Uganda zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, 90 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Besonders schlimm ist die Situation für Kinder. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Rund eine Million Kinder in Uganda haben ihre Eltern durch Aids verloren. Zudem sind zahlreiche Mädchen und Jungen Waisen aufgrund des 20-jährigen Bürgerkrieges im Norden des Landes. Die Kindernothilfe unterstützt in Lira ein Projekt für Waisen und Straßenkinder und gibt ihnen mit einer Ausbildung neue Zukunftsperspektiven.

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Projekt: CEASOP
Projekt-Nr.: 66013
geförderte Kinder: 230
Projektanteile gesamt: 595
In ihrem Aufstand gegen die Regierung gingen die Rebellen mit beispielloser Brutalität vor: Sie haben Dörfer gebrandschatzt, Menschen gefoltert und getötet. Bis zu 25.000 Kinder wurden von den Rebellen entführt und missbraucht. Zur Zeit werden Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Rebellen geführt. Mehrere Tausend Flüchtlingskinder werden in nächster Zeit in ihre Heimatdörfer zurückkehren. Viele von ihnen haben ihre Familien verloren, die meisten sind durch ihre schlimmen Erlebnisse schwer traumatisiert. Häufig ist ihnen eine Rückkehr nicht möglich, weil sie für die Rebellenarmee im eigenen Familienkreis oder im Heimatdorf morden mussten. Zusammen mit den anderen Bewohnern müssen sie wieder in einen geregelten Alltag finden.
Hinzu kommt die wachsende Aidsproblematik. Zwar ist die HIV-Infektionsrate im letzten Jahr um sechs Prozent gesunken. Die Folgen der Ausbreitung von HIV/Aids sind jedoch erschütternd: Häufig müssen die Mädchen und Jungen ihre aidskranken Eltern pflegen und sind nach ihrem Tod völlig auf sich allein gestellt. Die meisten Waisen haben ohne die Unterstützung ihrer Eltern keine Chance, die Schule zu besuchen oder eine Ausbildung zu absolvieren.
Ausbildung als Chance für eine bessere Zukunft (Projekt 66013)
In Lira, im Norden Ugandas, ist aus Eigeninitiative von zwei engagierten Ugandern ein Ausbildungsprojekt für extrem benachteiligte und gefährdete Jugendliche entstanden: Rund 240 Waisen, ehemalige Kindersoldaten und Straßenkinder werden hier betreut. Sie erhalten eine solide Ausbildung, die es ihnen ermöglicht, später auf eigenen Füßen zu stehen und für sich zu sorgen, aber auch Geschwister und Verwandte zu unterstützen.

Foto: Vlasmann
Das Ausbildungsangebot umfasst verschiedene handwerkliche Bereiche: Neben Ausbildungen wie Schreinerei, Tischlerei und Fahrradreparatur können die Jugendlichen auch ein Training im Metall verarbeitenden Bereich absolvieren oder eine Ausbildung als Mechaniker oder Maurer machen. Für Mädchen, die weniger Interesse an dem handwerklichen Angebot zeigen, bietet das Projekt einen speziellen Schneidereikurs an. Durch Bewusstseinsarbeit wird zudem versucht, die Mädchen auch für bisher typisch männliche Ausbildungsberufe zu interessieren. Zusätzlich zu der Praxis erfolgt eine Ausbildung in den Grundlagen von Geschäftsführung und finanziellem Management, um den Weg in eine mögliche Selbständigkeit zu fördern.
Ziel des Projektes ist es, den Jugendlichen eine praxisorientierte und an lokale Bedürfnisse angepaßte Berufsausbildung zu ermöglichen. Damit bekommen die Mädchen und Jungen eine neue Lebensperspektive.
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