Kenia

Grundausbildung für Slum-Kinder in Nairobi

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Kindheit in den Slums von Nairobi
Nairobi - Hauptstadt Kenias. Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Die Slums sehen sie in der Regel nicht. Dabei leben hier Hunderttausende - in windschiefen Häuschen aus Brettern, Wellblech und Plastikplanen, ohne Strom und fließendes Wasser. Die Abwässer rinnen über die nicht asphaltierten Wege, auf denen Kinder barfuß herumlaufen. Viele werden krank, bleiben aber medizinisch unbehandelt. Dafür ist kein Geld da. Arbeitsplätze sind Mangelware. Die Arbeitslosigkeit treibt Menschen zu Drogenmissbrauch, in Alkoholismus und Kriminalität. Familien brechen auseinander, Kinder landen auf der Straße.

Die wenigsten Mädchen und Jungen gehen zur Schule. Auch wenn sie noch bei ihren Familien leben - ihre Eltern haben dafür kein Geld. Außerdem wird jede Arbeitskraft gebraucht, um das Familieneinkommen zu sichern. Der Unterrichtsstoff der staatlichen Schulen geht oft am Alltag der jungen Menschen vorbei. Was sie dort lernen, können sie in ihrem Leben nur schlecht umsetzen.

Das Projekt: Grundausbildung für die Slumkinder (Projekt 65001/CL/12)
Die Kindernothilfe bietet gemeinsam mit der Partnerorganisation „Undugu Society of Kenia" mit dem „Undugu Basic Education Programme" (UBEP) den Kindern in vier Slumvierteln eine vierjährige Grundausbildung an, die speziell auf ihre Lebenssituation zugeschnitten ist. Mehr als 800 Kinder und Jugendliche lernen derzeit an vier Schulen in den Vierteln Pumwani, Kibera, Mathare und Mgomongo Lesen, Schreiben, Rechnen, Kisuaheli und Englisch. Im Gegensatz zu den Methoden an staatlichen Schulen hat der Stoff immer einen praktischen Bezug zu ihrem Alltag. Deshalb kommen auch Mädchen und Jungen hierher, die schon einmal ihren Schulbesuch abgebrochen hatten und die eigentlich schon zu alt für eine Grundschule sind. Außerdem gibt es Unterricht in Wirtschafts-, Agrar-, Natur- und Hauswissenschaft. Großer Wert wird auch auf musische Fächer gelegt. Dadurch lernen die Schülerinnen und Schüler neue Ausdrucksformen kennen. Der Erfolg kann sich sehen lassen: In dem Projekt ist die Zahl der Schulabbrecher nur etwa halb so hoch wie an staatlichen Schulen.

Vorbereitung für die staatliche Schule
Einem Teil der Mädchen und Jungen, die die Grundausbildung absolviert haben, gelingt es, an eine staatliche Schule zu wechseln. Im Jahr 2006 konnten 76 Kinder die Prüfungen bestehen und haben jetzt die Chance, ihre Ausbildung fortzusetzen.

Spezielle Herausforderungen
Die Lehrerinnen und Lehrer müssen besondere Rücksicht auf die Situation nehmen, in der die Kinder leben. Immer wieder kommt es vor, dass eine hohe Anzahl von Kindern zum Schulbeginn nicht zum Unterricht erscheint. Wenn sie dann später im Verlauf des Schuljahres erscheinen, haben sie Mühe, den verpassten Stoff nachzuholen. Häufig liegt es daran, dass die Kinder in ihren Familien große Probleme haben. Projektmitarbeiter sprechen in solchen Fällen mit den Eltern, um sie davon zu überzeugen, wie wichtig der Schulbesuch ihrer Kinder ist. In manchen Slumgebieten hält auch Gewalt die Kinder davon ab, in die Schule zu kommen. Wegen gewalttätiger Auseinandersetzungen rivalisierender Gangs ist es zu gefährlich, das Zuhause zu verlassen. Dann muss der Schulunterricht für einige Zeit unterbrochen werden.

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Stichwort: Z57265, Undugu Basic Education, Kenia

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