Kindernothilfe e. V.

Der Wiederaufbau im Sirkali-Block, Indien

Soforthilfe und Wiederaufbau

Im Nagapattinam-Distrikt im Süden Indiens zerstörte der Tsunami 73 Dörfer, über 22.000 Menschen verloren ihre Lebensgrundlage. Die Soforthilfe lief direkt an: 1200 Familien erhielten Kleidung, Lebensmittel und Hygieneartikel.  Heute hat die Kindernothilfe Kindertagesstätten und Nachhilfezentren in der Region gebaut und unterstützt Selbsthilfegruppen.

Sirkali: SJDT: Kinder zeigen stolz ihre SchultaschenKinder zeigen ihre neuen Schultaschen.
Foto: Rajiv Kumar
Situation vor Ort
Südindien wurde von der Flutkatastrophe besonders hart getroffen. Im Nagapattinam-Distrikt allein wurden 73 Dörfer zerstört. Mehr als 13.000 Menschen haben in den Fluten ihr Leben gelassen. In 15 Dörfern im Sirkali-Block wird den Menschen durch ein langfristig angelegtes Wiederaufbau- und Entwicklungsprogramm geholfen.

Die erste Phase der Soforthilfe ist abgeschlossen. 1.200 Familien erhielten Kleidung, Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, wie Küchenutensilien und Hygieneartikel. Die Häuser von insgesamt 164 Familien wurden repariert. 32 Übergangshäuser wurden gebaut.

Das Projekt
Von den geplanten 15 Kindertagesstätten sind bereits 14 fertig gestellt. Hier erhalten insgesamt 396 Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren zusätzliches Essen. Zwischen 9 Uhr morgens und 16 Uhr nachmittags können die Kinder spielen, singen, tanzen und vieles mehr. Außerdem werden die Jungen und Mädchen in den Tagesstätten medizinisch betreut. Jeden Monat werden sie gemessen, gewogen und auf Krankheiten hin untersucht.

Neben den Kindertagesstätten wurden auch 16 Nachhilfezentren eingerichtet, in denen insgesamt 786 Schulkinder nachmittags von qualifizierten Lehrkräften Nachhilfeunterricht erhalten. SJDT, der Kindernothilfepartner vor Ort, veranstaltet regelmäßig Weiterbildungsprogramme für die Lehrkräfte der Nachhilfezentren. Hier werden die Lehrer in Themengebieten wie kindgerechtes Lernen oder Kinderrechte geschult. Solche Einrichtungen sind für die schulische Entwicklung der Kinder sehr wichtig.

Sirkali: SJDT: Portrait eines Kindes aus der KindertagesstätteKinder in einer Kindertagesstätte.
Foto: Rajiv Kumar
Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist die Bildung von Frauenselbsthilfegruppen. Durch die Selbsthilfegruppen wird eine langfristige Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Stellung der Frauen angestrebt. Bisher wurden insgesamt 60 solcher Gruppen mit insgesamt 777 Mitgliedern gegründet. Die Gruppen treffen sich drei mal im Monat, um über ihre Lebenssituation, die Zukunft ihrer Kinder, neue Einkommensmöglichkeiten und Alltagsprobleme zu sprechen. Es hilft den Frauen in der Gemeinschaft über ihre Probleme, Sorgen und Ängste zu reden. In der Gruppe werden die Frauen dazu ermutigt, einen Teil ihres Einkommens zu sparen. Die in einer Gruppe angesammelten Ersparnisse werden nach interner Abstimmung als Kredit an ein Gruppenmitglied vergeben. So können die Frauen Investitionen tätigen, die ihre Einkommenssituation nachhaltig verbessern. „Früher haben wir nie gespart", erzählen Valli, Parazhiki, Thenazhaki und Kavinthammal, vier Frauen aus der Region, „aber seit wir sparen, hat sich das Leben in unserem Dorf sehr verbessert."

Um den Kreditrahmen der Frauen zu erhöhen, knüpft SJDT Kontakte zu lokalen Banken. Jede Gruppe eröffnet ein Gemeinschaftskonto, auf das die Mitglieder regelmäßig Beiträge einzahlen. Damit die Frauen mehr Sicherheit im Umgang mit den Banken bekommen, bietet SJDT Schulungen zum Thema Mikrokredite an. Darüber hinaus hatten die Frauen die Möglichkeit an Buchhaltungskursen, Kursen zur Stärkung der Rolle der Frauen in der Gesellschaft sowie Einkommen schaffende Maßnahmen teilzunehmen.

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