum Thema Selbsthilfegruppen:
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