Kenia

Mehr Gerechtigkeit für Kenias Mädchen

Kindernothilfe-Botschafterin Natalia Wörner besuchte in Kenia junge Frauen und Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt wurden. In Deutschland macht sie sich stark für sie: Die Berliner Schauspielerin ist Patin von „RTL – Wir helfen Kindern". Mit den Geldern baut die Kindernothilfe ein neues Schutzhaus für missbrauchte Mädchen und begleitet die Kinder anwaltlich.

Es besteht großer Handlungsbedarf in Meru, rund 250 Kilometer nordöstlich von Nairobi: 20 schwer traumatisierte Mädchen könnten schon bald ihre Bleibe verlieren. Die Jüngste ist vier, die älteste 17, die jüngste Mutter elf Jahre jung. Bislang fanden sie Zuflucht in einem Schutzhaus, das der Kindernothilfe-Partner Ripples International betreibt - doch nun verlängert der Besitzer die Pacht nicht mehr. Daher muss ein Neubau her. Die Kindernothilfe plant mit Ripples ein Schutzhaus, das Platz für 72 Kinder hat. In den vergangenen fünf Jahren haben die Projekt-Mitarbeiter 164 Kinder betreut und sich um die Begleitung der Kinder vor Gericht gekümmert.

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Projekt: Schutz für missbrauchte Kinder in Kenia
Projekt-Nr.: 65391
geförderte Kinder: 300

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Trotz großer Anstrengungen wurden bisher nur neun Täter vor Gericht bestraft. Für Natalia Wörner ein Schock: „Es ist unvorstellbar, dass Vergewaltiger von Kindern hier in Kenia so leicht davonkommen. Das hat politische, strukturelle und traditionelle Gründe. Mein Wunsch ist, dass die Arbeit der Kindernothilfe in Zukunft auch zu einer besseren Aufklärungsrate beitragen kann."

Mädchen müssen sich für eine Mahlzeit verkaufen
Vor allem die Armut macht Kinder zur Zielscheibe von sexueller Gewalt. Aus den östlichen Distrikten am Viktoria-See wird berichtet, dass Mädchen sich für eine Mahlzeit verkaufen müssen: Fish-for-Sex nennen das die Kinder. Eine weitere Ursache ist der Aberglaube vieler HIV-Infizierter, sich durch Sex mit einer Jungfrau heilen zu können.

Bei einem Treffen Natalia Wörners mit Abgeordneten des kenianischen Parlamentes wurde deutlich, dass die sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen in Kenia eine Riesen-Herausforderung darstellt. Die Vorsitzende des Ausschusses für Kinderrechte, Millie Odhiambo, berichtete, dass allein im Jahr 2010 der kenianische Lehrerverband 1000 Lehrer wegen sexueller Gewalt disziplinarisch bestraft hat: „Die wirkliche Zahl dürfte höher liegen, und es wird Zeit, dass Vergewaltigungen durch Lehrer endlich durch ordentliche Gerichte verfolgt werden. Häufig werden diese Lehrer heute einfach nur kurz suspendiert und dann an eine andere Schule versetzt." 70 Prozent aller Vergewaltiger in Kenia sind dem Kind bekannt. „Wir sprechen hier über Väter, Nachbarn, Priester, Lehrer", so Natalia Wörner. „Die Scham nach einem solchen Verbrechen ist in den Familien so groß, dass sie das am liebsten ganz still und heimlich regeln möchten. Außerdem wissen die meisten gar nicht, wie sie ihr Recht einfordern können."

KeniazoomKindernothilfe-Botschafterin mit einem Kind aus dem Schutzhaus in Meru. Foto: Rothe

Gestärktes Selbstbewusstsein
Das wollen die Kindernothilfe-Partner in Kenia ändern. Mit Beratung, Begleitung und Aufklärungskampagnen in Schulen, Polizeistationen, bei Anwälten und Ärzten.

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