Horn von Afrika: Vor sechs Jahren begannen die ärmsten Frauen im kenianischen Kitui, gemeinsam zu sparen, obwohl es für sie fast nichts zu sparen gab. Heute sind sie so stark, dass sie sich und den Menschen in ihrer Region helfen, die Dürre zu überstehen. Ein Wunder? Nein, das Selbsthilfegruppen-Programm der Kindernothilfe.
Fünf kenianische Schillinge, also umgerechnet fünf Eurocent: Das war alles, was die ärmsten Frauen in Kitui sich damals wöchentlich vom Mund absparen konnten. Aber sie taten es , immer und immer wieder - bis eine nach der anderen mit den gemeinsamen Ersparnissen ein kleines Geschäft aufbaute und sich langsam aber sicher aus der Armut befreite. 100 Frauen machten 2006 den Anfang, mittlerweile sind es 1.753, die in dem zentralkenianischen Distrikt in Selbsthilfegruppen und deren Dachverbänden organisiert sind. Und die sind so stark, dass sie sich und den Menschen in ihrer Region helfen können, die Dürre zu überstehen und weitere Hungersnöte zu vermeiden. 18.000 Euro investieren sie, um fünf Lebensmittel-Banken aufzubauen.
Und genau die sind bitter nötig in Kitui, denn selbst in Zeiten reichlicher Ernten war das Leben hart. Da es bislang keine Lagerungsmöglichkeiten gab, waren die Bauern gezwungen, einen Großteil ihrer Erträge direkt nach der Ernte für wenig Geld an Zwischenhändler aus der Stadt zu verkaufen. Jetzt, da in Kitui wie vielerorts am Horn von Afrika, die Ernten extrem karg ausgefallen sind, stehen die Menschen seit Monaten vor dem Nichts.

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Wie die Lebensmittelbanken die aktuelle Not lindern und weitere verhindern, funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Im ersten Schritt errichten die Frauen Lagerhäuser für Lebensmittel. Sobald die lokalen Bauern wieder Ernten einfahren, können sie diese dort zu fairen Preisen verkaufen. Die Frauen lagern die Lebensmittel ein und verkaufen sie bis weit nach der Erntesaison an die Bewohner der Region - ebenfalls zu fairen Preisen. Bei diesem Handel bleibt ein Gewinn übrig, der den Frauen ausreicht, die Lebensmittel-Banken fortlaufend selbst zu finanzieren. Mit einem kleinen Teil des Gewinns wird sogar die kostenlose Abgabe von Lebensmittel an rund 500 besonders bedürftige Menschen der Region ermöglicht.
Um so auch die akute Dürre überbrücken zu können, unterstützt die Kindernothilfe und ihr lokaler Partner Kitui Development Centre das Projekt mit einem Starter-Set an Getreide. Zusätzlich bekommen Bauern dürreresistentes Saatgut und die Selbsthilfe-Frauen Geld, um übergangsweise Räume anzumieten, bis die Lager errichtet sind.
Langfristig verhindern die Frauen mit ihren Lebensmittelbanken übrigens nicht nur Hungersnöte, sondern sie stärken die ganze Region umfassend: Die Farmer erhalten für ihre Waren mehr Geld als früher und können so beispielsweise endlich den Schulbesuch ihrer Kinder finanzieren. Alle anderen haben genügend zu essen und sparen bei ihren Einkäufen. Geld, das sie vielleicht sogar gemeinsam sparen - in neuen Selbsthilfegruppen.
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