Sie sind geflohen vor dem brutalen Bürgerkrieg in ihrem Land. Jetzt leben sie in Slums im Nachbarland Kenia. Hier treffen die somalischen Familien auf ganz neue Probleme: Sie können sich in ihrer neuen Heimat nicht verständigen. Deswegen finden sie auch keine oder nur schlecht bezahlte Arbeit. Die Slums sind überfüllt, eng und dreckig. Sie erfahren Ablehnung und Gewalt und flüchten sich in Alkohol und Drogen. Kindernothilfe unterstützt das Eastleigh Community Center (ECC) im Slumviertel Eastleigh in der Nähe von Nairobi. Sie helfen vor allem den Kindern dabei, sich in die kenianische Gesellschaft zu integrieren und den Aufbruch in ein neues, besseres Leben zu schaffen. (Proj. 65043/AA/50)

Helfen Sie mit Ihrer Spende!
Spendenkonto 45 45 40
BLZ: 350 601 90
KD-Bank eG
Stichwort: Z57348, Somalische Flüchtlingskinder
Kinder ohne sozialen Halt
Das Slumviertel Eastleigh liegt nördlich der kenianischen Hauptstadt Nairobi. In der Grundschule des ECC sind 70 Prozent der Schüler Flüchtlingskinder. Die mangelnden Englisch- und Suaheli-Kenntnisse der Mädchen und Jungen sind dabei noch das kleinste Problem. Das Verhalten der Kinder ist oft auffällig. Auf der Flucht und im Krieg mussten sie Gewalt, Verlust und Zerstörung erleben, ohne das wirklich verarbeiten zu können. Darüber hinaus sind viele der Kinder in ihren Familien ebenfalls mit Armut und Gewalt konfrontiert. Häufig sind Mütter alleinerziehend. Das ist gesellschaftlich jedoch kaum akzeptiert und so fehlt ihnen und den Kinder der nötige Schutz. Außerdem verdienen die Mütter nicht genug, um ihre Familien ausreichend zu ernähren. Die Kinder sind also oft mangelernährt, traumatisiert und müssen in beengten, unhygienischen Verhältnissen leben.
Auf den Flüchtlingshintergrund angepasst
Das ECC-Team wendet sich mit seiner Hilfe sowohl an die Schüler, als auch an Kleinkinder und Jugendliche. Der Unterricht wird auf die Flüchtlingskinder abgestimmt, auch um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. 50 jüngere Kinder aus den Flüchtlingsfamilien können schon frühzeitig - vor der Einschulung - gefördert werden. Das stellt auch eine Entlastung für die Familien dar, sowohl zeitlich - denn die Kinder werden tagsüber betreut - als auch finanziell, da die Mädchen und Jungen Mahlzeiten erhalten.

Schule in Kenia, Foto: Häusler
Mütter lernen mit
Die Erfahrungen aus dem Projekt zeigen, eine besser Zukunftsperspektive für Kinder fängt zu Hause in der Familie an. Deswegen unterstützt ECC auch die Eltern. Die Hilfe richtet sich hauptsächlich an alleinerziehende Mütter. In Alphabetisierungskursen lernen sie schreiben und können ihre Sprachschwierigkeiten überwinden. So wird ein Teufelskreis durchbrochen. Die Mütter sind selbstbewusster und können ihren Kindern besser zur Seite stehen. Durch die neuen Sprachkenntnisse kann die Einkommenssituation der Mütter verbessert werden. Außerdem verfestigt sich die Gemeinschaft der Mütter in den Selbsthilfegruppen. Hier wird nicht nur nützliches Wissen ausgetauscht. Die Mütter greifen sich gegenseitig unter die Arme. Sie sparen gemeinsam Geld und bauen ein eigenes Kreditvergabesystem auf. So schaffen sie es auf lange Sicht, selbstständig das Einkommen der Familie zu sichern.
Jugendliche als Konfliktlöser
Die Flüchtlingsfamilien tragen die Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen aus ihren Heimatländern mit nach Kenia. Zudem sind die Einheimischen den Flüchtlingen gegenüber feindselig eingestellt. In den Slumgebieten herrscht also eine brodelnde Spannung, die leicht in gewalttätige Auseinandersetzungen mündet. 20 Jugendliche haben jährlich die Gelegenheit an einer Schulung zum Thema Konfliktlösung, Friedens- und Versöhnungsarbeit teilzunehmen. Außerdem können Jugendliche an Workshops und Konferenzen zum Thema Kinderrechte teilnehmen. Das Bewusstsein der Jugendlichen wird so geschärft. Sie lernen, miteinander umzugehen und Konflikte friedlich zu lösen.
Bitte helfen Sie den somalischen Kindern und Jugendlichen mit einer Spende!
Spenderservice