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Stichwort: Z57413, Hilfe für Mädchen in Slumgebieten Sambias
Mädchen und Frauen haben es in vielen Ländern besonders schwer. Mädchen gehen seltener zur Schule als Jungen, werden häufiger Opfer von Gewalt und haben oft nicht die Freiheit, über ihr Leben zu entscheiden. Die Kindernothilfe und ihre Partner fördern deshalb ganz gezielt Mädchen und Frauen. Denn: Die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen nimmt bei der Armutsbekämpfung eine Schlüsselrolle ein. Frauen tragen die Hauptlast der Armut: 70 Prozent der Armen in der Welt sind Frauen; sie leisten weltweit mehr als die Hälfte aller Arbeitsstunden; sie produzieren gerade in den Ländern des Südens den größten Teil der Nahrungsmittel; Mädchen und Frauen arbeiten oft im häuslichen oder ungeschützten Bereich der Schattenwirtschaft; sie haben keine rechtlich geschützte Stellung und keine Renten- und Krankenversicherung. (Projekt:61570)
Agnes und Roony wissen es besser
Agness und Roony, beide 15, sind bereits Vorbilder: sie machen so gut wie alles anders als die Mädchen hier in Lusaka, der Hauptstadt von Sambia. Das kommt an. Gerade haben sie gemeinsam eines ihrer 10-Minute-Talks gehalten, vor 20 Mädchen, die heute im Jugendzentrum erschienen sind. Es ging um das richtige Verhalten gegenüber Jungs, es fallen klare Worte, sich nicht sexuell bedrängen zu lassen, nur geschützten Geschlechtsverkehr zu haben und vielleicht auch so manches auf ein paar Jahre später zu verschieben. Was sich ein wenig überbehütet anhört, ist durchaus eine Überlebensfrage in Sambia. Das Land hält jährlich traurige Rekorde bei HIV-Neuinfektionen und leider stecken sich sehr viele junge Frauen mit dem Virus an. Das Selbstbewusstsein von Agness und Roony, wie vieler anderer freiwilliger Helfer aus den Reihen der Jugendlichen, wirkt äußerst anziehend auf die Mädchen der Stadt, die oft aus ärmsten Verhältnissen stammend, noch nicht viel mehr gesehen haben, als zerrüttete Familien mit einem gewaltbereiten, männderdominierten Rollenbild und keinerlei Freizeitbeschäftigung außer Bars, Bars, Bars wohin man in Lusaka schaut. Ein Milieu, in dem Mädchen auf das reduziert werden, was viele Männer dort in ihnen sehen: leichte Beute für ihre sexuellen Begierden.
Mädchen und Frauen fördern

Für die Zukunft der Kinder! Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit. Foto: Ralf Krämer
Agness und Roony - beide Klassensprecherinnen - wurden eines Tages von Mitarbeitern unserer Partnerorganisation Africa Directions angesprochen. „Warum nicht?" war ihre Antwort auf die Frage, ob sie Lust hätten, im nahe gelegenen Jugendzentrum eine Theatergruppe mit aufzubauen und Sportturniere mitzumachen. So etwas gibt es in ihrer Schule nicht und es versprach Abwechslung. Das ist das wichtigste Motiv, Jugendliche, übrigens auch Jungs, in Lusaka zu erreichen. Täglich finden in dem Jugendzentrum Sportveranstaltungen, Theatergruppentreffen, Videovorträge, künstlerische Wettbewerbe, aber auch Informationsveranstaltungen und Beratungen zu HIV/Aids statt. Kaum ein Tag vergeht, ohne 10-Minute-Talk. Wer da hingeht, redet mit, öffnet sich und wird von Gleichaltrigen bestärkt. Mädchen mit großem Selbstbewusstsein werden zu Multiplikatoren ausgebildet, um selbst Vorträge zu halten. So können auch außerhalb des Jugendzentrums in Schulen und auf kirchlichen Veranstaltungen Jugendliche erreicht werden. Es geht um die Zukunft der Jugend in Lusaka, um ihre Gesundheit, ihre Berufsaussichten und um ein neues Selbstverständnis. Agness und Roony werden bald ihre Schule abschließen und eine Ausbildung in der Baumwollverarbeitung ergreifen. Auch das bietet Africa Directions an.
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Townships von Lusaka. Foto: Ralf Krämer
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- Insgesamt über 9.000 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und zwanzig Jahren zu erreichen und sie möglichst vor HIV/Aids zu bewahren.
- Insbesondere Mädchen und junge Frauen zu befähigen, sich in der Gesellschaft Lusakas zu behaupten.
- Vorhandene Netzwerke gegen HIV/Aids weiter auszubauen und zu stärken
Besonderheit des Projekts:
Die Mission des noch jungen Partners Africa Directions ist, die Kinder und Jugendlichen von Anfang an mit Schlüsselkompetenzen, Fähigkeiten und Selbstvertrauen auszustatten, damit sie „informierte" Lebensentscheidungen treffen können.
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