Missbrauch, Vernachlässigung und Gewalt gegen Kinder

Missbrauch - Es trifft die Schwächsten der Gesellschaft

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Sexueller Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung - so sieht das Leben vieler Kinder in Simbabwe aus. Mehr als 1 Million Waisen leben in dem südafrikanischen Land. Sie sind besonders leichte Opfer, denn sie haben niemanden, der auf sie Acht gibt und ihnen zuhört. Das muss sich ändern! (Projektnr.: 76401)

Schweres Schicksal
Sarah ist 13, als der Ehemann ihrer Großmutter sie missbraucht. Das Mädchen lebt bei den Großeltern, da ihre Eltern an Aids verstorben sind. Sie hat Angst, weiß nicht, wem sie sich anvertrauen kann. Sie hat niemanden, der ihr zuhören würde. Die Polizei kümmert sich kaum um Kinder. Es gibt genug zu tun in Simbabwe, auch ohne die „kleinen" Probleme der Kinder. Also schweigt sie. Schweigt auch, als ihr Stiefgroßvater sie wiederholt missbraucht.

Verheerende Zustände
Offizielle Zahlen der Polizei in Simbabwe zeigen einen dramatischen Anstieg der Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Anzahl fast verdoppelt. Doch nicht nur sexueller Missbrauch, sondern auch Gewalt und Vernachlässigung steht für viele Kinder und Jugendliche an der Tagesordnung. Die Gründe dafür sind vielfältig. Simbabwe ist durch die Aids-Pandemie stark gezeichnet. Etwa 1 Million Kinder stehen ohne Eltern da, und sind dadurch besonders gefährdet. Kinder sind bei Verwandten oder Stiefverwandten untergebracht, wo häufig Übergriffe stattfinden. Das Lehrpersonal in Simbabwe ist schlecht ausgebildet und greift daher oftmals zu körperlicher Züchtigung, damit die Schüler gehorchen. Armut und Perspektivlosigkeit treiben Erwachsene zu Gewalt gegen ihre Kinder oder sie vernachlässigen sie. Durch die verheerende soziale und wirtschaftliche Krise im Land, greifen die sozialen und staatlichen Netze nicht mehr.

Gunnar Rechenburg|, SimbabwezoomViele Kinder können sich niemandem anvertrauen. Foto: Peter Schlösser Machtlos
Die Aufgabe des Staates wäre es, im Missbrauchsfall, wie dem von Sarah, einzugreifen. Er müsste Straftaten ahnden und die Opfer versorgen. Doch Behörden wie die Sozialfürsorge sind komplett unterfinanziert. Das wenige Personal ist hoffnungslos überlastet. Es ist kein Geld da für Sozialarbeiter. Es ist kein Geld da für medizinische Versorgung. Es ist kein Geld da für Beratungsgespräche. Es ist auch kein Geld da für Therapien. Zurück bleiben schwer traumatisierte Kinder.

365 Tage im Jahr
Mit unseren Partner „Childline Zimbabwe" haben wir in Gweru, der fünftgrößten Stadt Simbabwes, ein Projekt aufgebaut. In einem Drop-in Zentrum können sich Kinder melden, die Opfer von Missbrauch, Gewalt oder Vernachlässigung geworden sind. Vor Ort werden sie von Sozialarbeitern empfangen und dürfen dort ihre Geschichte erzählen. Wenn es nötig ist, werden sie zu Hause psychologisch nachbetreut. 1.000 Kinder versuchen so jedes Jahr ihr Trauma zu verarbeiten. Doch Kinder sollen gar nicht erst in Gefahrensituationen kommen. Daher nehmen 2.500 Kinder an je fünf Grund- und Sekundarschulen an Workshops teil. Dabei lernen Kinder und Lehrer alles über Kinderrechte, Schutz vor Missbrauch, wie sie Gefahrensituationen erkennen und welche Anlaufstellen es gibt. In den Schulen werden außerdem Briefkästen angebracht und Schreibmaterialien verteilt. Kinder können in Notsituationen einen Brief an „Childline" schreiben und so um Hilfe bitten.

Bitte helfen Sie mit einer Spende!zoomDurch eine professionelle Betreuung können die Kinder endlich wieder lachen.
Foto: Ralf Krämer
Immer erreichbar
Landesweit steht Kindern durch „Childline" eine kostenlose Telefonhotline zur Verfügung. „365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag können Kinder bei uns ihre Sorgen los werden", sagt Tara Miller, Leiterin von „Childline Zimbabwe". Freiwillige Helfer nehmen die Fälle auf und leiten gegebenenfalls weitere Schritte ein. Ein anderer Weg „Childline" zu erreichen, ist der Postweg. Kinder können kostenlos Briefe an den Kindernothilfe-Partner schicken. Freiwillige Mitarbeiter bearbeiten jeden Brief.

Alle machen mit
„Childline" unterstützt die Arbeit des „Child Protection Committees". Regelmäßig treffen sich Vertreter von Polizei und von Bildungs- und Gesundheitsbehörden. Die Teilnehmer tauschen sich zum Thema Missbrauch aus und versuchen auf die Bedürfnisse der Gemeinden zu reagieren. Des weiteren werden Vertreter der Polizei, der Schul- und Gesundheitsbehörden, der Gerichte und lokale Führer zu Kinderrechten und dem Verhalten im Missbrauchsfall geschult. Die ersten Erfolge konnten bereits verbucht werden. Ein Lehrer hörte von Sarahs Problemen und wendete sich an das „Child Protection Committee". Sarahs Stiefgroßvater sitzt nun im Gefängnis.

 

 


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