Sambia hat die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet und sich damit die Umsetzung und Wahrung der Kinderrechte zur Aufgabe gemacht. Die Realität sieht in vielen sambischen Städten jedoch ganz anders aus: Missbrauch, ausbeuterische Kinderarbeit, Gewalt, Vernachlässigung und Ausgrenzung von Kindern gehören nach wie vor zum schrecklichen Alltag vieler Mädchen und Jungen. Dies zu ändern hat sich die Kindernothilfe gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation "Zambia Civic Education Association" zum Ziel gesetzt (Projekt 61561).

Helfen Sie mit - werden Sie Projektpate.
Projekt: Child Friendly Citizen Advice Desk
Projekt-Nr.: 61561
geförderte Kinder: 3.000
Projektanteile gesamt: 1.176
In Sambia ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Sie haben die vage Hoffnung, hier ihre Lebenssituation verbessern zu können. Doch stattdessen wird ein Großteil der Familien von der furchtbaren Realität der städtischen Slums überrascht: Armut und Gewalt, eine wachsende Aidsrate und eine hohe Arbeitslosigkeit prägen das tägliche Leben. Die meisten Haushalte werden von Frauen geführt. Viele haben ihre Männer durch Aids verloren und sind mit ihren Kindern auf sich allein gestellt. Völlig ungeschützt sind viele Mädchen und Jungen täglich körperlicher Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Vielen Opfern ist nicht einmal bewusst, dass ihnen Unrecht geschieht.
Große Probleme bereiten zudem die mangelhafte Wasserversorgung und -entsorgung in den städtischen Slums, unter denen besonders Kinder leiden: Oftmals sind Trinkwassermangel und fehlende Hygiene die Ursache für schwere bleibende Gesundheitsschäden, Typhus, Hepatitis A oder Augeninfektionen, die häufig zur Erblindung führen.
Starke Kinder in Sambia (Projekt 61561)
In der sambischen Hauptstadt Lusaka und drei weiteren Städten unterstützt die Kindernothilfe ein Projekt, das die Bevölkerung bei der Umsetzung und Wahrung von Kinderrechten begleitet. Mit Hilfe von Workshops werden Kinder und Erwachsene über ihre Rechte aufgeklärt. Zehn Beratungsstellen informieren die Bevölkerung, bieten insbesondere Kindern Rechtshilfe an und schreiten in akuten Fällen von ausbeuterischer Kinderarbeit, sexuellem Missbrauch und Gewalt an Kindern sofort ein. Zudem ermutigen sie von Aids betroffene Eltern, ein Testament zu verfassen. Denn häufig werden auf sich allein gestellte Kinder nach dem Tod ihrer Eltern von ihren Verwandten beraubt oder vertrieben („property grabbing“).
Wesentlicher Bestandteil des Projektes ist außerdem Lobbyarbeit: Die Projektmitarbeiter berichten z. B. im Radio über Kinderrechte und tragen auf diese Weise zur Stärkung der Mädchen und Jungen bei. Die Aufklärung der Bevölkerung schärft das Bewusstsein bezüglich der Wahrung von Kinderrechten und führt so zu einem größeren Schutz der Kinder vor Missbrauch und Ausbeutung.
Kinder reden mit
Die UN-Kinderrechtskonvention sichert allen Kindern das Recht zu, ihre Meinung zu äußern und fordert ihre aktive Beteiligung. Die Kindernothilfe bezieht die Kinder stark in die Planung und Durchführung der Projektarbeit mit ein: An Schulen besuchen Mädchen und Jungen Kinderrechte-Clubs, in denen sie ihre Rechte kennen lernen. Erfahrene Betreuer erklären den Kindern spielerisch, welche Rechte sie haben und zeigen anhand von konkreten Beispielen, wie sie sich bei Verletzungen ihrer Rechte zur Wehr setzen können. Das hat durchschlagende Wirkung: Die Kinder reagieren verstärkt auf Missbrauch und Gewalt an Kindern ihrer Nachbarschaft und alarmieren die Rechtsberatungsstellen, die entsprechend eingreifen.
Kinder lernen von Kindern
Viele Kinder und Jugendliche haben ihre Eltern durch Aids verloren. Häufig müssen sie die Schule abbrechen, um sich um ihre jüngeren Geschwister zu kümmern. Diese Kinder sind besonders gefährdet: Ohne ihre Familien sind sie völlig ungeschützt. Da sie nicht zur Schule gehen, besteht die Gefahr, dass sie keine Informationen über die Workshops erhalten und daher nicht daran teilnehmen. Durch die Hilfe der Kinder, die die Kinderrechte-Clubs besuchen, werden auch diese Mädchen und Jungen zur Teilnahme an Workshops und Aktivitäten in den lokalen Schulen mobilisiert. Die Projektarbeit zielt darauf ab, dass die Kinder das erlernte Wissen selbst weiter geben. So werden die Kinder angeregt, Workshops und Spiele eigenständig zu organisieren und durchzuführen. Gerade durch die aktive Partizipation an den Workshops lernen die Kinder, selbst Auswege aus ihrer benachteiligten Situation zu finden und für ihre Rechte und Bedürfnisse einzutreten.
Werden Sie Projektpate und helfen Sie, das Projekt zu realisieren.