Bittere Armut zwingt viele Familien in Südindien zu einem verzweifelten Schritt: Ihre jungen Töchter so schnell wie möglich zu verheiraten. Für die teilweise erst 14-jährigen Mädchen beginnt dann unvermittelt ein hartes Erwachsenleben. Sie werden unterdrückt, geschlagen und viel zu früh schwanger! Diesen Zustand möchten wir ändern - helfen Sie uns dabei!

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Frühverheiratung alltäglich
"Heute ist mein Hochzeitstag!“ Lakshmi versucht tapfer zu wirken, als sie das sagt – und erwachsen. Aber sie ist 15 und die Angst steht ihr ins Gesicht geschrieben. Lakshmi wurde in einem kleinen Dorf im südindischen Distrikt Kadapa geboren. Hier lebt sie gemeinsam mit ihren Eltern und zwei jüngeren Brüdern in einer kleinen Hütte. Ihre Eltern arbeiten beide als Tagelöhner in der Landwirtschaft. Jeden Morgen bangen sie, ob es heute Arbeit für sie geben wird – denn das ist saison- und wetterabhängig. Deshalb finden sie nur an 100 Tagen im Jahr sichere Arbeit. Eine Alternative gibt es nicht. So ernähren sie ihre Kinder von Reis und Milch, ein zusätzliches Ei in der Woche ist schon Luxus. Die schlechte Ernährung sieht man den Kindern auf den ersten Blick an – sie sind unterernährt und oft krank. So muss auch Lakshmi hart arbeiten. Nach der Grundschule durfte sie nicht weiter in die Schule gehen. Warum auch? Sie ist nur ein Mädchen. Ihre Mutter kann auch nicht lesen und schreiben. Dass ihre beiden jüngeren Brüder eine weiterführende Schule besuchen, belastet die Familie finanziell mehr als genug. Lakshmis Weg war deshalb klar vorgezeichnet, sie musste so bald wie möglich verheiratet werden, um ihre Familie zu entlasten. Heute ist es so weit. Doch wie wird die junge Lakshmi sich im harten Erwachsenleben zurecht finden? Wie wird das schmächtige Mädchen die Geburt ihres ersten Kindes überstehen?
Ein neuer Weg für junge Mädchen
In 16 Dörfern des Distrikt Kadapa in Südindien startet nun ein Projekt, das die Probleme, die zu Frühverheiratung föhren, gemeinsam mit der Bevölkerung bekämpft. Zudem soll sich durch die Projektarbeit die Lebenssitutation der betreits verheirateten jungen Mädchen verbessern. Der Start in eine besser Zukunft wird gelegt.

Mädchen in Indien brauchen Schutz vor Frühverheiratung. Foto: Pascal Amos Rest
16 Dörfer gegen Frühverheiratung
Drei Ursachen führen dazu, dass 70 Prozent der Mädchen im indischen Distrikt Kadapa vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet werden: Armut, keine Alternativen für die Zukunft und die Diskriminierung der Frau in großen Teilen der indischen Gesellschaft. In 16 Dörfern in Kadapa kann sich das mit Ihrer Hilfe ändern: Frauen können durch verschiedene Maßnahmen ihr Einkommen steigern, die Ernährungs- und Gesundheitssituation junger Mütter verbessert sich und Mädchen erhalten die gleichen Bildungschancen wie Jungen. Dadurch, durch Aufklärungsarbeit und öffentliche Veranstaltungen wird ein Umdenken und ein Wandel in den Dorfgemeinschaften stattfinden, der langfristig zu mehr Gleichberechtigung führt und Frühverheiratungen verhindert.
Interview mit John Devavaram - indischer Kinderrechtsexperte
"Erfolgsgeschichten der Frauen sind unheimlich motivierend!" - Lesen Sie mehr zum Thema Frühverheiratungen in Indien, ein Interview mit John Devavaram.
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Das Projekt läuft über fünf Jahre. Das Leben in einem Dorf so zu verbessern, dass Frühverheiratung unnötig werden, kostet 14.271 Euro.
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