In Indien ist jedes 13. Mädchen im Alter von 14 Jahren verheiratet. Bittere Armut, Hunger und mangelnde Bildungschancen zwingen die Familien häufig dazu, ihre Töchter viel zu früh zu verheiraten. Diesen Zustand möchten wir ändern - helfen Sie uns dabei! (Proj. 22464/AA/12).

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Sharda
Sharda (Name geändert) ist erst 14 Jahre alt, als ihre Eltern sie mit dem 20 Jahre älteren Nachbarn Lokesh verheiraten. Die Familie lebt in bitterer Armut. Die letzten Ernten waren miserabel - der Vater konnte in den vergangenen Monaten kaum etwas dazu verdienen. Shardas Hochzeit ist die einzige Überlebenschance. Doch was für eine Zukunft liegt vor dem jungen Mädchen
Frühverheiratung alltäglich
Der Distrikt Balaghat gehört zu den rückständigsten Gebieten im nordindischen Bundesstaat Madhya Pradesh. 40 Prozent der Bevölkerung leben hier unterhalb der Armutsgrenze. Frühverheiratungen von jungen Mädchen sind alltäglich. Die Eltern verheiraten ihre jungen Töchter nicht leichtfertig - doch der tägliche Überlebenskampf, mangelnde Bildungsmöglichkeiten, Perspektivlosigkeit und starre Traditionen zwingen viele Familien zu diesem Schritt. Viel zu jung müssen sich die Mädchen ohne die Hilfe und Unterstützung ihrer Familie ihrem neuen Leben als Ehefrau und Mutter stellen.

In Indien ist jedes 13. Mädchen im Altern von 14 Jahren verheiratet. Foto: Ralf Krämer
Zu früh Mutter
Als Folge der frühen Verheiratung, bekommen die jungen Mädchen oft zu früh und zu viele Kinder. Die Schwangerschaften der Mädchen, jahrelange Mangelernährung und eine katastrophale medizinische Versorgung fordern ihren Tribut. Über 60 Prozent der Frauen und jungen Mädchen leiden unter Anämie (Blutarmut) sind oft krank, fühlen sich schwach und bringen in Folge dessen auch häufig unterernährte, kranke Babys zur Welt. 40 Prozent der Kinder unter sechs Jahren sind mangelernährt.
Initiative zeigen
Shardas Dorf hat Initiative gezeigt. Gemeinsam wollen die Dorfbewohner der bitteren Armut mit ihren tragischen Folgen entfliehen. Als sie von dem Projekt des Kindernothilfepartners „Good Shepherd Sisters” in der Nachbargemeinde hörten, wandten sich die Dorfältesten an den Kindernothilfe-Partner. Projektkoordinatorin Britta Adler ist begeistert: „Bessere Voraussetzungen für das Gelingen eines Projektes als die Überzeugung und Motivation der Betroffenen gibt es kaum!" Das Projekt ist breit angelegt, denn um Mädchen wie Sharda in Zukunft vor einer Frühverheiratung zu bewahren, müssen die Familien den Schritt aus dem täglichen Überlebenskampf schaffen. Deshalb stehen neben Aufklärung, Bildung und Bekämpfung der Blutarmut auch Workshops zum Thema „Sparen und Wirtschaften" sowie „Organischer Landbau" auf dem Plan.
Mädchen in Indien brauchen Schutz vor Frühverheiratung. Foto: Emily Kürten
Gesund und gestärkt
Alle Dorfbewohner sind mit großem Einsatz dabei. Die Männer lernen, wie sie mit einfachen Bewässerungssystemen und organischem Dünger ihre Felder das ganze Jahr über bestellen können. So werden ihre Familien endlich satt. Die Mädchen haben nun endlich eine Chance gesund erwachsen zu werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Projektarbeit ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung: Frauen und junge Mädchen werden gegen Blutarmut behandelt und werden während und nach der Schwangerschaft umfassend betreut.Die Dorfbewohner blicken nun gestärkt in die Zukunft, endlich haben sie den Schritt aus dem Elendskreislauf geschafft.
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