Burundi ist eines der ärmsten Länder der Welt (laut dem Human Development Index Platz 169 von 177). Fast die Hälfte der Bevölkerung kann nicht lesen und schreiben. Besonders benachteiligt sind Frauen und Mädchen. Deshalb organisiert die Kindernothilfe zusammen mit verschiedenen Partnerorganisationen in Burundi Selbsthilfegruppen. Ohne von Almosen abhängig zu sein, bekommen Frauen hier Hilfe und lernen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, davon profitieren besonders ihre Kinder (Proj. 68501).

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Projekt: Selbsthilfegruppen in Burundi
Projekt-Nr.: 68501
geförderte Kinder: 6.800
Projektanteile gesamt: 1.105
Burundi hat einen 13 Jahre dauernden Bürgerkrieg zwischen Tutsi und Hutu hinter sich. Der Bürgerkrieg hat mindestens 300.000 Menschen das Leben gekostet und viele hunderttausend Menschen zur Flucht in ein Nachbarland oder innerhalb Burundis gezwungen. 90 Prozent der Bevölkerung in Burundi sind aber auf Landwirtschaft angewiesen. Sie finden nun schwer ein Stück Land, das sie bewirtschaften können. Eine andere Möglichkeit gibt es vor allem für Frauen und Mädchen kaum. Nur neun Prozent der Mädchen besuchen eine weiterführende Schule.
Unabhängig und selbstständig
Die Idee, die hinter den Selbsthilfegruppen steht, ist einfach. In einer Dorfgemeinschaft werden 15 bis 20 Frauen ausgewählt, die zu den Ärmsten der Armen gehören. Sie schließen sich zu einer Selbsthilfegruppe zusammen. Einmal wöchentlich treffen sie sich und werden dabei von speziell geschulten Freiwilligen betreut. Gemeinsam sparen sie Geld und entwickeln Ideen, wie sie sich dauerhaft ein eigenes Einkommen schaffen können. Schon bald ist es ihnen möglich sich gegenseitig aus dem gemeinsamen Spartopf Kredite zu vergeben, die Ideen umzusetzen und auf eigenen Beinen zu stehen. Die Arbeit in den Gruppen setzt erstaunliche Prozesse in Gang. Erstaunlich deshalb, weil sie von den Ärmsten der Armen selbst getragen werden. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Entwicklungshilfeansätzen gibt es für die Gruppenmitglieder keine materiellen Hilfen, sie sind keine Almosenempfänger, sondern durch viele Schulungen und die gegenseitige Unterstützung der Gruppenmitglieder werden sie befähigt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Die Kinder profitieren am meisten vom Erfolg ihrer Mütter. Foto: Ute Luhr, Kindernothilfe
Direkte Auswirkung auf die Kinder
Durch die Selbsthilfegruppen haben Mütter ein geregeltes Einkommen und eine gefestigte Lebenssituation. Das wirkt sich unmittelbar positiv auf ihre Kinder - 6.800 Mädchen und Jungen in Jahr 2008 - aus. Anders als zuvor erhalten die Kinder nun 2-3 Mal täglich ausgewogene Mahlzeiten, können eine Schule besuchen und werden besser medizinisch versorgt. Außerdem fühlen die Kinder sich in der entstanden Gemeinschaft wohl und sicherer. Für ihre eigene Zukunft erhalten sie Zuversicht und das Gefühl "Gemeinsam sind wird stark!"
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