Kindernothilfe e. V.

5 Jahre später: Gute Ernten auf Pulau Nasi in Indonesien

Indonesien/Pulau Nasi: Syafrudin hat wieder gute Ernten

Indonesien wird von dem Seebeben und den Flutwellen am stärksten getroffen. Die an der Küste gelegenen Stadtteile von Banda Aceh, der Hauptstadt der Provinz Aceh, werden fast völlig dem Erdboden gleichgemacht. Das Ausmaß der Zerstörung wird anfangs von der indonesischen Regierung heruntergespielt. Die Region ist wegen des seit Jahren herrschenden Bürgerkriegs von der Regierung vollkommen isoliert worden. Erst zögernd erlauben die Behörden ausländischen Hilfsorganisationen, das Gebiet zu betreten. Auf der Insel Pulau Nasi überlebt nur die Bevölkerung im höher gelegenen Landesinneren. Der Kindernothilfe-Partner AMURT startet seine Hilfsmaßnahmen.

Pulau Nasi (Indonsien) nach dem TsunamizoomNoch liegen Baumstämme kreuz und quer auf der Insel. Die Insel Pulau Nasi liegt vor der Nordspitze Sumatras vor Banda Aceh. Zur Zeit der Katastrophe leben hier in drei Dörfern 1.554 Familien. Die Küstenbewohner haben keine Chance, als die erste Welle kommt. Die Bevölkerung der anderen Dörfer leben in einem hügeligen Gelände im Landesinneren. Sie sehen das Wasser kommen und rennen um ihr Leben auf die Gipfel . Einige haben Glück - ihre Häuser werden nicht komplett zerstört. Aber ihre Felder liegen tiefer in der Ebene. Der fruchtbare Boden, dessen Ernten bisher das Überleben aller hier gesichert haben, wird durch das Salzwasser unbrauchbar. Außerdem bringt der Tsunami meterhohen Schlamm mit sich, entwurzelte und abgeknickte Bäume liegen kreuz und quer auf den Feldern.

Pulau Nasi (Indonsien) nach dem TsunamizoomDie Kindernothilfe stellte den Bauern kleine Trecker zur Verfügung, um die Felder zu roden. Foto: Erhard Stückrath. Aufräumarbeiten nach dem Tsunami
Der Kindernothilfe-Partner AMURT startet ein umfangreiches Food-for-Work-Programm für 719 überlebende Familien auf Pulau Nasi. Die Inselbewohner tragen tonnenweise Schlick und Schlamm ab, graben Kanäle, um den Abfluss des Salzwassers auf ihren Feldern zu beschleunigen. Als Gegenleistung bekommen sie Lebensmittelpakete. Außerdem verteilt AMURT landwirtschaftliche Geräte und Saatgut für Reis, dicke Bohnen, Bananen, Chilis, Erdnüsse und Wassermelonen. Sie schicken Fachleute aus dem Landwirtschaftsministerium zu den Bauern, damit sie ihnen moderne Anbaumethoden und den Einsatz von organischem Dünger zeigen. Auch das Bewässerungssystem wurde wiederaufgebaut. Heute bringt der Boden wieder gute Ernten hervor. Der 28-jährige Syafrudin verdient heute mit den Erträgen seines Felder genug Geld, um seine vierköpfige Familie zu versorgen.

PIC_52632_1280x849_1280x850_0x0zoomEinweihung des neuen Kindergartens. Foto: Christian Jung Ein neuer Kindergarten
Der Tsunami hat auch Pulau Nasis einzigen Kindergarten zerstört. Aus festen Baumaterialien wie Beton und Zement errichteten ortsansässige Handwerker im Auftrag der Kindernothilfe ein erdbebensicheres Gebäude. Dort spielen und lernen heute fünf Erzieherinnen mit rund 40 Vorschulkindern. Für AMURT war die Arbeit auf der Insel 2007 beendet. Die Bauern haben sich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen. Der Kindergarten wurde in die Hände der Einheimischen übergeben.

Die Angst bleibt
„Die Bevölkerung auf Pulau Nasi versucht den Tsunami zu vergessen", erzählt Ejodia Kakoensi, Kindernothilfe-Koordinatorin in Indonesien. "Aber seit 2004 gab es in anderen Teilen Indonesiens immer wieder Erdbeben und Überschwemmungen – und jedes Mal kommen die Erinnerungen wieder hoch. Die Inselbewohner wissen genau, wie es den Menschen in den betroffenen Gebieten geht, denn sie haben es selbst erlebt. Und sie beten, dass solch eine Katastrophe auf Pulau Nasi nie wieder geschieht."

PIC_52656_1259x757_1259x757_21x58zoomDie Kinder haben wieder viel Spaß! Foto: Christian Jung Bwohner von Pulau Nasi - indonesische Insel, die vom Tsunami betroffen war: Syafrudin, 38 Jahre, Mitglied der Alue Reuyeung farmers' group/Solehah, 6 JahrezoomSyafrudin und seine jüngste Tochter. Er freut sich, dass er seine Familie jetzt wieder versorgen kann. Foto: Ejodia Kakoensi PIC_52657_1205x752_1205x752_0x43zoomDer Kindergarten. Foto: Christian Jung


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