Indien: Mädchen in ärmsten Familien Indiens

Mädchen in ärmsten Familien Indiens

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Mädchen und Frauen haben es in vielen Ländern besonders schwer. Mädchen gehen seltener zur Schule als Jungen, werden häufiger Opfer von Gewalt und haben oft nicht die Freiheit, über ihr Leben zu entscheiden. Die Kindernothilfe und ihre Partner fördern deshalb ganz gezielt die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen. Denn: Die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen nimmt bei der Armutsbekämpfung eine Schlüsselrolle ein. Frauen tragen die Hauptlast der Armut: 70 Prozent der Armen in der Welt sind Frauen; sie leisten weltweit mehr als die Hälfte aller Arbeitsstunden; sie produzieren gerade in den Ländern des Südens den größten Teil der Nahrungsmittel; Mädchen und Frauen arbeiten oft im häuslichen oder ungeschützten Bereich der Schattenwirtschaft; sie haben keine rechtlich geschützte Stellung und keine Renten- und Krankenversicherung. (Projekt 21109)

Mädchen in ärmsten Familien Indiens
Immer noch gibt es in Indien so ausgeprägte Armut, dass sie Familien zu einem verzweifelten Schritt zwingt: Ihre jungen Töchter so schnell wie möglich zu verheiraten. Dieses illegale, aber weithin tolerierte Verhalten bedeutet für die minderjährigen Mädchen der Beginn eines harten Erwachsenenlebens: die allermeisten von Ihnen werden unterdrückt, geschlagen und viel zu früh schwanger. „Ich weiß, dass ich jetzt noch kein Baby möchte", sagt die 14jährige Lakshmi, die sich lange Zeit fürchten musste, mit 15 Jahren zu heiraten. Sie und ihre Schwester Baradi sind in einem kleinen Dorf im südindischen Distrikt Kadapa geboren. Hier leben sie gemeinsam mit zwei jüngeren Brüdern in einer kleinen Lehmhütte. Ihre Eltern arbeiten in der Regenzeit beide als Tagelöhner in der Landwirtschaft. Wie viel sie arbeiten können ist saison- und wetterabhängig, in guten Jahren finden sie an 150 Tagen Arbeit, in schlechten nur an 100 Tagen. Die Eltern verdienen viel zu wenig um ihren vier Kindern eine abgeschlossene Schulbildung zu ermöglichen. Ihr kleines Stück Land von 2.500 Quadratmetern bewirtschaften sie für sich. Doch es wirft nicht viel ab, der Boden ist die meiste Zeit zu trocken.

Grundschulkinder: Noch sind sie gleichberechtigt. Foto: Pascal Amos RestzoomGrundschulkinder: Noch sind sie gleichberechtigt. Foto: Pascal Amos Rest Lakshmi musste arbeiten
Nach der Grundschule durfte sie nicht weiter in die Schule gehen. Lakshmis Weg war klar vorgezeichnet, sie musste so bald wie möglich verheiratet werden, um ihre Familie zu entlasten. Armut, mangelnde Zukunftsperspektiven und die verbreitete Unterdrückung der Frau - drei Ursachen, die für 70 Prozent der jungen Mädchen in Kadapa, wie in vielen anderen Regionen Indiens, dazu führen, schon als Jugendliche zu heiraten. 53 Prozent dieser Mädchen sind nie zur Schule gegangen. Wenn, dann besuchen Mädchen allenfalls die Grundschule..

Mädchen Hoffnungen geben. Foto: Pascal Amos RestzoomMädchen Hoffnungen geben. Foto: Pascal Amos Rest Gemeinsam gegen Frühverheiratung
In 16 Dörfern des Distrikts Kadapa in Südindien startet nun ein Projekt, das die Probleme, die zu Frühverheiratung führen, gemeinsam mit der Bevölkerung bekämpft. Es geht nicht nur um eine Änderung der Sichtweise der Eltern. Alle Gemeindemitglieder, Frauen wie Männer, sollen darüber aufgeklärt werden, alles daran zu setzen, die Kinder länger lernen zu lassen. Es ist ein Anpacken und Umdenken von allen gefragt, um die Werte in der Gesellschaft zu verändern, damit Frühverheiratung von allen als Fehler angesehen wird: Öffentliche Informationsveranstaltungen und Theateraufführungen bringen das Thema zur Sprache. Vor allem aber sollen sich die Familien selbst helfen und mit ihren Jobs als Landarbeiter besser für ihre Kinder sorgen können. Damit das funktioniert, lernen sie in Selbsthilfegruppen - zum Beispiel in der Viehzucht oder im Anbau von Gemüse - wie sie durch bessere Wasserbewirtschaftung deutlich mehr aus ihren kleinen Äckern herausholen. Wenn die Familie verlässlich satt wird, gibt es keinen Grund mehr, die Kinder, Mädchen sowie Jungen vorzeitig von der Schule zu nehmen, um arbeiten zu gehen. Auch Kredite vergibt die Gruppe: Die neuen Ziegen und Hühner helfen mit, dass Lakshmi und ihre Brüder wieder in die Schule gehen können und Baradi nicht mehr bangen muss, früh zu heiraten.


Ihre Spende für Indien hilft:

- 2.583 Mädchen und Jungen unter 14 Jahren und deren 2.022 Familien direkt zu fördern.
- Die Bildungssituation der Mädchen und Jungen nachhaltig zu verbessern.
- Den Familien neue Erwerbsmöglichkeiten und ein gesteigertes Einkommen zu ermöglichen.

Besonderheit des Projekts: Die Die Gemeinschaft wurde an der Projektplanung beteiligt. In den Projektablauf sind auch die geförderten Mädchen und Jungen integriert: ihre Anliegen werden gehört und Möglichkeiten zu Partizipation werden gewährleistet.

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Was tut die Kindernothilfe?

Soll sich die Situation von Mädchen und Frauen verbessern, müssen Machtstrukturen geändert werden: Frauen brauchen weniger Macht über etwas, sondern eher zu etwas: zu selbstbestimmtem Handeln und zu stärkerer Entscheidungsbefugnis im privaten und gesellschaftlichen Bereich. Die Kindernothilfe verbessert mit ihren Partnern vor Ort die Alltagssituationen von Mädchen und Frauen. In ihrer Kampagnenarbeit setzt sich die Kindernothilfe dafür ein, dass sich die Situation von Mädchen und Frauen langfristig verbessert.


Wie die Kindernothilfe Ihr Geld einsetzt

Die Kindernothilfe informiert ihre Paten und Spender jährlich, wie die eingegangen Spendenmittel verwendet und welche Projekte damit unterstützt werden. Von jedem gespendeten Euro kommen 85,8 Cent direkt den Kindern bzw. Projekten zugute. Eine detaillierte Übersicht finden Sie hier:

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