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Stichwort: Z57381, 1+3=4 Bangladesch
In den Dörfern Atparas im Norden von Bangladesch sind Schwangerschaften und Geburten hochriskant für Mütter und ihre Kinder. Durch unzureichende medizinische Vorsorge und Versorgung sterben viele Babys noch im ersten Jahr.
Um zu helfen, unterstützen wir in 170 Dörfern die Ausbildung ungelernten Dorf-Hebammen und verbessern die Versorgung von Müttern und Säuglingen durch das staatliche Gesundheitswesen (Proj. 2640/AD/47 Aktion 1+3=4).
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Hohe Risiken
Die Mütter- und Kindersterblichkeit in Bangladesch gehört zu den höchsten der Welt. Durch die unzureichende medizin ische Versorgung erleben von 1.000 lebend geborenen Säuglingen 37 ihren ersten Geburtstag nicht - das sind rund neunmal so viel wie in Industrienationen. Von 100.000 Schwangeren sterben 322 durch Geburtskomplikationen.
Ungelernte Hebammen
Das Millenniumsziel, bis 2015 die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu halbieren und die Müttersterblichkeit deutlich zu senken, verfolgt auch Bangladesch. „Doch bei uns fließen die öffentlichen Gesundheitsausgaben bevorzugt in die reicheren Gegenden des Landes", stellt der Kindernothilfe-Partner SATHI (Sustainable Association for Taking Human Development Initiatives) ernüchtert fest. In dem wirtschaftlich armen Bezirk Atpara im Norden, in dem viele Menschen in abgelegenen Überschwemmungs- und Sumpfgebieten leben, werden drei Viertel aller Geburten von ungelernten Hebammen betreut. Mythen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett haben verheerende Folgen.
170 Dörfer werden aktiv
„Wir wollen, dass unsere Kinder gesund zur Welt kommen" - immer mehr Frauen und auch Männer in den Dörfern Atparas sind nicht mehr bereit, sich mit den traurigen Todesfällen unter Neugeborenen und Müttern abzufinden. Als sie von dem Projekt gegen Säuglings- und Müttersterblichkeit des Kindernothilfe-Partners SATHI hören, sind sie sofort dabei. Das Projekt startet in 170 Dörfern im Bezirk Atpara. Hier ist die Armut besonders groß. Fast in jedem Dorf werden Frauen oder Männer ein Gesundheitskomitee bilden, das die Aufklärung im Dorf leitet und sich überregional vernetzt. Es baut zudem einen Gesundheitsfonds auf, aus dem unvorhergesehene Transportkosten sowie medizinische Hilfe für arme Familien finanziert werden.
Das Wissen einer Hebamme rettet Mutter und Kind. Foto: Jacob Studnar
Dorf-Hebammen ausbilden
In jedem Dorf sollen die ungelernten traditionellen Hebammen eine medizinische Ausbildung erhalten. 170 Hebammen erhalten Schulungen in Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe und Säuglingspflege. Eine Hebamme, die das Training bei SATHI bereits absolviert hat, berichtet stolz: „Seither kann ich Komplikationen besser diagnostizieren. Eine Frau, die ich betreut habe, bekam Schwangerschaftsdiabetes. Da habe ich sie sofort zum Check ins Krankenhaus gebracht."
Hilfe der Männer ist wichtig
Auch die Männer in den Dörfern wollen sich in den Komitees für die Gesundheit ihrer Frauen und Kinder einsetzen. „Männer haben meistens das Sagen in den Haushalten. Nur mit ihrer Zustimmung kann die Frau Gesundheitsvorsorge in Anspruch nehmen", weiß unser Partner SATHI.
Den Staat in die Pflicht nehmen
Die Kindernothilfe bindet in dieses Projekt auch das Gesundheitssystem von Bangladesch ein, damit die Verbesserungen tiefgreifend und nachhaltig sind. Die Rechte der Kinder auf eine angemessene Gesundheitsversorgung werden besser umgesetzt. Die Dorfkomitees und ihre Vertreter treffen sich dazu regelmäßig mit medizinischem Personal der staatlichen Gesundheitsstationen und Krankenhäuser, um Daten und Erfahrungen auszutauschen. Durch diese „Public Private Partnerships" wird sichergestellt, dass sich die Grundversorgung auf den Dörfern und das staatliche Gesundheitssystem optimal ergänzen.
170 Dörfer wollen endlich gesunde Mütter und Kinder. Foto: Jens Großmann
Erfolgsgeschichte fortführen
Der Kindernothilfe-Partner SATHI hat ein ähnliches Projekt in einem anderen Teil von Bangladesch durchgeführt und kann auf sehr gute Erfolge verweisen. So hat sich die Zahl der Geburten, die von ausgebildeten Hebammen oder Ärzten betreut werden, auf 78 Prozent erhöht. 82 Prozent der Kinder waren gegen wichtige Kinderkrankheiten wie Polio und Masern geimpft.
Hilfe, die ankommt
Gemeinsam mit Ihnen möchten wir die Vorsorge für Mütter und ihre Babys deutlich verbessern. Wir starten ein dreijähriges Programm, das die dörfliche und die staatliche medizinische Versorgung in Atpara zusammenführt.
Unsere wichtigsten Ziele:
Einige Kostenbeispiele des gesamten Projektes für ein Jahr Laufzeit:
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